| Vingroup | |
|---|---|
| Rechtsform | Joint Stock Company |
| ISIN | VN000000VIC9 |
| Gründung | 1993 |
| Sitz | Hanoi |
| Leitung | Phạm Nhật Vượng (Vorsitzender)
Dương Thị Mai Hoa (CEO) |
| Mitarbeiterzahl | 40.000 |
| Website | https://vingroup.net/en |
Vingroup ist ein Mischkonzern mit Hauptsitz in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. Vorsitzender des Unternehmens ist Phạm Nhật Vượng, der erste Milliardär und reichste Mann Vietnams.
Als Vorläufer der heutigen Vingroup gründete Phạm Nhật Vượng 1993 in der Ukraine den Lebensmittelkonzern Technocom, der sich auf die Herstellung von Fertigprodukten, insbesondere Nudeln, spezialisierte. Mit der Marke Mivina war das Unternehmen überaus erfolgreich und wurde zu einem der größten Unternehmen der Ukraine. Seit 2000 macht der Konzern Geschäfte in Vietnam, wobei zu Beginn vor allem der Immobiliensektor im Zentrum der Geschäftstätigkeit stand. Begründet wird die Verlagerung des Geschäfts nach Vietnam mit dem Wunsch des Firmengründers, zur Entwicklung seines Heimatlandes beizutragen. Bald expandierte der Konzern, der seit 2007 unter dem Namen Vingroup agiert, und wurde im Einzelhandel und im Gesundheitssektor zu einem der führenden Unternehmen Vietnams. Heute sind Tochterunternehmen der Vingroup in vielen Branchen in Vietnam führend.
2009 kaufte Nestlé das Unternehmen Technocom für 150 Millionen US-Dollar.
2013 investierte der US-amerikanische Investmentfonds Warburg Pincus 200 Millionen US-Dollar in das Unternehmen, damit dieses seine Tätigkeiten in den Bereichen Krankenhäuser, Schulen, Handelseinrichtungen und Tourismus ausbauen konnte.
Im Jahresbericht 2015 legte Vingroup einen Fünf-Jahres-Plan zur Fortsetzung des rasanten Wachstums des Unternehmens vor. Insbesondere die Tochterunternehmen Vinmart und Vinpearls sollen nach dem Plan stark wachsen. Außerdem rief der vorgelegte Plan ein Jahr der Effizienz und der Qualität aus. Im Rahmen dieses Projekts wurden Veränderungen in den Bereichen Unternehmensführung und Personalwesen angestoßen.
Aufsehen erregte das Projekt des Konzerns, eine Autoproduktion in Vietnam aufzubauen. 2017 begann der Bau einer Fabrik in Haiphong, der inzwischen abgeschlossen ist.

Im April 2018 wurde das Hochhaus Vincom Landmark 81 fertiggestellt, das mit einer Höhe von 461,5 Metern das zweithöchste Gebäude Südostasiens ist. Es steht im Vinhomes Central Park, einem von Vincity angelegten Stadtviertel im Osten von Ho-Chi-Minh-Stadt.
Im Juli 2018 schloss Vingroup einen Vertrag mit dem spanischen Unternehmen Mundo Reader S.L., der besagt, dass Vingroups Tochterunternehmen VSmart künftig Geräte der Marke BQ produzieren und vertreiben darf.
Im August 2018 kündigte die Vingroup die Gründung eines Technik-Hubs in Hanoi an. Das dem Silicon Valley nachempfundene Technikzentrum soll sich insbesondere der künstlichen Intelligenz widmen.
Die Vingroup ist eines der wenigen komplett nicht-staatlichen Unternehmen in Vietnam und an der Ho Chi Minh City Stock Exchange gelistet. 30 Prozent der Anteile hält Gründer Phạm Nhật Vượng, ausländische Investoren kommen auf insgesamt 15 Prozent der Anteile am Mischkonzern. Der Wert der Aktien entwickelte sich mit einem jährlichen Wachstum von bis zu 75 Prozent außerordentlich positiv.
Der Mischkonzern mit seinen vielen Tochterunternehmen ist in sieben Geschäftsbereiche gegliedert.
Investitionen in Immobilien stellten den Beginn der unternehmerischen Tätigkeit der Vingroup in Vietnam dar. Heute sind drei Marken des Konzerns in diesem Bereich tätig.

Zu dem Konzern gehören Hotels und Ressorts. Die Entwicklung des Tourismus zählt zu den Zielen des Gründers Phạm Nhật Vượng.

Der Einzelhandel zählt zu den ältesten Geschäftszweigen des Unternehmens.
Die Vingroup ist an zahlreichen Krankenhäusern beteiligt.
Das Engagement im Bereich Bildung ist Teil von Phạm Nhật Vượngs Wunsch, mit seiner unternehmerischen Tätigkeit die Entwicklung Vietnams anzutreiben.
Im Bereich der Landwirtschaft arbeitet die Vingroup an nachhaltigen Arten der Landwirtschaft.
Im Bereich der Industrie ist insbesondere das ambitionierte Projekt des vietnamesischen Autos zu finden.
Im September 2025 kündigte die Vingroup in vietnamesischen Medien an, gegen 68 Organisationen und Einzelpersonen in aller Welt juristisch vorzugehen, die im Internet Nachrichten über das Unternehmen verbreitet hatten, die Vingroup als „Fake News“ bezeichnete.
In Deutschland sind drei vietnamesischsprachige Publizisten, allesamt vietnamesische Dissidenten und Exiljournalisten, davon betroffen: der Exiljournalist Trung Khoa Lê aus Berlin, der Menschenrechtler und ehemalige politische Gefangene in Vietnam, der Träger des Menschenrechtspreises des Deutschen Richterbundes, Nguyễn Văn Đài aus Hessen sowie die Bürgerrechtlerin und ehemalige politische Gefangene Hue Nhu aus Hessen. Sie werden aufgrund ihrer publizistischen Tätigkeit aus dem deutschen Exil heraus von Vingroup und seinem Tochterunternehmen Vinfast Germany GmbH mit teuren Abmahnungen und Gerichtsverfahren geradezu überhäuft.
Am 4. November 2025 wies das Berliner Landgericht die erste Klage des Unternehmens Vinfast Germany GmbH gegen Trung Khoa Lê weitgehend zurück. Das Landgericht untersagte dem Journalisten zwar, weiterhin zu behaupten, Vinfast hätte ihm Bestechungsgeld dafür angeboten, wenn er bestimmte Aussagen zu dem Unternehmen löschen bzw. nicht wiederholen würde. Alle anderen von Vinfast beanstandeten Aussagen stufte das Landgericht als zulässige Meinungsäußerungen ein.
Das in den USA unabhängig von der vietnamesischen Zensur erscheinende „The Vietnamese Magazine“ spricht von einem „gescheiterter Sieg“ der Vingroup, das ihre Möglichkeiten einschränkt, international wie in Vietnam „das Recht als Abschreckungsmittel gegen Kritiker einzusetzen. (…) Trotz hochkarätiger Anwälte und des Vorteils der strengen deutschen Meinungsfreiheit (…) hatte Vingroup Schwierigkeiten.“ Das Magazin wertet jedoch, dass Vingroup „Kritiker vor Gericht stellte“ und damit „unabhängige Journalisten und Aktivisten erheblich unter Druck“ setzte. „Das Spektakel einer Gerichtsverhandlung dient als Warnung: Widerspruch hat seinen Preis. (…) Allein durch die Ankündigung, zu klagen, fördert das Unternehmen ein ruhigeres und gefügigeres Medienklima.“