Viktor Redtenbacher

Viktor Redtenbacher (* 19. August 1920 in Wien; † 31. Januar 2009 ebenda) war ein österreichischer Jurist, Musiker und 1955–1983 Konzertmeister beim Radio-Symphonieorchester Wien (ORF).

Leben

Das Grab Redtenbacher und Rossner am Friedhof der katholischen Pfarrkirche in Kirchdorf an der Krems.

Redtenbacher wurde als Sohn eines Mehrsprachenkorrespondenten aus einer alten Sensenmacherfamilie geboren und besuchte von 1930 bis 1938 die Mittelschule (Gymnasium und Realgymnasium) in Wien. In den Jahren 1935 bis 1937 machte er eine Ausbildung zum Stenografen in Deutsch und Englisch. Bereits im Alter von 8 Jahren wurde er vom philharmonischen Solobratschisten Karl Freith in Violine, Viola, Klavier und Kammermusik unterrichtet. Mit 12 Jahren spielte er regelmäßig in einem Literatenzirkel der Wiener Kammermusik.

In den Jahren 1938 bis 1940 studierte er der Universität Wien Rechtswissenschaften und an der Musikakademie Wien. Während seines Studiums in Wien wurde er 1938 Mitglied der Kameradschaft Hans Kudlich des NSDStB (zuvor und nach 1945 wieder Wiener akademische Burschenschaft Silesia). Am 31. Mai 1938 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 6.390.378). An der Musikakademie machte er 1939 seinen Abschluss für das Lehramt Violine. Im Anschluss besuchte er mehrere Jahre lang Sommerkurse am Mozarteum in Salzburg bei Wolfgang Schneiderhan, dessen Assistent und Vertreter in der Staatsakademie für Musik er in den Jahren 1948 bis 1952 war. 1940 war er als Referendar sowie Assessor tätig und wurde Konzertmeister. Am Zweiten Weltkrieg nahm er nach Einberufung zur Wehrmacht 1940 aufgrund seiner elektrotechnischen Kenntnisse als Fernschreib-Spezialist und Ausbilder teil, zuletzt als Unteroffizier. Vereinzelt war er als Substitut im Opern- und Philharmonischen Orchester tätig, bevor er 1947 endgültig als Primgeiger im Staatsopernorchester der Volksoper angestellt wurde. 1948 wurde er am Kriminaltechnischen Institut in Wien zum Dr. iur. promoviert, nachdem er sich dort zwei Jahre lang hat ausbilden lassen. In dieser Zeit war er nebenbei als Personalvertreter im Rahmen der Bundestheater und als Rechnungsprüfer im Gewerkschaftsbereich tätig.

Nach einer Serie von Kammermusikaufnahmen beim Sender Rot-Weiß-Rot und solistischem Auftreten, ging er 1955 endgültig zum Österreichischen Rundfunk (ORF). Dort war er unter Heinrich Kralik und Karl Halusa (1906–1959) Konzertmeister für ernste Musik und Leiter der Kammermusikvereinigung. In seiner über 25-jährigen Tätigkeit bis 1983 entstanden 50 Aufnahmen als Solist und 350 Produktionen Kammermusik, darunter ca. 130 Uraufführungen. Er arbeitete ca. 20 Jahre für das Wiener Ensemble Die Reihe. Im Fernsehen gestaltete er Reportagen zu den Tathintergründen in den Opern Evangelimann und Bajazzo. Aufgrund einer alten Familientradition schrieb er ein Drehbuch über Sensenerzeugung und beriet bei den Außenaufnahmen. 1991 trat er wegen seines Orchesterbuchs in der NDR-Talkshow auf. Ab 1991 forschte er zum Morddrama in Georg Kaisers Oper Rosamunde Floris.

1951 heiratete Redtenbacher. Er hatte zwei Töchter. Er lebte in Wien, Kirchdorf an der Krems und Gießhübl und starb 2009 in Wien.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Ehrungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/33961550