Waltraut Kramm

Waltraut Kramm (* 14. Dezember 1931 in Berlin; † 28. Juli 2026 in Potsdam) war eine deutsche Schauspielerin.

Leben und Wirken

Waltraut Kramm begann schon als Fünfjährige als Sprecherin beim Rundfunk für die Kindersendung Kunterbunt. Sie absolvierte von 1948 bis 1950 eine Schauspielausbildung an der DEFA-Schauspielschule.

Als Theaterschauspielerin arbeitete sie anschließend am Hans Otto Theater in Potsdam; dort war sie bis 1958 festes Ensemblemitglied. Ab 1958 arbeitete Kramm als freischaffende Schauspielerin für Theater, Film, Fernsehen und den Hörfunk.

Ihr Filmdebüt bei der DEFA gab sie 1949 (noch während ihrer Ausbildung) als jüdisches Mädchen Ruth Levin in dem Familienepos Die Buntkarierten. In dem Filmdrama Leuchtfeuer (1954), einer DDR-Koproduktion mit Schweden, verkörperte sie, unter der Regie von Wolfgang Staudte, die „herbe und verschlossene“ Frau des Mastfischers. 1958 übernahm sie die Rolle der Sophie in der Literaturverfilmung Der Prozeß wird vertagt, einer Adaption des Romans von Leonhard Frank. Bei der DEFA wirkte sie in Nebenrollen mehrfach in Märchenfilmen mit, so in Das kalte Herz (1950) und als junge Bäuerin in der Märchenverfilmung Das tapfere Schneiderlein (1956). Im späteren Verlauf ihrer Karriere wurde Kramm bei der DEFA nur noch selten in Hauptrollen eingesetzt; sie übernahm meist profilierte Nebenrollen. Häufig spielte sie in Kinderfilmen, in denen sie oft die Mutterrolle übernahm.

Bekannt wurde sie auch durch Auftritte in zahlreichen Fernsehserien, unter anderem in den Krimiserien Blaulicht, Polizeiruf 110 (so 1988 als Frau Schröder in der Folge Der Kreuzworträtselfall) und Der Staatsanwalt hat das Wort.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm Kramm ihre Tätigkeit als Sprecherin für den Rundfunk wieder auf; sie sprach fast 30 Jahre die Rolle des „Kleinen Pfennigs“ in der Kinderfunkreihe Aus dem Butzemannhaus.

Kramm arbeitete häufig auch als Sprecherin für Hörspiele. Sie sprach, neben Genia Lapuhs als Königin, 1963 bei dem Plattenlabel Litera die Titelrolle in dem Märchenhörspiel Schneewittchen; im selben Jahr übernahm sie die Rolle von Rosenrot in dem Märchenhörspiel Schneeweißchen und Rosenrot. In dem Literaturhörspiel Huckleberry Finn sprach sie 1976 die Rolle der Mary Jane Wilks, eine der attraktiven Töchter des wohlhabenden Peter Wilks.

Mehrfach war Kramm auch als Synchronsprecherin tätig. In dem Märchenfilm-Klassiker Drei Haselnüsse für Aschenbrödel sprach sie in der DDR-Synchronfassung die Rolle der Wirtschafterin und Köchin Rosi; sie lieh ihre Stimme dabei der tschechoslowakischen Schauspielerin Míla Myslíková.

Waltraut Kramm war mit dem langjährigen Chefinspizienten des Hans-Otto-Theaters Dieter Schindelhauer verheiratet. Sie starb im Juli 2026 nach kurzer Krankheit in einem Krankenhaus in Potsdam.

Filmografie (Auswahl)

Theater

Hörspiele

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Klaus Büstrin: Pose war nicht ihre Sache. In: tagesspiegel.de. 17. August 2026, abgerufen am 17. August 2026.
  2. ↑ Waltraut Kramm - deutsche Schauspielerin - DDR Personen. Abgerufen am 16. Februar 2025.
  3. 1 2 3 Waltraut Kramm Biografie bei DEFA sterne
  4. ↑ OFDb - Filme und Serien mit Beteiligung von Waltraut Kramm. Abgerufen am 16. Februar 2025.
  5. ↑ imfernsehen GmbH & Co KG: Filmografie Waltraut Kramm. Abgerufen am 16. Februar 2025.
  6. ↑ Waltraut Kramm - Serien, Sendungen auf TV Wunschliste. Abgerufen am 16. Februar 2025.
  7. 1 2 Waltraut Kramm bei Discogs, abgerufen am 16. August 2024.
  8. ↑ Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (Die Mitwirkenden → Besetzung→ Synchronsprecher)
Personendaten
NAME Kramm, Waltraut
KURZBESCHREIBUNG deutsche Schauspielerin
GEBURTSDATUM 14. Dezember 1931
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 28. Juli 2026
STERBEORT Potsdam