
Walter Messerklinger (* 4. März 1920 in Ostermiething; † 5. August 2001 in Graz) war ein österreichischer Wissenschaftler und Arzt im Fach der Oto-Rhino-Laryngologie (Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde). Er gilt als Begründer der Grazer Schule der modernen Rhinologie.
Walter Messerklinger wurde als eheliches Kind des Baumeisters Johann Messerklinger und dessen Ehefrau Anna, geborene König, geboren. Beide Eltern scheinen im Taufbuch der Pfarre Ostermiething als katholisch auf. Walter wurde ebenfalls katholisch getauft. Patin war Frida Schönauer, deren Beruf als Realitätenbesitzerstocher eingetragen wurde.
Über den Besuch der Volksschule liegen keine Fakten vor. Belegt ist der Besuch des Stiftsgymnasiums Kremsmünster, dort legte er 1938 die Reifeprüfung ab. Anschließend studierte er Medizin an der Universität Wien. 1942 legt er die 26 Seiten umfassende Dissertation „Die Fruchtbarkeit der Wiener jüdischen Ehen im Verlauf der letzten Jahrhunderte“ vor. 1943 promovierte er zum Doktor der gesamten Heilkunde.
Am 11. Mai 1951 erschien in den Salzburger Nachrichten in der Rubrik Personalnachrichten ein Hinweis über seine Ernennung zum Privatdozenten im Fach HNO. Vier Tage später berichtete die Wiener Universitätszeitung über die Erteilung der Venia Docendi im Fach Hals-, Nasen und Ohrenkrankheiten an Messerklinger.
Eine oberösterreichische Regionalzeitung erwähnte im Jahr 1955, dass er bereits „seit Kriegsende an der Universität Graz wissenschaftlich tätig“ gewesen sei. 1959 wurde Messerklinger in Graz zum Vorstand der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde ernannt.
Am 5. Juli 1972 erschien in der Arbeiter-Zeitung der Artikel „Primarärzte streiten um Honorare“. Darin wurde berichtet, dass Messerklinger das Land Steiermark geklagt habe, weil die „besonderen Gebühren“ von Primarärzten herabgesetzt worden waren und Messerklinger Einbußen seiner Einnahmen nicht hinnehmen wollte.

Die Funktion als Institutsvorstand in Graz bekleidete er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1990. Unter Leitung von Messerklinger entwickelte sich Graz zu einem internationalen Zentrum der Rhinologie. „Generationen von HNO-Ärzten aus aller Welt kamen in die Steiermark, um von seinen Erkenntnissen und seiner chirurgischen Präzision zu profitieren“.
Der HNO-Arzt Michael Schröckenfuchs würdigte Messerklingers Bedeutung 2026 in einem Artikel:
„Messerklingers Arbeiten zur ostiomeatalen Einheit und zur mukoziliären Clearance gelten heute als Meilensteine der modernen Rhinologie. Seine Forschungsergebnisse schufen die wissenschaftliche Grundlage für eine funktionserhaltende Chirurgie der Nasennebenhöhlen (Funktionelle endoskopische Siebbeinsanierung). 1978 veröffentlichte er sein wegweisendes Werk über die Endoskopie der Nase, das weltweit Beachtung fand und Generationen von Rhinologen beeinflusste. Dieses neue Operationskonzept wurde später als „Functional Endoscopic Sinus Surgery“ (FESS) weltweit bekannt. Messerklinger setzte dabei auf eine möglichst schonende Behandlung der Nasennebenhöhlen. Grundlage war die genaue Untersuchung mit modernen Endoskopen. Gesunde Schleimhaut sollte weitgehend erhalten bleiben. Statt erkranktes Gewebe großflächig zu entfernen, wurden gezielt die Ursachen der Beschwerden behandelt. Natürliche Belüftungswege der Nebenhöhlen wurden wieder geöffnet und der Sekretabfluss verbessert. Dadurch konnten viele radikale und belastende Eingriffe vermieden werden. Mit diesem Prinzip leitete Messerklinger einen grundlegenden Wandel in der HNO-Chirurgie ein. Bemerkenswert ist, dass er bereits in Graz minimalinvasiv operierte, lange bevor sich solche Verfahren allgemein durchsetzten. Seine Ideen wurden zur Grundlage der modernen endoskopischen Nasennebenhöhlenchirurgie.“
Messerklinger war u. a. Mitglied des Internationalen Collegium Oto-Rhino-Laryngologicum Amicitiae Sacrum (Groningen) sowie korrespondierendes Mitglied der Griechischen Oto-Neuro-Ophthalmologischen Gesellschaft.
Messerklinger war mit Dorothea, geb. 1923 in Zell im Wiesental, geborene Mez, verheiratet. Das Paar hatte gemeinsam zwei Töchter und einen Sohn. Walter und Dorothea wurden nach ihrem Ableben beide am Grazer Friedhof St. Leonhard bestattet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Messerklinger, Walter |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer HNO-Arzt |
| GEBURTSDATUM | 4. März 1920 |
| GEBURTSORT | Ostermiething, Österreich |
| STERBEDATUM | 5. August 2001 |
| STERBEORT | Graz, Österreich |