| Washi | |
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| Immaterielles Kulturerbe | |
| Sugiharagami (杉原紙), eine Art von washi | |
| Staat(en): | |
| Liste: | Repräsentative Liste |
| Nummer: | 02291 |
| Aufnahme: | 2025 |



Japanpapier (japanisch 和紙 washi, oder wagami) ist handgeschöpftes, durchscheinendes Papier aus Japan. Es wird auch als Reispapier bezeichnet, obwohl es nicht aus Bestandteilen von Reispflanzen besteht. Man unterscheidet folgende Arten:
Washi ist seit 2014 in der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit enthalten.
Im 7. Jahrhundert wurde Papier über die koreanische Halbinsel aus China nach Japan eingeführt, und die Japaner entwickelten in der Heian-Zeit das Washi, indem sie die Papierherstellungsmethode verbesserten. Die um 805 bis 809 in Japan entwickelte Papierherstellungstechnik wurde als nagashi-suki (流し漉き) bezeichnet, eine Methode, bei der dem herkömmlichen tame-suki-Verfahren (溜め漉き) Schleimstoffe hinzugefügt wurden, um die Papierfasern zu verfestigen. Das verbesserte Washi wurde zur Dekoration bei religiösen Zeremonien wie Gohei, Ōnusa (ja: 大麻 (神道)) und Shide in Shintō-Schreinen verwendet, und in der Heian-Zeit schmückte mit Blattgold und Blattsilber überzogenes Washi Bücher wie die Gedichtsammlung Kokin-wakashū.
In der Muromachi-Zeit wurde Washi als zeremonielles Origami für die Samurai bei Hochzeiten und beim Überreichen von Geschenken verwendet, und von der Sengoku-Zeit bis zur Edo-Zeit entwickelten sich Freizeit-Origami wie Orizuru. Während der Edo-Zeit wurden viele Bücher und Ukiyo-e-Drucke für die breite Masse aus Washi im Holzschnittverfahren veröffentlicht.
Japanpapier wird aus Bastfasern von Gehölzen niedriger Wuchshöhe gewonnen. Die bekanntesten darunter sind:
Weiter werden von Kurara Sophora flavescens (Syn.:Sophora angustifolia) Fasern aus Rinde und Stielen und Asa Hanf Cannabis sativa verwendet. Auch Abacá (Manilahanf), Baumwolle, Pferdehaare, Rayon, Silber- und Goldfolien werden verwendet. Außerdem kommen Fasern des Muku-Baumes Aphananthe aspera, Boehmeria platanifolia, der chinesische Wisteria Wisteria sinensisund der weißen Maulbeere Morus alba zum Einsatz.
Der Strauch Gampi wächst nur in mildem Klima. Seine Fasern ergeben ein beständiges Papier. Er wird immer seltener angebaut und ist dadurch auch teurer. Kozo wird häufiger angebaut. Die Papiere aus dieser Pflanze sind sehr zäh. Aus Mitsumata werden Papiere mit feiner Faserung und besonderer Weichheit hergestellt.
Kozu und Mitsumata werden im Winter geschnitten, die Stämme auf halbe Länge gebunden und die Rinde über heißem Dampf ausgelöst. Der so gewonnene Bast wird gewaschen und mit Alkalien (Ätznatron, Natriumcarbonat, Linden- und Holzasche) gekocht, um das Auflösen der nicht-cellulosen Materialien in den Bastfasern zu erleichtern. Anschließend wird nochmals gewaschen und dann durch Schlagen oder Klopfen zerkleinert (Kokai), dann nochmals gewaschen (Kamidashi). Darum sind manche Papiersorten auch besonders widerstandsfähig. Oft werden die Fasern der genannten Sorten in verschiedenen Mischungsverhältnissen verwendet.
Zur Fasermischung können Pflanzenschleime zugegeben werden. Diese werden als Neri bezeichnet, sie werden aus verschiedenen Pflanzen gewonnen und können auch untereinander gemischt werden:
Heute wird auch Kagaku Neri (synthetischer Neri; Polyacrylamid, Polyethylenoxid) verwendet. Auch andere pflanzliche Schleimstoffe kommen zum Einsatz.
Neri hat als Zusatz zur Papierpulpe die Aufgabe, die Fasern in der Schwebe zu halten, also am Sedimentieren zu hindern, es ist eigentlich ein Dispergiermittel. Neri ist wirkungsvoll, wenn es mit weichem Wasser wie in Japan verwendet wird, aber ist nutzlos, wenn es mit hartem Wasser benutzt wird. Ursprünglich wurde die Papierherstellung von China an Japan weitergegeben. Das war noch lange vor der Entdeckung von Neri als Dispergiermittel. Nachdem diese einzigartige japanische Technik erfunden worden war, setzte wurde sie sich in der Heian-Periode durch. Nur mit Neri kann ein so dünnes Papier hergestellt werden.
Man unterscheidet also zwei Arten: Nagashi-zuki (mit Neri) erzeugt ein dünneres Papier, während Tame-zuki (ohne Neri) ein dickeres Papier erzeugt. Japanpapier hat eine Länge von 120 bis 150 cm.
Nachdem viel Wasser zugegeben wurde, wird der Rohstoff mit einem Bambussieb (Suketa) geschöpft. Nach ein bis zwei Minuten, und nachdem Verunreinigungen entfernt wurden, wird der nasse Bogen in Stapeln übereinander gelegt (Shito). Es erfolgt der Vorgang des Pressens, bei dem das Wasser fast vollständig herausgedrückt wird, das geschieht in der Regel über Nacht. Am nächsten Tag werden die feuchten Papiere zwischen zwei größere Bretter gelegt und mit einem Kompressor gepresst, um die Feuchtigkeit zu entfernen, dann werden sie zum Trocknen gebracht.
Die gepressten Papiere werden vorsichtig aus dem Stapel genommen und auf Holzplatten gebürstet, um auf natürliche Weise oder auf mechanischen Trocknern (dampfbeheizten Metalloberflächen) zu trocknen. Die Holzbretter der Kiefer, Rosskastanie und japanischen Zypresse werden als Trockenbretter verwendet. Das beste Holz für die Trocknung ist aus Ginkgo-Baum, da es eine glatte, ebene Oberfläche hat. Der oberste Bogen wird dann jeweils wie eine Fahne auf ein Brett gelegt und mit einer Bürste gebürstet (siehe Bilder). Deshalb ist eine Seite des Bogens glatt, die andere etwas rauer. Das Trocknungsverfahren, das natürlich (Itaboshi) oder mechanisch (Joki Kansoki) sein kann, beeinflusst das fertige Papier. Insbesondere wenn dickes Papier durch einen mechanischen Trockner getrocknet wird, neigt die Oberfläche des Papiers dazu, flockig und übertrocknet zu werden.
Die fertigen Papiere können mit Dosa (aus tierischem Leim und Alaun, um die Tintenausblutung zu verhindern), Konnyaku-Pulver (Teufelszunge Amorphophallus konjac, eine Stärke, erhöht die Nassfestigkeit) oder Kakishibu (Persimmon-Tannin, die unreifen Früchte von Kaki werden zerkleinert, entsaftet und fermentiert), behandelt werden.
Es kann auch mit chemischen oder natürlichen Farbstoffen gefärbt werden oder strukturiert werden, um Papier wie Momigami (ein zufällig zerknittertes Papier) oder Chirimen (ein kreppartig strukturiertes Papier) zu machen.
Neben der alten Tradition des Handschöpfens haben sich in Asien auch moderne Fertigungsmethoden etabliert, mit denen preiswerte Sorten hergestellt werden.
Die Technik, aus beliebigen Pflanzenfasern und Neri Papier zu erzeugen, gibt es seit mehr als 1300 Jahren. Mit dem Aufkommen von Papier aus Holzschliff in Japan, in der Meiji-Restauration (ab 1868), verlor das traditionell erzeugte Japanpapier seine Rolle als Massengut, und so wird es heute dem Kunsthandwerk zugeordnet.
Je nach Region, Herstellungsperiode und Verwendung gibt es eine spezielle Bezeichnung für das Papier. Jedes Papier hat seine speziellen Eigenheiten und Merkmale.
Japanpapier findet vor allem in der traditionellen Tuschmalerei Verwendung. Es wird aber auch in vielen anderen künstlerischen Bereichen benutzt, zum Beispiel Katagami; ebenso bei der Restaurierung alter Bücher, um Lücken im Papier und Fehlstellen zu beheben bzw. auszugleichen, bei der Herstellung von japanischen Shōji-Schiebewänden sowie der Erstellung von Oshigata.