Wayne Osgood

Donald Wayne Osgood (* um 1952) ist ein US-amerikanischer Kriminologe und Soziologe sowie emeritierter Professor der Pennsylvania State University.

Leben

Er studierte von 1967 bis 1971 Psychologie an der University of California, Los Angeles und schloss hier 1971 mit einem A.B. ab. Danach wechselte er an die University of Colorado Boulder. Hier erwarb er 1974 einen M.A. und 1977 auch einen Ph.D. mit der Spezialisierung auf Sozialpsychologie und Quantitative Methoden unter der Betreuung von Gary McClelland (Dissertationsthema: A comparison of cognitive style in impression formation and in existing views about people). Seine berufliche Karriere begann er 1976 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Behavioral Research Institute University of Colorado Boulder. 1980 wechselte er an das Institute for Social Research der University of Michigan, wo er als Forschungsbeauftragter (bis 1983) und dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent für Psychologie und Soziologie bis 1986 tätig war. Von 1986 bis 1987 war er Leiter der Folgeforschung am Father Edward Flanagan’s Boys’ Home in Boys Town, Nebraska. 1987 begann seine Lehr- und Forschungstätigkeit im Fachbereich Soziologie der University of Nebraska–Lincoln, bis 1990 als Assistenzprofessor, dann bis 1996 als außerordentlicher Professor und Lehrbeauftragter; ab 1995 hatte er hier die Gallup-Forschungsprofessor inne. 1996 erfolgte sein Wechsel als Professor für Kriminologie und Soziologie an den Fachbereich Soziologie und Kriminologie der Pennsylvania State University; hier war er zudem Assoziierter Professor am Institut für Human Development and Family Studies und Mitglied des Population Research Institute. 2017 wurde er emeritiert.

Werk

Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Delinquenz und anderen problematischen Verhaltensweisen im Jugend- und frühen Erwachsenenalter. Seine Studien befassen sich mit dem Einfluss von Alltagsaktivitäten auf kriminelles Verhalten, Freundschaftsnetzwerke, dem Einfluss Gleichaltriger, den Ursachen von Altersunterschieden, kriminellen Karrieren und der allgemeinen Verbreitung von Devianz. Er forschte zudem zu verschiedenen Programmen für jugendliche Straftäter (darunter Präventions-, Diversions- und stationäre Programme) und veröffentlichte Arbeiten zu statistischen Fragestellungen bei der Analyse von abweichendem Verhalten, zu Längsschnittdaten und zu Programmevaluationen.

Seine PROSPER-Studie (Promoting School-Community-University Partnerships to Enhance Resilience) war eine weltweit führende Studie zu Freundschaftsnetzwerken Jugendlicher. Sie umfasst über 12.000 Jugendliche in 28 Schulbezirken und erhebt in acht jährlichen Wellen Daten von der 6. bis zur 12. Klasse. Die Forschungsergebnisse der PROSPER-Studie haben umfassende neue Erkenntnisse in den Bereichen Jugendentwicklung, Risikoverhalten und soziale Netzwerke geliefert. Aus der Perspektive der PROSPER-Studie beschreibt das Buch „Jugendfreundschaftsnetzwerke, Entwicklung und Risikoverhalten“ die vielfältigen Wege, auf denen Freundschaftsnetzwerke Jugendlicher den Konsum von Substanzen, delinquentes Verhalten, psychische Probleme, schulischen Erfolg, romantische Beziehungen und die zukünftige Entwicklung beeinflussen. Die situative Erklärung von Kriminalität, die in der „Theorie der alltäglichen Aktivitäten“ (manchmal auch als „Lifestyle-Theorie“ bezeichnet) zu finden ist, lenkt die Aufmerksamkeit darauf, wie gewöhnliche, alltägliche Aktivitäten durch die Schaffung von Gelegenheiten für Straftaten zur Kriminalität beitragen können. Seine Sichtweise stützt sich auf Erkenntnisse aus früheren Studien zu Zeitnutzung und abweichendem Verhalten und verbindet die Theorie der Routineaktivitäten mit zentralen Konzepten aus früheren Arbeiten zur Delinquenzforschung, wie etwa David Matzas und Gresham M. Sykes’ Konzept der subterranealen Werte, Martin Golds Ansicht über Delinquenz als „Pickup Game“ sowie Michael R. Gottfredsons und Travis Hirschis Studien zu situativen Anreizen zu Straftaten. Die Perspektive der Routineaktivitäten betrachtet die alltäglichen Aktivitäten zudem als erklärende Brücke zwischen der Position des Individuums in der sozialen Struktur und wichtigen Folgen wie Kriminalität.

Ehrungen/Positionen

Privates

Seine erste Frau Jan Jacobs lernte er am Institut für Verhaltenswissenschaften der Colorado State University kennen; sie war Forschungsassistentin in dem Team, in dem auch er arbeitet und sie hatte einen Master in Entwicklungspsychologie. Danach machte sie Masterstudium in Humanentwicklung. Später bekam sie eine Stelle im Fachbereich Psychologie an der University of Nebraska-Lincoln.

Publikationen (Auswahl)

Monografien
Herausgeberschaften
Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge

Einzelnachweise

  1. ↑ Wayne Osgood. In: The Pennsylvania State University. Penn State College of the Liberal Arts, abgerufen am 3. November 2025 (amerikanisches Englisch).
  2. ↑ Curriculum Vitae D. Wayne Osgood auf Pennsylvania State University, abgerufen am 1. November 2025.
  3. ↑ TheCrimAcademy_63_Osgood, Interview vom 10. Januar 2023, abgerufen am 2. November 2025.
Personendaten
NAME Osgood, Wayne
ALTERNATIVNAMEN Osgood, Donald Wayne (vollständiger Name); Osgood, D. Wane
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Kriminologe und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM um 1952