Volker Harms (* 13. Oktober 1941 in Wilhelmshaven) ist ein deutscher Ethnologe an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Sein geographisches Spezialgebiet ist West-Polynesien, seine Sachgebiete sind Museumsethnologie, Museumspädagogik, Materielle Kultur, Ethik der ethnographischen Forschungen und Fachgeschichte der Ethnologie.

Nach seiner 1962 erfolgten Reifeprüfung in Hamburg studierte Volker Harms zunächst Kunstgeschichte, Romanistik und Klassische Archäologie an der Universität Hamburg, wechselte jedoch nach einem Semester zum Fach Ethnologie, hinzu kamen als Nebenfächer Soziologie und Vergleichende Erziehungswissenschaft. Seine Promotion erfolgte 1969 in Hamburg bei Erhard Schlesier. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Göttingen. Er forschte zunächst über die hochschuldidaktischen Möglichkeiten des Projektstudiums in der Ethnologie. Dann schloss er sich einem interdisziplinär organisierten Handlungsforschungs-Projekt zu Problemen des sozialen Vorurteils bei Grundschulkindern an. Er verfasste zwei der drei Zielbegründungen des Projekts und übernahm wesentliche Aufgaben für die inhaltliche Gestaltung des dritten Themenbereichs, der den sozialen Vorurteilen gegenüber Afrikanern gewidmet wurde. Für das Ergebnis ihrer Arbeit erhielt die Projekt-Gruppe den „Grundschulpreis '76“ Dies führte zu einem Langzeit-Programm mit dem Thema „Unterricht über die Dritte Welt“, das an der Universität Bremen eingerichtet wurde und an dem Harms sich kontinuierlich mit eigenen Projekten beteiligte.
Mit seinem Wechsel an das Überseemuseum in Bremen ab dem Jahr 1978 wurden Museumsethnologie und Museumspädagogik zu seinen zentralen Arbeitsfeldern. Zu einem besonderen Erfolg wurde eine in Zusammenarbeit mit der Völkerkunde-Sammlung in Lübeck speziell für Schulkinder konzipierte und organisierte Wander-Ausstellung mit dem Titel „Afrikanische Kinder als Konstrukteure“. Die Ausstellung reiste in einem fahrbaren Container in den Jahren 1979 und 1980, begleitet von einem Museumspädagogen, auf einer Tour von Schulhof zu Schulhof sowohl durch Westdeutschland als auch für mehrere Wochen durch den Südosten von Frankreich.
Nach der Ausarbeitung eines Konzepts für Museumspädagogik im Übersee-Museum wechselte Harms 1980 als Dozent (Wissenschaftlicher Oberrat) und Kustos der dortigen Ethnologischen Sammlung an das Institut für Ethnologie der Eberhard Karls Universität Tübingen. Besondere Bedeutung erzielte 1984 eine Ausstellung und ihr Katalog mit dem Thema Andenken an den Kolonialismus. Mit Bezug darauf und einem parallel dazu publizierten Essay wurde Harms 1986 zu einer kurzfristigen Gast-Dozentur an die Humboldt-Universität in Ost-Berlin eingeladen. 1987 hielt er sich drei Monate auf den Atollen Funafuti und Nukufetau des Inselstaats Tuvalu für forschendes Sammeln und zwei Monate auf der Inselgruppe Wallis und Futuna für Archivforschungen auf, mit dem Ertrag von zum einen einer Reihe von Aufsatzpublikationen, zum anderen einer 150 ethnographische Objekte umfassenden Sammlung, zu der u. a. ein Original-Auslegerboot mit zwei austauschbaren Segeln gehört, das erste in traditioneller Weise aus Palmblatt-Material geflochten, das zweite in aktueller Form aus importiertem Baumwoll-Stoff genäht.
Weltweites Aufsehen erregte seine erstmals 1998 publizierte Entdeckung, dass ein Wandpaneel mit einer Ahnendarstellung der Maori in der ethnologischen Sammlung der Universität Tübingen von der ersten Südsee-Expedition (1768–1771) von James Cook stammte („Tübinger Poupou“). Es soll im März 2026 an die Maori in Neuseeland zurückgegeben werden. Ebenfalls 1998 eröffnete er die ständige Ausstellung der Tübinger Ethnologischen Sammlung mit dem Titel „Weltkulturen“.
Im Weiteren – auch nach seiner Pensionierung 2006 – konzentrierte er sich vor allem auf Museumsethnologie, Ethik der Ethnologie und Fachgeschichte der Ethnologie.
| Personendaten | |
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| NAME | Harms, Volker |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Ethnologe |
| GEBURTSDATUM | 13. Oktober 1941 |
| GEBURTSORT | Wilhelmshaven |