| Viega Holding GmbH & Co. KG | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Gründung | 1899 |
| Sitz | Attendorn, |
| Leitung |
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| Mitarbeiterzahl | 5.191 (2024) |
| Umsatz | 2,02 Mrd. Euro (2024) |
| Branche | Sanitärtechnik Heizungstechnik |
| Website | www.viega.com |
| Stand: 31. Dezember 2024 | |



Die Viega Holding GmbH & Co. KG ist die Konzern-Obergesellschaft des Viega-Konzerns, einem Hersteller von Sanitär- und Heizungstechnik mit Sitz in Attendorn. Bekanntestes Unternehmen ist die Viega GmbH & Co. KG ebenfalls mit Sitz in Attendorn.
Komplementärin ist seit dem 1. Januar 2025 die Viega Holding Beteiligungs B.V. mit Sitz im niederländischen Naarden.
Der Konzern befindet sich vollständig im Besitz der Familie Viegener.
Im Jahr 1899 gründete Franz-Anselm Viegener das Unternehmen in Attendorn. Zuerst verkaufte er Bier-Armaturen aus Messing. Kunden waren Brauereien und Gaststätten. Zwei Jahre später kaufte Franz-Anselm Viegener eine zuvor liquidierte Armaturenfabrik und verlagerte die Produktion auf Installationsmaterial für Wasserleitungen. In den darauffolgenden Jahren wuchs das Unternehmen kontinuierlich und beschäftigte 1913 bereits 30 Mitarbeiter. 1922 übernahmen die zwei Söhne des Gründers, Heinrich und Paul, die Geschäftsführung. Ab 1935 vertrieb das Unternehmen auch Ab- und Überlaufarmaturen für Waschbecken, Spülsteine und Badewannen. 1939 trat mit Walter Viegener Senior, Sohn von Heinrich Viegener, die dritte Generation in das Unternehmen ein. Sein Bruder Heinz folgte ihm 1945.
Während des Zweiten Weltkriegs war das Unternehmen im Auftrag des Rüstungskommandos Lüdenscheid neben der Fertigung von Gebrauchsgütern für die Produktion von Rüstungsgütern tätig. Um die geforderten Mengen an Munition herstellen zu können, wurden nicht nur einige Werkserweiterungen durchgeführt, sondern ab April 1942 bis Kriegsende insgesamt 163 Zwangsarbeiter aus der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik eingesetzt, deren Zuweisung über das Arbeitsamt Olpe erfolgte. Zahlreiche von ihnen wurden im September/Oktober 1944 bei der sogenannten „Westwall-Aktion“ eingesetzt, nachdem sie von Arbeiten bei Viega abgezogen worden waren. Einige wenige wurden wiederum an andere Betriebe abgegeben oder flüchteten aus Attendorn. Im April 2000 beteiligte sich das Unternehmen an der Stiftungsinitiative „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ), mit der deutsche Unternehmen zur Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter beitrugen.
Im Jahr 1963 ging das erste Zweigwerk in Lennestadt-Elspe in Betrieb. Mitinhaber der Franz Viegener II Armaturenfabrik und Metallgießerei in Attendorn war der 1926 geborene Fabrikant Elmar Viegener. Am Standort Attendorn-Ennest investierte das Unternehmen 1988 in eine leistungsfähige Rotguss-Gießerei. 1992 folgte die Eröffnung einer Produktionsstätte in Großheringen, 2004 der Kauf der Metallwerke Otto Dingerkus, Attendorn, und 2006 die Übernahme der Unternehmensgruppe Vanguard in den USA. Im selben Jahr wurde ein neues Fertigungszentrum am Standort Attendorn-Ennest eröffnet.
Im September 2006 hat die EU-Kommission gegen 30 kupferverarbeitende Unternehmen im Produktbereich Kupfer-Fittings Bußgelder wegen illegaler Preisabsprachen verhängt. Die Kommission stellte fest, dass Viega von 1988 bis 2004 an einem illegalen Wirtschaftskartell bezüglich Preisabsprachen, Rabattvereinbarungen und Festlegung von Preisuntergrenzen beteiligt war. Des Weiteren wurden Kunden aufgeteilt und untereinander wichtige und vertrauliche Geschäftsinformationen ausgetauscht. Das verhängte Bußgeld für Viega betrug 54,292 Millionen Euro.
2007 übernahm das Unternehmen die gabo Systemtechnik GmbH in Niederwinkling. 2009 folgte der Neubau einer Produktionsstätte in Niederwinkling. Im selben Jahr weihte das Unternehmen ein neues Werk in McPherson im US-Bundesstaat Kansas ein. Seit 2011 gehört die Oblamatik AG Chur, Schweiz, zur Unternehmensgruppe. Im Jahr 2013 beteiligte sich Viega an der Gründung des Joint Venture Jiangsu Jinyang Viega Plumbing Systems Co., Ltd. in Wuxi, China. In Wuxi werden Rohrleitungssysteme aus Edelstahl für den chinesischen Markt gefertigt. Ende 2017 wurde ein Werk im indischen Sanand in Betrieb genommen.
In der zweiten Hälfte der 2010er Jahre wurden aber auch die Produktionsstätten in Deutschland deutlich erweitert: Ende 2016 wurde eine neue Halle in Elspe in Betrieb genommen, ein Jahr später entstand eine neue Produktionshalle in Ennest. In der Verwaltung im Attendorner Stadtzentrum wurden zeitgleich Büroflächen für 200 neue Mitarbeiter geschaffen. Mit der „Viega-World“ entstand 2018 wiederum in Ennest ein Seminarzentrum, in dem jährlich rund 10.000 Besucher für Viega-Produkte geschult werden.
Die Viega-Produktpalette besteht aus über 17.000 Produkten aus den Produktbereichen Sanitär- und Heizungssysteme, Rohrleitungssysteme, Verbindungstechnik, Vorwand- und Spülsysteme und Entwässerungstechnik. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen Weltmarktführer in der Pressverbindungstechnik. 1995 brachte Viega die Pressverbindungstechnik für Kupfer auf den Markt. Mittlerweile bietet das Unternehmen Pressverbinder aus verschiedenen Werkstoffen wie Kupfer, Rotguss, Edelstahl und Stahl für verschiedene Medien an (beispielsweise Trinkwasser, Heizwasser, Gas, Druckluft, ölhaltige Medien oder Kühlwasser). Diese werden unter anderem als Marken Profipress, Megapress, Prestabo, Sanpress, Sanpress Inox und Raxofix vertrieben.
Daneben gehören Systeme für die Flächenheizung für Boden, Decke und Wand zum Programm. Für die Installation von WCs, Bidets und Urinalen produziert das Unternehmen verschiedene Vorwandelemente für den Nass- und Trockenbau. Im Produktbereich Entwässerungstechnik liegt der Schwerpunkt auf Abläufen für Bade- und Duschwannen, Waschtische und Bidets, Spülen und Ausgüsse, WCs und Urinale sowie Duschrinnen, Bad- und Bodenabläufe.
Pressverbinder von Viega sind unter anderem in der Elbphilharmonie in Hamburg, in Fußballstadien wie der Allianz Arena in München und dem Signal Iduna Park in Dortmund, im US-Verteidigungsministerium Pentagon sowie in der Freiheitsstatue verbaut.
Sitz der Verwaltung ist in Attendorn im südlichen Sauerland. Sitz der US-amerikanischen Tochter ist Broomfield (Colorado). Produziert wird in den Werken in Lennestadt-Elspe, Attendorn-Ennest, im thüringischen Großheringen, im bayerischen Niederwinkling, im saarländischen Kirkel, im schweizerischen Chur, in McPherson (Kansas, USA), Mantua (Ohio, USA) und in Sanand (Indien).
Produkte des Unternehmens sind mit einer Reihe von internationalen Designpreisen ausgezeichnet worden, darunter der Red Dot Design Award, der IF Design Award, der German Design Award, der Design Plus Preis sowie Focus Open. Die Firmeninhaber erhielten 2014 den Thüringer Verdienstorden. Daneben erhielt das Unternehmen Ehrungen für das Ausbildungsengagement.
Koordinaten: 51° 7′ 53″ N, 7° 54′ 17,8″ O