Walter Roelcke

Walter Roelcke (* 10. Dezember 1928 in Görlitz; † 24. Dezember 2005 in Krailling bei München) war ein deutscher Mathematiker.

Leben

Roelcke wurde im heute polnischen Teil von Görlitz geboren und machte nach der Flucht 1946 in Heidelberg sein Abitur. Er studierte Mathematik in Heidelberg mit dem Diplom 1952 und der Promotion 1954 bei Hans Maaß (Über die Wellengleichung bei Grenzkreisgruppen erster Art). In seiner Dissertation, die mit summa cum laude ausgezeichnet wurde, untersuchte er die Maaßschen Wellenformen mit der Methode der Spektraltheorie selbstadjungierter Operatoren und erhielt eine vollständige qualitative Eigenwerttheorie des Laplaceoperators auf Grenzkreisgruppen erster Art. Als Post-Doktorand war er in Glasgow bei Robert Alexander Rankin und 1955/56 am Institute for Advanced Study bei Atle Selberg. 1957 wurde er Assistent bei Hans Petersson an der Universität Münster, an der er sich 1960 habilitierte und Privatdozent wurde (Automorphe Funktionen und Spektraltheorie). 1964 war er ein Jahr an der University of Wisconsin–Madison. 1965 wurde er ordentlicher Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München, an der er zeitweise Dekan der Fakultät war. 1994 emeritierte er.

Anfangs befasste er sich mit der Eigenwerttheorie automorpher Formen in der hyperbolischen Ebene. In einer Arbeit von 1964 stellte er dabei die bis heute unbewiesene Roelcke-Selberg-Vermutung auf. In München befasste er sich mit topologischen Vektorräumen und topologischen Gruppen. Hier ist die Roelcke-Kompaktifizierung nach ihm benannt.

Zu seinen Doktoranden gehört Jürgen Elstrodt und Susanne Dierolf (Universität Trier).

Schriften

Einzelnachweise

  1. ↑ Mathematics Genealogy Project
Personendaten
NAME Roelcke, Walter
KURZBESCHREIBUNG deutscher Mathematiker
GEBURTSDATUM 10. Dezember 1928
GEBURTSORT Görlitz
STERBEDATUM 24. Dezember 2005
STERBEORT Krailling bei München