Wachstedt

Wappen Deutschlandkarte
Wachstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wachstedt hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 51° 18′ N, 10° 15′ OKoordinaten: 51° 18′ N, 10° 15′ O
Bundesland:Thüringen
Landkreis: Eichsfeld
Verwaltungs­gemeinschaft: Westerwald-Obereichsfeld
Höhe: 475 m ü. NHN
Fläche: 17,47 km²
Einwohner: 451 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37359
Vorwahl: 036075
Kfz-Kennzeichen: EIC, HIG, WBS
Gemeindeschlüssel: 16 0 61 101
Adresse der Verbandsverwaltung: Neue Str. 16
37359 Küllstedt
Website: www.westerwald-obereichsfeld.de
Bürgermeister: Thomas Gunkel (Freie Wähler Eichsfeld-Wachstedt)
Lage der Gemeinde Wachstedt im Landkreis Eichsfeld
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Karte

Wachstedt ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Westerwald-Obereichsfeld.

Geographische Lage

Wachstedt von Süden (2012)

Wachstedt liegt auf dem Plateau des Oberen Eichsfeldes nordöstlich des bewaldeten Höhenzugs Westerwald am Ostrand des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal. Weiter südöstlich beginnt das Thüringer Becken. Die nächstgelegene Stadt Dingelstädt liegt ungefähr 5 Kilometer in nordöstlicher Richtung und die Kreisstadt Heilbad Heiligenstadt 11 Kilometer in nordwestlicher Richtung. Im Dorf entspringt der Steingraben, ein nördlicher Zufluss der Lutter.

Zur Gemarkung Wachstedt gehört noch der ungefähr zwei Kilometer nordwestlich gelegene Einzelhof Neuhaus (Ersterwähnung 1291) und das Forsthaus Westerwald auf dem 504 m hohen Amtklafter. Die Gemarkung befindet sich in einer Höhenlage von ca. 300 m im Tal unterhalb der Burg Gleichenstein und 520 m nordwestlich von Wachstedt.

Geschichte

Historische Ansichtskarte von Wachstedt

Wachstedt wurde 1134 in einer Schenkungsurkunde Ditmars von Kirchberg erstmals erwähnt und gehörte bis zur Säkularisation 1802 zu Kurmainz. 1525 wurde im Bauernkrieg Wachstedt vom Adel verwüstet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort 1632 von den Truppen des Bernhard von Weimar niedergebrannt. 1802 bis 1807 wurde der Ort preußisch und kam dann zum Königreich Westphalen. Von 1815 bis 1945 war er Teil der preußischen Provinz Sachsen. Um 1900 entstand eine Zigarrenfabrik am Ort.

Im Zweiten Weltkrieg mussten Zwangsarbeiter aus der UdSSR bei Bauern im Dorf arbeiten. Am 7. April 1945 wurde Wachstedt nach kurzem Rückzugsgefecht der Wehrmacht von der US Army besetzt. Vorher waren durch Artillerie und Jagdbomber mehrere Wohnhäuser und zahlreiche Wirtschaftsgebäude zerstört worden. Anfang Juli 1945 kam der Ort zur sowjetischen Besatzungszone / SBZ und war ab 1949 Teil der DDR. Von 1961 bis zur Wende und Wiedervereinigung 1989/1990 wurde Wachstedt von der Sperrung der nahen innerdeutschen Grenze beeinträchtigt. Auf einer Anhöhe in der Nähe des Ortes befand sich eine sowjetische Radarstellung zur Luftraumüberwachung (Funktechnischer Posten 411). Seit 1990 gehört der Ort zum wieder gegründeten Bundesland Thüringen.

Namensherkunft

Der Name -stedt, altsächsisch „stedi“, lässt eine Entstehungszeit des Ortes im 5. bis 8. Jahrhundert vermuten. Es könnte um eine Stätte der Warte auf der Höhe handeln, in Frage kommt auch eine Verbindung zu einem Personennamen Wacho, wie es bei vielen -stedt-Namen der Fall ist.

Einwohnerentwicklung

Kirche in Wachstedt

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 616
  • 1995: 617
  • 1996: 622
  • 1997: 609
  • 1998: 603
  • 1999: 612
  • 2000: 603
  • 2001: 602
  • 2002: 602
  • 2003: 585
  • 2004: 583
  • 2005: 579
  • 2006: 571
  • 2007: 570
  • 2008: 561
  • 2009: 549
  • 2010: 525
  • 2011: 502
  • 2012: 501
  • 2013: 505
  • 2014: 490
  • 2015: 487
  • 2016: 475
  • 2017: 477
  • 2018: 466
  • 2019: 466
  • 2020: 459
  • 2021: 456
  • 2022: 442
  • 2023: 448
  • 2024: 443
  • 2025: 451
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Wachstedt setzt sich aus sieben Gemeinderatsmitgliedern zusammen.

  • Freie Wähler Eichsfeld-Wachstedt 7 Plätze

(Stand: Kommunalwahl am 26. Mai 2024)

Bürgermeister

Der ehrenamtliche Bürgermeister Thomas Gunkel wurde am 22. Februar 2026 gewählt.

Sein Vorgänger im Amt war Leander Lins. Dieser führte das Amt seit 1999 und wurde in den folgenden vier Wahlen wiedergewählt.

Wappen

Das Wappen wurde am 24. März 1995 durch das Thüringer Landesverwaltungsamt genehmigt.

Blasonierung: „In Gold über silbernem Mauerschildfuß ein wachsender Wächter mit grünem Wams und Hut, spähend die rechte Hand an die Hutkrempe gelegt, in der linken Hand, sich abstützend auf die Mauer, ein umgehängtes goldenes Horn haltend.“

Es ist redend und wurde vom Göttinger Hans Otto Arnold gestaltet.

Sehenswürdigkeiten

Sonstiges

Als Zeugnisse eines oft derben Volkshumors bildeten sich bereits vor Jahrhunderten Besonderheiten des jeweiligen Dorfes charakterisierende Neck- und Spitznamen heraus. Demnach lebten hier im Ort die Wachstedter Kleeben – Wachstedter Zwiebeln oder Holzkloben.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

Commons: Wachstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. 1 2 Bürgermeisterwahl 2026. Thüringer Landesamt für Statistik, Februar 2026, abgerufen am 13. Mai 2026.
  3. ↑ Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 194
  4. ↑ Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 45 [Wachstedt].
  5. ↑ Erhard Müller: Wachstedt in: Eichsfelder Heimatstimmen 31. Jahrgang (1987), Duderstadt, Seite 203
  6. ↑ Gemeinderatswahl 26. Mai 2024. Thüringer Landesamt für Statistik, 2024, abgerufen am 13. Mai 2026.
  7. ↑ Bürgermeisterwahl 2022. Thüringer Landesamt für Statistik, Juni 2022, abgerufen am 13. Mai 2026 (Über das Dropdown-Menü sind die Wahlergebnisse bis 1999 zu finden).
  8. ↑ Michael Köhler: Heidnische Heiligtümer, Jenzig-Verlag 2007, ISBN 978-3-910141-85-8, S. 143 f.
  9. ↑ Rolf Aulepp: Spitznamen der Orte und ihrer Bewohner im Kreise Mühlhausen, in: Eichsfelder Heimathefte, Heft 1, Heiligenstadt 1987, S. 78–83.