Walter Kretz (* 18. Dezember 1942 in Steckborn) ist ein Schweizer Bildhauer und Maler.
Nach einem Besuch des Bildhauers Gustave Piguet brach Walter Kretz den Weg zur Matura ab und begann eine Lehre als Steinbildhauer bei Hans Brogni in Nidau bei Biel. Brogni wurde mit der Einrichtungsarbeit für die Schweizerische Plastikausstellung in Biel 1962 beauftragt. Dort lernte Kretz Hans Aeschbacher, Mariann Grunder, Bernhard Luginbühl, Raffael Benazzi und Michael Grossert kennen.
„Die Anfänge des skulpturalen Schaffens von Walter Kretz fallen in die zweite Hälfte der Sechzigerjahre, in die Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, der sich in gewissen Städten als öffentlicher Widerstand gegen jegliche Form von Autorität in Gesellschaft, Kultur und Bildung manifestierte.“

Er bewarb sich bei Stipendienwettbewerben und erhielt innert drei Jahren sechs Stipendien. 1971 realisierte er «Kunst am Bau» bei der Schanzenpost in Bern. Das Betonrelief passte in die Zeit, wo Beton brut in der Architektur, in Bern massgeblich durch das Architekturbüro Atelier 5 propagiert, zu einer breiteren Akzeptanz fand. Kretz suchte sich Orte ausserhalb der Institutionen für die Präsentation seiner Kunst. Im Schwellenmätteli, unterhalb der Kunsthalle Bern, welche die Schirmherrschaft übernahm, stellte er 1974 seine «Sieben Säulen» her. Sie fanden durch Ankauf und Schenkung im Schadaupark Thun eine Bleibe. Zum Anlass «100 Jahre Kunstmuseum Bern» 1979 errichtete Kretz zusammen mit Walter Vögeli, Urs Sutter Ernst Jordi und Jimmy Schneider einen Schrein.

Im Wittigkofen-Quartier in Bern wurde der «Flügel» 1983 (von Kindern «Elefantenohr» genannt) zum Wahrzeichen des Quartiers. Als Leihgabe behauptete sich das «Tor» ab dem Jahre 2000 als integrierter Zuzügler. Kretz nahm 1983 am 2. Burgdorfer Bildhauer-Symposium «Künstler arbeiten mit Holz» teil. Zu seinen Arbeiten gehören auch Teile des 1998 geschaffenen Skulpturenwegs «Frei sein – Gleich sein» im Grauholz bei Bern, der sich künstlerisch mit dem Werdegang Berns von der alten Eidgenossenschaft zum modernen Bundesstaat befasste. Neben den Skulpturen widmete er sich auch der Malerei, vorerst in Schwarz - Weiss. Der Zyklus «Mondschein und Rampenlicht» wurde 2010 als Projektion mit Stimme: Michaela Wendt und Klavier: Simon Bucher im Zentrum Paul Klee ZPK aufgeführt. Weitere Bilder-Zyklen mit Gedichten folgten: «Dunkle Orte – helle Worte» (2014) und «Maldrang und Sprechreiz» (2017). Mit der «ART-Nachlassstifung für Kunstschaffende» besteht ein Erbvertrag.
Walter Kretz lebt und arbeitet seit 1958 in Bern, ist verheiratet und hat zwei Kinder.
1975 wurde Kretz im «Zeichenlehrerseminar für das höhere Lehramt der Universität Bern» als Dozent für Dreidimensionales Gestalten gewählt. Für den praktischen Ausbildungsteil war die Schule für Gestaltung zuständig. Einige der Studierenden entwickelten sich zu namhaften Künstler-Persönlichkeiten wie unter anderen Albrecht Schnider, Stefan Haenni und Julia Steiner. Aus dem Zeichenlehrerseminar wurde der Studiengang Vermittlung in Kunst und Design an der HKB. Auch aus seinen Weiterbildungskursen ergab sich eine Künstlerlist mit beispielsweise Irene Schubiger, Max Roth, Res Ingold und Urs-Peter Twellmann. Als Sachverständiger für Grabmäler bei der Friedhof-Verwaltung Bern lancierte Kretz 2001 an der HKB zudem ein Forschungsprojekt zum Sepulkraldesign.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kretz, Walter |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Bildhauer |
| GEBURTSDATUM | 18. Dezember 1942 |
| GEBURTSORT | Steckborn |