Warner Bros. Discovery

Warner Bros. Discovery, Inc.
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Rechtsform Incorporated
Gründung 1989 Time Warner
1992 Time Warner Entertainment
2001 AOL Time Warner
2003 Time Warner
2018 WarnerMedia
2022 Warner Bros. Discovery
Auflösung 6. Oktober 2026
Auflösungsgrund Fusion mit Paramount Skydance zur Gründung der Skydance Corporation

Samuel DiPiazza (Chairman)

Sitz New York City, New York,
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung David Zaslav (President und CEO)
Mitarbeiterzahl 35.500 (2025)
Umsatz 37,296 Mrd. USD (2025)
Branche Medien, Unterhaltung
Website https://wbd.com
Warner Bros. Discovery Homepage (Memento vom 4. Oktober 2026 im Internet Archive)
30 Hudson Yards, Hauptsitz

Warner Bros. Discovery, Inc. (bis 7. April 2022 WarnerMedia, bis Juni 2018 Time Warner) war ein internationales Medienunternehmen mit zahlreichen Geschäftsfeldern und hatte seinen Sitz in New York City. Es ist 1989 durch die Fusion von Warner Communications und Time Inc. zu Time Warner entstanden. Das Unternehmen fusionierte im Oktober 2026 mit Paramount Skydance zur Skydance Corporation.

Zu Warner Bros. Discovery gehörten unter anderem das Film- und Fernsehstudio Warner Bros. Entertainment, der Pay-TV-Sender Home Box Office (HBO), der Nachrichtensender CNN, die Time Inc. Buch- und Zeitschriftenverlage, Discovery Communications, sowie der Comicverlag DC, der unter anderem als Originalverlag die Superheldencomics um Superman und Batman herausbringt.

Unternehmensgeschichte

Am 10. Februar 1972 wurden die Unterhaltungsaktivitäten der Kinney National Company aufgrund eines Finanzskandals um Preisabsprachen im Parkbetrieb in Warner Communications umbenannt. Warner Communications fungierte in den 1970er und 1980er Jahren als Muttergesellschaft von Warner Bros. Pictures, der Warner Music Group (WMG), Warner Books und Warner Cable. Es besaß auch DC Comics und das Mad-Magazin. 1990 fusionierte der Konzern mit der Time Inc. zu Time Warner. In einer weiteren Fusion brachte 1996 Ted Turners Holding Turner Broadcasting System (TBS) unter anderem Kabelsender wie CNN und TNT, Turner Entertainment, das Filmstudio New Line Cinema und verschiedene Sportmannschaften Atlantas in den Konzern ein. Der Internetdienstleister AOL kündigte am 10. Januar 2000, Time Warner durch Aktientausch zu übernehmen. Die Fusion wurde 2001 vollzogen und der neu entstandene Konzern hieß fortan AOL Time Warner. Die platzende Dotcom-Blase wurde symptomatisch für die Entwicklung des Konzerns – die anhaltende Skepsis der Börse gegenüber Unternehmen mit Dotcom-Bezug ließ den Konzern langsam ausbluten. Nach Abschreibungen und Wertberichtigungen bei AOL wies der Konzern für das Geschäftsjahr 2002 einen Verlust von 99 Milliarden US$ aus.

Um der Abwärtsspirale entgegenzuwirken, wurde 2003 AOL wieder aus dem Firmennamen gestrichen. Die gleichzeitig verordnete Rosskur schlug sich in den folgenden Monaten in den Verkäufen verschiedener Unternehmensteile nieder. Von den Verkäufen betroffen sind:

eine der drei größten Plattenfirmen, verkauft an eine Investorengruppe um Edgar Bronfman jun.
Die Buchsparte des Unternehmens wurde 2006 für 537,5 Millionen Dollar (rund 375 Millionen Euro) vom französischen Mischkonzern Groupe Lagardère übernommen und in Hachette Book Group umbenannt.
europäisches Presswerk für CDs und DVDs in Alsdorf (Städteregion Aachen), heute Cinram GmbH
optische Datenträger/Medien, heute Teil von Cinram International
Kartonverpackungen für Medien
Kabelsender, 50-%-Anteil verkauft an Partner Viacom
Wrestling Federation, verkauft an den Konkurrenten World Wrestling Entertainment (WWE) im Jahr 2001, nachdem Time Warner seine minderprofitablen Sparten abzustoßen versuchte. Die Storyline der „Invasion“ war von Vince McMahon als Deal mit Ted Turner vereinbart gewesen.
Basketball-Mannschaft, Hockey-Mannschaft und die Betriebsgesellschaft des gemeinsamen Stadions

In eine Pressemitteilung kündigte Time Warner am 28. Mai 2009 an, dass AOL ab 2010 als separate Marke auftreten werde. Ab dem 10. Dezember 2009 wurde AOL wieder als eigenständiges Unternehmen an der New Yorker Börse gehandelt. Im August 2010 kaufte Time Warner den chilenischen Fernsehsender Chilevisión.

Übernahme durch AT&T

AT&T vereinarte im Oktober 2016 eine Übereinkünft mit Time Warner, dessen Ziel es hatte Time Warner bis Ende 2017 zu einem Preis von 85 Milliarden Dollar (78 Milliarden Euro) zu übernehmen. Inklusive übernommener Schulden beträgt der Kaufpreis 108,7 Milliarden Dollar. Gegen das Vorhaben legte das Justizministerium der USA aufgrund kartellrechtlicher Bedenken Widerspruch ein, das zuständige Gericht wies diesen aber am 12. Juni 2018 zurück. Der erfolgreiche Vollzug der Übernahme wurde am 14. Juni bekannt gegeben. Time Warner wurde am nächsten Tag in WarnerMedia umbenannt. Die Aktie des Unternehmens war vor der Übernahme durch AT&T unter dem Kürzel „TWX“ an der New York Stock Exchange gelistet. Im April 2020 wurde verkündet, dass John Stankey, der zu AT&T wechselte, die Unternehmensleitung an Jason Kilar übergibt. Der neue CEO war vorher Chef beim Streaming-Dienst Hulu sowie Vizepräsident für die weltweite Application-Software bei Amazon. Im Oktober 2020 berichtete das Wall Street Journal von angeblichen Plänen seitens WarnerMedia, „tausende“ Arbeitsplätze zu streichen, um den Umsatzeinbußen durch die COVID-19-Pandemie zu begegnen. Zuvor seien bereits etwa 500 Stellen im August 2020 abgebaut worden.

Abspalltung von AT&T und Fusion mit Discovery

Nachdem es bereits Gerüchte gab, gab AT&T am 17. Mai 2021 eine Vereinbarung bekannt, die vorsah WarnerMedia abzuspalten und mit Discovery, Inc. zusammenzuschließen, wodurch der nach Umsatz zweitgrößte Medienkonzern der Welt hinter Disney entstehen würde. Die beiden Unternehmen meldeten am 8. April 2022 den Vollzug der Fusion und firmieren seit dem unter dem Namen Warner Bros. Discovery. Hauptaktionär ist der in rechten Republikaner-Kreisen verkehrende Multimilliardär John Malone. RTL Deutschland und Warner Bros. Discovery gaben am 16. Februar 2022 eine Kooperation bekannt, in dessen Kontext wurden ab dem ersten Quartal 2022 sukzessiv Serien und Filme von Warner sowie HBO Originals vom in Deutschland noch nicht verfügbaren Streaming-Anbieter HBO Max teilweise exklusiv in das Portfolio von RTL+ integriert. Im Juni 2025 gab das Unternehmen bekannt, dass Streamingdienst und Studios vom Kabelfernsehen getrennt werden sollen. Zudem wurde bekannt gegeben, dass die ganzen Kabelsender als auch Streamingdienst und Studios in zwei eigene börsennotierte Firmen gespalten werden – WBD Streaming & Studios (Warner Bros.) und WBD Global Networks (Discovery Global).

Übernahme durch Paramount Skydance

Am 12. September 2025 wurde berichtet, dass die erst neu fusionierte Paramount Skydance von David Ellison, mit Hilfe seines Vaters Larry Ellison, Interesse an einem Kauf von Warner Bros. Discovery zeige. Dabei wurde über eine Bar-Offerte spekuliert. Zwischen 20. November 2025 und 1. Dezember 2025 führte Warner Bros. Discovery zwei Bieterrunden durch, an denen neben Paramount Skydance auch Netflix und Comcast teinahmen und Netflix sich durchsetzte. Trotz der vorübergehenden Einigung zwischen Warner Bros. Discovery und Netflix gab Paramount Skydance nicht auf und wendete sich mit mehreren feindlichen Übernahmeangeboten direkt an die Aktionäre. Am 17. Februar 2026 nahm Warner Bros. Discovery die Verhandlungen mit Paramount Skydance wieder auf. Paramount Skydance sollte sein „bestes und endgültiges Angebot“ präsentieren. Paramount Skydance legte ein Angebot von 31 US-Dollar je Aktie vor und Warner Bros. Discovery bezeichnete dies als dem Netflix-Angebot überlegen. Daraufhin zog Netflix sein Angebot zurück. In der Folge unterzeichnete Warner Bros. Discovery die Vereinbarung zum Verkauf an Paramount Skydance. Laut Aussage von Paramount Skydance haben bis zum 14. August 2026 die Wettbewerbsbehörden von weltweit 68 Länder der Übernahme zugestimmt. Dazu gehören unter anderem die Europäische Union, das Vereinigte Königreich, die USA, Australien, Kanda, Brasilien, China, die COMESA-Region sowie Mexiko. David Ellison kündigte an, dass das der neue Konzern unter den Namen Skydance firmieren wird, um die eigenständige Identität der Studios zu bewahren. Paramount Skydance schloss am 6. Oktober 2026 die Übernahme von Warner Bros. Discovery ab und fusionierte zu Skydance. Seit dem 7. Oktober 2026 leitet die Konzernwebsite wbd.com auf skydance.com weiter.

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Umsatz- und Gewinnentwicklung

Nach der Fusion von AOL und Time Warner zu AOL Time Warner im Jahr 2000 betrug der Börsenwert geschätzte 350 Milliarden US-Dollar. Diese Summe fiel seither ununterbrochen und erreichte 2009 65,7 Milliarden US-Dollar.

Im vierten Quartal 2012 konnte Time Warner einen Umsatz von 8,2 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von 1,2 Milliarden US-Dollar verbuchen.

Unternehmen aus dem Hause Warner Bros. Discovery

Der Konzern bestand aus acht großen Unternehmensbereichen mit mehreren Unterbereichen. Die Unternehmensbereiche waren wie folgt gegliedert:

Commons: Warner Bros. Discovery – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 Warner Bros. Discovery, Inc. (PDF) For the fiscal year ended December 31, 2025. In: Form-10K. SEC, 27. Februar 2026, abgerufen am 1. September 2026 (englisch).
  2. ↑ Connie Bruck: Master of the Game: How Steve Ross Rode the Light Fantastic from Undertaker to Creator of the Largest Media Conglomerate in the World. Simon and Schuster, 2013, ISBN 978-1-4767-3770-6 (google.de [abgerufen am 7. Februar 2024]).
  3. ↑ Golem.de: IT-News für Profis. Abgerufen am 7. Februar 2024.
  4. ↑ Pressemitteilung von Time Warner vom 6. Februar 2006, abgerufen am 19. Februar 2011.
  5. ↑ US-Gericht genehmigt Fusion von AT&T und Time Warner. Der Tagesspiegel, 13. Juni 2018, abgerufen am 16. Juni 2018.
  6. ↑ Eine ganz persönliche Niederlage für Donald Trump. Der Tagesspiegel, 15. Juni 2018, abgerufen am 16. Juni 2018.
  7. ↑ AT&T-Tochter: Streaming-Experte wird neuer Chef von Warner Media. Abgerufen am 2. April 2020.
  8. ↑ Cynthia Littleton: Former Hulu Chief Jason Kilar Named CEO of Warnermedia. In: Variety. 1. April 2020, abgerufen am 16. März 2021 (amerikanisches Englisch).
  9. ↑ Drew FitzGerald, Joe Flint and Benjamin Mullin: WSJ News Exclusive | Warnermedia Plans Thousands of Job Cuts in Restructuring. In: Wall Street Journal. 8. Oktober 2020, ISSN 0099-9660 (wsj.com [abgerufen am 16. März 2021]).
  10. ↑ https://about.att.com/story/2021/warnermedia_discovery.html.
  11. ↑ https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/att-discovery-streaming-gigant-101.html.
  12. ↑ CNN-Neuausrichtung: „Wahrer Journalismus“ wie bei Fox News. Abgerufen am 26. Dezember 2022.
  13. ↑ Warner Bros Discovery spaltet sich auf. 9. Juni 2025, abgerufen am 14. Juni 2025.
  14. ↑ Damian Sprenger Blickpunkt:Film: Warner Bros. bleibt beim Titel nach Aufspaltung. Abgerufen am 28. August 2025.
  15. ↑ DWDL de GmbH: Paramount Skydance will offenbar Warner Bros. Discovery kaufen. Abgerufen am 7. Oktober 2025.
  16. ↑ n-TV: Netflix kauft Warner Bros Discovery – für 83 Milliarden Dollar. In: n-TV. 5. Dezember 2025, abgerufen am 5. Dezember 2025 (deutsch).
  17. ↑ Netflix will für fast 83 Milliarden Dollar Warner Bros. Discovery übernehmen. Deutschlandfunk, 5. Dezember 2025, abgerufen am 6. Dezember 2025.
  18. ↑ Nina Rehfeld: Der Kampf um die Studios ist entbrannt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 8. Dezember 2025, abgerufen am 8. Dezember 2025 (deutsch).
  19. ↑ Techmilliardär Ellison bürgt persönlich für Teile des Warner-Gebots. In: Spiegel. 22. Dezember 2025, abgerufen am 23. Dezember 2025.
  20. ↑ Erbitterter Bieterkampf um Warner Bros geht in nächste Runde. In: NTV. 16. Februar 2026, abgerufen am 27. Februar 2026.
  21. ↑ Warner will erneut mit Paramount verhandeln – maximal sieben Tage. In: Manager Magazin. 17. Februar 2026, abgerufen am 27. Februar 2026.
  22. ↑ Netflix wirft in Bieterkampf um Warner Bros. überraschend hin. In: Spiegel. 27. Februar 2026, abgerufen am 27. Februar 2026.
  23. ↑ Paramount Skydance Corporation: Paramount Skydance satisfies all regulatory conditions under the merger agreement to close Warner Bros. Discovery acquisition, securing clearances in nearly 70 countries worldwide. In: PR Newswire. Cision, 6. September 2026, abgerufen am 14. August 2026 (englisch).
  24. ↑ David Ellison says combined Paramount and Warner Bros Discovery will be named Skydance, CNBC reports. In: Reuters. 2. Oktober 2026, abgerufen am 2. Oktober 2026 (englisch).
  25. ↑ Anzar Mehraj und Harshita Mary Varghese: Paramount wraps up mega Warner Bros merger to create Hollywood powerhouse Skydance. In: Reuters. 6. Oktober 2026, abgerufen am 6. Oktober 2026 (englisch).
  26. ↑ Medienkonzern Time Warner profitiert vom Fernsehen. heise.de, abgerufen am 7. Februar 2013 (deutsch).