Amt Trebbin

Das Amt Trebbin war ein kurfürstlich-brandenburgisches Amt, das sich aus der Vogtei Trebbin im Laufe des 15. Jahrhunderts herausbildete und bis 1822 existierte. In diesem Jahr wurde es aufgelöst und seine Rechte und Renten auf das kurfürstlich-brandenburgische Amt Zossen übertragen. Es lag komplett auf dem heutigen Stadtgebiet von Trebbin (Landkreis Teltow-Fläming, Brandenburg). Die Vogtei war eng mit der Burg von Trebbin, später auch Schloss genannt, verknüpft. Meist waren die Besitzer des Schlosses auch die Inhaber der Vogtei. Es war ein kleines Amt, zu dem ursprünglich nur drei Dörfer und die Stadt Trebbin gehörte. Mit dem Erwerb eines Teils von Thyrow im 15. Jahrhundert gelang nur eine kleine Erweiterung des Amtsgebietes. Der Name dieses mittelalterlichen-neuzeitlichen Amtes wurde 1992 wieder aufgegriffen, als sich im Zuge der Ämterverwaltung in Brandenburg zwölf Gemeinden in der näheren Umgebung von Trebbin und die Stadt Trebbin selber zum Amt Trebbin zusammenschlossen.

Geographische Lage

Das Amtsgebiet bzw. die frühere Vogtei lag um die heutige Stadt Trebbin herum, wobei Trebbin an der nordwestlichen Grenze lag, die drei (ursprünglichen) Amtsdörfer lagen südlich der Stadt. Mit dem Teilerwerb von Thyrow gelang noch eine Erweiterung im Norden nördlich des Nuthegrabens. Heute gehört das Amtsgebiet vollständig zur Stadt Trebbin (und damit zum Landkreis Teltow-Fläming), macht aber nur einen kleineren Teil der Gesamtfläche der Stadt aus. Nach der Schmettauschen Karte von 1767/87 lag das „alte Amt“ (Amtsgebäude) am südlichen Rand des alten Stadtkern, das (neue) „Amt“ dagegen nordöstlich der Stadt. Das „alte Amt“ war die Burg von Trebbin, die jedoch im 18. Jahrhundert verfiel.

Karte der Stadt Trebbin, Ausschnitt aus der Schmettau’schen Karte aus den Jahren 1767 bis 1787. Am unteren Stadtrand Bezeichnung altes Amt (= Burg)
Stadt Trebbin auf Urmesstischblatt (Blatt Trebbin 3745) von 1840

Geschichte

Das Amt bzw. die Vogtei Trebbin geht auf eine landesherrliche Burg (im 15. Jahrhundert dann Schloss genannt, 1767: „altes Amt“) in Trebbin zurück, die der Markgraf von einem Vogt, später auch Hauptmann oder Amtmann verwalten ließ, oder auch recht häufig verpfändete. Das Gebiet der Vogtei Trebbin war mit drei Dörfern und der Stadt Trebbin relativ klein. Dies führte zur Ansicht, dass die Vogtei bzw. das Amt Trebbin nur ein Teil des ursprünglichen Burgwartbezirks der Burg Trebbin war. Zur Versorgung der Burg und zur Entlohnung des Vogts, der auch eine Anzahl Bewaffneter zu unterhalten hatte, wurden der Vogtei bereits von Anbeginn gewisse Einkünfte zugewiesen. Der Vogt und seine Bewaffneten hatten für die Sicherheit auf den Landstraßen im Bereich der Vogtei zu sorgen, das Gericht der Vogtei zu verwalten und die im Bereich der Vogtei anfallenden Einkünfte des Markgrafen einzutreiben.

Zugehörige Dörfer und Einkünfte

Zu den Einkünften des Amtes Trebbin gehörten der Zoll und das Geleit, die auf 12 Groschen taxiert wurden, die Abgaben der Mühle in der Stadt Trebbin in Höhe von 8 Wispel Korn und zwei Krüge Honig oder umgerechnet 1½ Schock Groschen. Weiter kam hinzu 24 Hühner und zwei Pfund Pfeffer von einigen Ländereien.

Politische Geschichte

Vermutlich stellte die Vogtei Trebbin nur ein kleiner Teil des ursprünglichen Burgwards dar, denn eine ganze Reihe weiterer Dörfer mussten Abgaben an den Trebbiner Pfarrer leisten. Bei anderen ist ein späterer Verkauf dokumentiert.

Vögte und Amtmänner

Die Burg und Vogtei Trebbin war häufig verpfändet oder verliehen und nicht mehr im direkten Besitz des Markgrafen. Häufig hatten Adlige ihm Geld vorgestreckt, dafür erhielten sie die Vogtei Trebbin und seine Einkünfte für einige Jahre pfandweise oder auf Lebenszeit. Im 17. Jahrhundert wurde sie dann fast ausschließlich von Amtleuten, also Verwaltungsfachleuten geführt. Die Besitzer der Burg und die Vögte der Vogtei Trebbin bzw. später die Hauptmänner oder Amtmänner sind nur sehr lückenhaft bekannt.

Auflösung des Amtes

1822 wurde das Amt Trebbin aufgelöst und zum Amt Zossen geschlagen. Dieses wurde wiederum 1872 aufgelöst. Die Amtsgebäude und verschiedene andere Liegenschaften, die zum Amt Trebbin gehört hatten, wurden 1826 verkauft.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Heinrich von Trebbin zu Blankensee verkauft dem Kloster die Dörfer Nettgendorf, Dobbrikow, Mellen, Hennickendorf und Märtensmühle, mehrere Seen und den Seebruch-Pfuhl an der Grenze zum Lehniner Klosterwald und befreit sie von Ansprüchen seines Ministerialen Sander zu "Sonnenborch". 1307, in: (Online Recherche) Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA) Potsdam.
  2. ↑ Friedrich Beck: Urkundeninventar des Brandenburgischen Landeshauptarchivs – Kurmark, 2: Städtische Institutionen und adlige Herrschaften und Güter. VII, 820 S., in: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs Potsdam; 45, Berlin-Verlag Spitz, Berlin 2002, S. 650. ISBN 3-83050292-3.
  3. ↑ Johann Ulrich von König: Des Freyherrn von Canitz Gedichte. Belin & Leipzig, Haude & Spener 1750. S. 46.
  4. ↑ Adres-Calender, der sämtlichen Königl. Preuß. Lande und Provinzien, auser den Residenzien Berlin, dem Königreiche Preussen und dem Souverainen Herzogthume Schlesien; der darinnen befindlichen hohen und niedern Collegien, Instanzien und Expeditionen, ingleichen der Königl. Bediente, Magisträte, Universitäten, Prediger etc. auf das Jahr MDCCLXXV (1775). 582 S., Hrsg. Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 1775, S. 72 f. SLUB
  5. ↑ Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1798. 444 S., nebst einen Anhang, 94 S., George Decker d. J., Berlin 1798, S. 57.
  6. ↑ Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1799. 454 S., George Decker d. J., Berlin 1799, S. 96.
  7. ↑ Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1800. 459 S., nebst einem Anhang mit 106 S., Georg Decker d. J., Berlin 1800, S. 65.
  8. ↑ Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1818. 459 S., Georg Decker / Rudolf Ludwig (von) Decker, Berlin 1818, S. 188.
  9. ↑ Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1821. 518 S., Rudolf Ludwig (von) Decker (Geheime Ober-Hofbuchdruckerei), Berlin 1821, S. 214.
  10. ↑ Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1824. 498 S., Rudolf Ludwig (von) Decker, Berlin 1824 S. 182.
  11. ↑ Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin, Extrablatt zum 19. Stück des Amtsblatts vom 12. Mai 1826, Potsdam 1826, S. CXI.