| Vossen GmbH & Co. KG | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Gründung | 6. Mai 1925 |
| Sitz | Jennersdorf, Österreich |
| Leitung | Marco Talasz Michael Unger |
| Mitarbeiterzahl | 250 |
| Umsatz | 34 Millionen € (2016) |
| Branche | Textilbranche |
| Website | https://www.vossen.com/ |
Die Vossen GmbH & Co. KG ist ein 1925 in Gütersloh gegründeter Hersteller von Frottierwaren mit Sitz und Produktion in Jennersdorf im Burgenland. Das Unternehmen gehört seit 2004 zur Linz Textil Holding AG.
Der Unternehmensgründer Burghardt Vossen (1895–1981) stammte aus einer Gütersloher Kornbrennerfamilie und betrieb zunächst eine Schraubenfabrik. Auf einer Englandreise lernte er Frottierhandtücher kennen, die in Deutschland damals als Luxusprodukt galten. Am 6. Mai 1925 nahm er in Gütersloh mit sechs Beschäftigten und teils selbst umgebauten Maschinen die Produktion von Frottiertüchern auf.
1927 entwickelte Vossen gemeinsam mit einer Schweizer Maschinenfabrik einen Buntfrottier-Automaten, der das Einweben mehrerer Farben ermöglichte. Rund zehn Jahre nach der Gründung beschäftigte das Unternehmen etwa 400 Mitarbeiter im Dreischichtbetrieb. 1951 meldete Vossen einen Haus- und Bademantel aus Frottier zum Patent an. Am 4. September 1963 zerstörte ein Großbrand weite Teile des Gütersloher Werks, das anschließend wieder aufgebaut wurde.
In den 1970er Jahren übernahm sein Sohn Norbert Vossen die Geschäftsführung. In Spitzenzeiten beschäftigte das Unternehmen rund 3.500 Mitarbeiter an mehreren Standorten in Deutschland und im Ausland. Burghardt Vossen starb am 4. Juli 1981.
Auf Betreiben des Vereins zur Förderung der Burgenländischen Industrie siedelte sich Vossen ab 1961 im Südburgenland an. Ausschlaggebend waren unter anderem die Nähe zur Raab, günstiges Bauland sowie die Lage im EFTA-Raum, die Exporte nach Großbritannien erleichterte. Zunächst entstand eine Näherei im nahegelegenen Neumarkt an der Raab, 1963 wurde das Werk in Jennersdorf eröffnet. Es war als vollstufiger Textilbetrieb von der Spinnerei über Weberei, Färberei und Ausrüstung bis zur Konfektion angelegt.
Am 26. November 1976 erhielt Vossen Jennersdorf die Berechtigung zur Führung des Österreichisches Staatswappen|österreichischen Staatswappens im Geschäftsverkehr.
Mitte der 1990er Jahre geriet das Unternehmen durch Importe aus Asien unter Druck. Im Dezember 1996 wurde Konkurs angemeldet. In der Folge wurden alle Standorte mit Ausnahme von Jennersdorf geschlossen, darunter das ehemalige Hauptwerk in Gütersloh-Kattenstroth. 2004 übernahm die Linz Textil Holding AG unter ihrem damaligen Vorstandsvorsitzenden Dionys Lehner das Unternehmen vollständig, nachdem es vor der Schließung gestanden hatte. 2025 beging Vossen sein 100-jähriges Bestehen.
Am Standort Jennersdorf sind rund 250 Mitarbeiter beschäftigt; das Unternehmen bildet in acht Lehrberufen aus. Nach Unternehmensangaben werden jährlich rund 1.400 Tonnen Rohgarn zu etwa 5,3 Millionen Produkten verarbeitet. Der Exportanteil liegt bei rund 65 Prozent, exportiert wird in 45 Länder (Stand 2025). Das Werk liegt im Naturpark Raab-Örség-Goričko. Ein Vertriebsbüro besteht in Bielefeld.
Das Sortiment umfasst Hand-, Dusch-, Bade-, Sauna- und Strandtücher, Bademäntel, Badteppiche sowie Küchentextilien. Die nach Unternehmensangaben erfolgreichste Kollektion ist Calypso Feeling, von der über 85 Millionen Teile verkauft wurden.
Zu den Produktentwicklungen der letzten Jahre zählen nach Unternehmensangaben:
Die Produkte sind nach OEKO-TEX Standard 100 und Made in Green zertifiziert, der Standort ist STEP-zertifiziert.
Vossen arbeitete mit Designern und Künstlern zusammen, darunter Friedensreich Hundertwasser, Lena Hoschek, Marina Hoermanseder, Eva Poleschinski, das Modelabel Kalissi und die Brillenmarke Andy Wolf.
In den 1980er Jahren warb Roberto Blanco in Print- und Fernsehwerbung für die Kollektion Calypso. Bekannt wurde zudem Udo Jürgens, der bei Zugaben seiner Konzerte regelmäßig in einem weißen Vossen-Bademantel auftrat. Das Unternehmen war über Jahre Sponsor bei Tennisturnieren.
Nach eigener Darstellung versteht sich Vossen heute als Lifestyle-Marke für Heimtextilien, deren Schwerpunkte auf Qualität, Farbvielfalt, Design und Nachhaltigkeit liegen. Das Unternehmen betont dabei die Produktion „Made in Austria“ und bezeichnet sich als einen der letzten Textilhersteller mit regionaler Produktion in Österreich.
Farben gelten als zentraler Bestandteil der Markenidentität. Neue Farben und Kollektionen entwickelt ein eigenes Design-Atelier in Jennersdorf unter Creative Director Michaela Samer etwa zwei Jahre im Voraus, unter anderem gemeinsam mit dem Designer Adolfo Carrara. Für das Färben nutzt Vossen ein Kaltklotz-Verfahren und gibt für seine Frottierprodukte eine lebenslange Farbechtheit an. Mit der Airpillow Technology werden nach Unternehmensangaben Luftpolster im Florgewebe erzeugt, die die Saugfähigkeit und Weichheit erhöhen sollen.