Walther Lotz

Walther Lotz (* 21. März 1865 in Gera; † 13. Dezember 1941 in Heidelberg) war ein deutscher Nationalökonom.

Familie

Lotz war ein Urenkel des Nationalökonomen Johann Friedrich Eusebius Lotz. Seine Eltern waren Edmund Lotz, der als Kaufmann und Magistratsrat in Gera sowie später als Privatier in Coburg tätig war, und dessen aus Coburg stammende Ehefrau Maria Glaß. Walther Lotz heiratete 1897 die Witwe Elise Donalies, Tochter des Gutsbesitzers Theodor Kaeswurm. Seine Schwester Hedwig war mit dem Nationalökonomen Heinrich Herkner verheiratet.

Leben

Lotz studierte ab 1883 Volkswirtschaftslehre in Leipzig und ab 1885 in Straßburg, wo er 1887 promoviert wurde. Er war ein Schüler von Wilhelm Roscher, Georg Friedrich Knapp und Lujo Brentano. Nach dem Studium arbeitete er im Bankwesen in Berlin und Wien.

1890 kehrte Lotz an die Universität zurück und habilitierte sich 1890 bei Brentano in Leipzig, mit dem er auch Studienreisen nach England unternahm. Nach dessen Berufung folgte er Brentano nach München und wurde ebenda 1893 außerordentlicher Professor für Finanzwissenschaft, Statistik und Volkswirtschaftslehre. 1897 wurde er zum ordentlichen Professor ernannt. Seit 1907 war er korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften. 1935 wurde er emeritiert. Seinen Lebensabend verbrachte er in Heidelberg, wo er 1941 verstarb.

Lotz war ein Vertreter der jüngeren historischen Schule der Nationalökonomie. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit war die Finanzwissenschaft, zu der er 1917 sein gleichnamiges Hauptwerk veröffentlichte.

Publikationen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Korrespondierende Mitglieder der Russischen Akademie der Wissenschaften seit 1724: Лотц, Вальтер (Lotz, Walther). Russische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 23. Oktober 2021 (russisch).
Personendaten
NAME Lotz, Walther
KURZBESCHREIBUNG deutscher Nationalökonom
GEBURTSDATUM 21. März 1865
GEBURTSORT Gera
STERBEDATUM 13. Dezember 1941
STERBEORT Heidelberg