Viktor Bentz (* 31. August 1893 in Linz; † 15./16. März 1938 bei Gallneukirchen) war ein österreichischer Beamter und Polizeidirektor in Linz. Bentz war als Polizeipräsident unmittelbar in die Vorgänge um den Beginn des Februaraufstands 1934 verwickelt, die in Linz ihren Anfang nahmen. Er wurde wenige Tage nach dem Anschluss Österreichs durch Nationalsozialisten ermordet und gehört damit zu den ersten österreichischen Todesopfern der NS-Diktatur.
Viktor Bentz war 1933 bereits Polizeirat und Zentralinspektor bei der Sicherheitswache der Bundespolizei-Direktion Linz und ist 1932 als Mitglied des Oberösterreichischen Musealvereins verzeichnet.
Im Frühjahr 1934 war er, zu dieser Zeit Oberpolizeirat und Polizeidirektor von Linz, unmittelbar in die Vorgänge des Ausbruchs der Februarkämpfe verwickelt. Bentz bewohnte mit seiner Frau Ida ein Appartement in der Landstraße 34, das sich direkt neben dem Hotel „Schiff“ befand. Das Hotel diente als Zentrale der österreichischen sozialdemokratischen Partei und als Rückzugsort ihres paramilitärischen Armes, des Republikanischen Schutzbundes. In den frühen Morgenstunden des 12. Februars vernahm Bentz verdächtige Geräusche und Bewegungen aus dem benachbarten Gebäude und setzte sich telefonisch mit dem Sicherheitsdirektor von Oberösterreich, Hans von Hammerstein-Equord, in Verbindung. Polizeichef Bentz schlug vor, noch vor der ohnehin geplanten Waffensuche im Städtischen Parkbad, das der sozialdemokratischen Stadtverwaltung unterstand, auch die Parteizentrale unverzüglich zu durchsuchen. Die folgende Razzia führte zu schweren Schusswechseln im Parteigebäude zwischen Schutzbündlern und Sicherheitskräften und bildete den Startpunkt für den wenige Tage andauernden Aufstand der Sozialdemokraten.
Während des Verbots der österreichischen NSDAP ab 1933 wurden die illegalen Aktivitäten ihrer Mitglieder auch von der Linzer Polizei verfolgt, so war unter der Behördenleitung von Bentz unter anderem Oberkommissär Ludwig Bernegger als staatspolizeilicher Referent für NSDAP-Angelegenheiten tätig.
In der Nacht vom 11. zum 12. März 1938 besetzte die Linzer SS, unter ihnen auch der Jurist und spätere Linzer Polizeipräsident Josef Plakolm, die Polizeidirektion in der Mozartstraße. Man teilte Viktor Bentz mit, dass die Schutzstaffel im Auftrag des „neuen“, tatsächlich noch gar nicht ernannten, Bundeskanzlers Arthur Seyß-Inquart das Amt zu übernehmen habe. Zur gleichen Zeit wurden auch die Sicherheitsdirektion, das Rathaus, das Landesgendarmeriekommando sowie weitere Behörden und öffentliche Gebäude unter Beschlag genommen. Bentz übergab die Polizeidirektion ordnungsgemäß, hielt seine Beamten zur weiteren Diensterfüllung gegenüber der neuen Regierung und den NS-Formationen an und zog sich dann in seine Sommerresidenz nach Schloss Haus bei Wartberg ob der Aist zurück.
Am 15. oder 16. März wurde Bentz in seiner Wohnstätte von der SS abgeholt und anschließend in einem Wald oberhalb des Tumbachbergs bei Gallneukirchen „auf der Flucht“ erschossen. Seine Leiche wurde unverzüglich im Steyrer Krematorium eingeäschert und die Urne anschließend seiner Frau übergeben.
Viktor Bentz gehört damit nebst drei ihm unterstellter Beamter, namentlich Kriminal-Oberinspektor Josef Schmirl, Polizeijurist Ludwig Bernegger und Kriminal-Revierinspektor Ludwig Feldmann zu den ersten Todesopfern des Nationalsozialismus im „angeschlossenen“ Österreich. Die Morde wurden mutmaßlich am 13. März von Adolf Hitler in Linz bewilligt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bentz, Viktor |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Beamter und Polizeidirektor in Linz |
| GEBURTSDATUM | 31. August 1893 |
| GEBURTSORT | Linz |
| STERBEDATUM | 15. März 1938 oder 16. März 1938 |
| STERBEORT | bei Gallneukirchen |