Walter Achleitner

Walter Achleitner (* 29. Dezember 1925 in Wien; † 27. Juli 1947 am Fußstein bei Vals) war ein österreichischer Violinist und Komponist.

Leben

Walter Achleitner studierte Violine bei Artur Michl (1897–1965) in Graz und Komposition bei Joseph Marx in Wien.

Bei einer Kletterpartie am 27. Juli 1947 am Südwestgrat des Fußsteins bei Vals in Tirol mit dem in Innsbruck lebenden Medizinstudenten Anton Kutschera stürzte Achleitner ab, riss den am Seil hängenden Kutschera mit, wodurch beide auf einen Felsvorsprung stürzten. Während Achleitner schwer verletzt und offenbar auch mit inneren Verletzungen liegen blieb, kam Kutschera mit einem Oberarmbruch noch verhältnismäßig glimpflich davon und machte sich auf, um Hilfe zu holen. Bei der Rückkehr zur Unglücksstelle lag Achleitner jedoch nicht mehr auf dem Felsvorsprung, sondern dürfte sich aufgerafft und in weiterer Folge eine rund 300 Meter hohe Felswand hinabgestürzt sein. Seine Leiche wurde daraufhin geborgen, ins Tal (nach Steinach am Brenner) gebracht und in weiterer Folge in ein Innsbrucker Krankenhaus überführt.

Zahlreiche zeitgenössische Tageszeitungen wie die Arbeiter-Zeitung, die Weltpresse, die Innsbrucker Nachrichten, Die Neue Zeit (Kärnten) oder die Wiener Zeitung berichteten in den folgenden Tagen vom Ableben des Bergsteigers und Musikers. Die Innsbrucker Nachrichten schilderten in ihrer Ausgabe vom 30. Juli 1947 jedoch einen deutlich abweichenden Unfallhergang. Demnach sei der Musikstudent Achleitner beim Versuch, sich alleine abzuseilen, um Hilfe für seinen schwerverletzten Bergkameraden Anton Kutschera zu holen, rund 300 Meter tief auf den Wildlahnerferner abgestürzt und dabei verstorben. Achleitner lebte zum Zeitpunkt seines Todes in der Cumberlandstraße in Wien-Penzing.

Werke (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Tödliches Touristenunglück. In: Tiroler Tageszeitung, Unabhängiges österreichisches Volksblatt, 30. Juli 1947, S. 3, Sp. 1 oben (online bei ANNO).
  2. 1 2 3 4 5 Ein Drama in den Bergen. In: Arbeiter-Zeitung, Zentralorgan der Sozialistischen Partei Österreichs, 30. Juli 1947, S. 3, Sp. 2 unten (online bei ANNO).
  3. 1 2 Zeitlupenbilder. In: Wiener Zeitung, 31. Juli 1947, S. 2, Sp. 4 Mitte (online bei ANNO).
  4. ↑ Barbara Boisits: Achleitner, Walter. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2002, ISBN 3-7001-3043-0.
  5. ↑ Wahnsinnssprung eines verunglückten Bergsteigers. In: Weltpresse, Erste Ausgabe, 30. Juli 1947, S. 3, Sp. 1 unten – 2 oben (online bei ANNO).
  6. ↑ Tragödie in den Tiroler Bergen. In: Die neue Zeit, Organ des schaffenden Volkes von Kärnten, 31. Juli 1947, S. 2, Sp. 4 unten (online bei ANNO).
  7. ↑ Opfer der Berge. In: Arbeiter-Zeitung, Zentralorgan der Sozialistischen Partei Österreichs, 3. August 1947, S. 4, Sp. 4 Mitte (online bei ANNO).
  8. ↑ Margaret K. Farish: String Music In Print. R. R. Bowker Company, New York 1965, S. 218 (englisch, Textarchiv – Internet Archive).
  9. ↑ Karl Rappold, Jacob Eduard Schmölzer: Die Entwicklung des Männerchorwesens in der Steiermark (= Musik aus der Steiermark. Band 4). Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1962, DNB 780148339 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Personendaten
NAME Achleitner, Walter
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Violinist und Komponist
GEBURTSDATUM 29. Dezember 1925
GEBURTSORT Wien, Österreich
STERBEDATUM 27. Juli 1947
STERBEORT Fußstein bei Vals, Tirol, Österreich