Das Unternehmen wurde 2012 von Frank Stefan Jorga sowie Tim-Markus Kaiser und Franz Thomas Fürst in Berlin gegründet. Das Team entwickelte ein Verfahren für die Personenidentifikation per Videochat, das 2014 von der Bafin genehmigt wurde. 2016 wurde ein Standort in Kiel eröffnet für App- und Software-Entwicklung, IT-Projektmanagement und Server Administration. Im gleichen Jahr weitete WebID das Geschäft mit einer neu gegründeten Tochtergesellschaft und einer Kooperation mit der Swisscom AG auf die Schweiz aus.
WebID befand sich für mehrere Jahre in einem Rechtsstreit mit einem Wettbewerber, der WebID Solutions der Patentverletzung bezichtigte. 2020 wurde die Klage vom Oberlandesgericht Düsseldorf als unberechtigt abgewiesen.
Durch die Aufnahme mehrerer Kredite finanzierte WebID die Expansion in die USA, wo das Unternehmen 2018 einen Standort aufbaute und die Onlineidentifikation patentieren ließ.
WebID Solutions ist seit September 2013 in der Friedrichstraße in Berlin ansässig. Weitere Standorte befinden sich in Kiel, Solingen, Frankfurt am Main und Hamburg. In Solingen unterhält WebID ein Videoservicecenter. Die WebID Solutions GmbH fungiert als Kopf der WebID Solutions Gruppe, welche Tochtergesellschaften in Österreich, der Schweiz und Indien hat. Seit 2018 gibt es auch einen Standort in den USA.
Produkte und Leistungen
Die Angebote des Unternehmens konzentrieren sich auf Produkte und Serviceleistungen für Rechtsgeschäfte, die über das Internet abgewickelt werden. Das umfasst die Personenidentifikation per Videocall, durch Online-Ausweis, Onlinebanking, digitale Identität oder mithilfe von KI sowie Altersprüfungen (AVS) und Online-Vertragsabschlüsse. Außerdem hat WebID die herstellerneutrale Plattform GTTP („Global Trust Technology Platform“) entwickelt, die alle am Online-Identifizierungsprozess Beteiligten zusammenbringt. WebID arbeitet zusätzlich mit anderen Plattformen wie Verimi zusammen, um die Online-Identifikation bei mehrmaliger Anmeldung zu vereinfachen.
Bei der Online-Personenidentifikation gilt WebID Solutions mit seinem Verfahren „WebID Video Ident“ als Pionier und Marktführer. Das Verfahren wurde als Alternative zum schon länger etablierten Postident-Verfahren der Deutschen Post AG entwickelt. Es ist das weltweit erste dieser Art und unterliegt Patentschutz in Deutschland, den USA und China.
Das erste Unternehmen, das die Online-Videoidentifizierung über WebID Solutions einsetzte, war die SWK Bank. Als erste größere Bank in Deutschland etablierte die ING-DiBa 2014 die vollständige Online-Kontoeröffnung und band dabei WebID Solutions ein. Stand November 2025 setzte die ING für Kontoeröffnungen wieder PostIdent Videochat ein.
12 Bundesanzeiger: Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024, abgerufen am 18. Juli 2026.
↑Franz Thomas Fürst und Frank Stefan Jorga: Onlineidentifikation – Medienbruchfreies Multikanalmanagement, in: Harald Brock, Ingo Bieberstein (Hrsg.): Multi- und Omnichannel-Management in Banken und Sparkassen. Wege in eine erfolgreiche Zukunft, Springer Gabler, Wiesbaden 2015, S. 363–375, ISBN 978-3-658-06537-9. Biografische Angaben zu Fürst und Jorga dort S. 375. Zu Jorga siehe auch Kerstin Dämon:„Der Druck ist noch nicht groß genug“.In:Wirtschaftswoche (online).Abgerufen am 12.April 2017.
12Helmut Bünder:Identifikation von Ausweisen: Der Vertragsabschluss auf der Couch – per Videochat. In: FAZ.NET. ISSN0174-4909 (faz.net[abgerufen am 18.März 2021]).
↑Franz Thomas Fürst und Frank Stefan Jorga: Onlineidentifikation – Medienbruchfreies Multikanalmanagement, in: Harald Brock, Ingo Bieberstein (Hrsg.): Multi- und Omnichannel-Management in Banken und Sparkassen. Wege in eine erfolgreiche Zukunft, Springer Gabler, Wiesbaden 2015, S. 363–375, hier S. 364–367, ISBN 978-3-658-06537-9.
↑Franz Thomas Fürst und Frank Stefan Jorga: Onlineidentifikation – Medienbruchfreies Multikanalmanagement, in: Harald Brock, Ingo Bieberstein (Hrsg.): Multi- und Omnichannel-Management in Banken und Sparkassen. Wege in eine erfolgreiche Zukunft, Springer Gabler, Wiesbaden 2015, S. 363–375, hier S. 367, ISBN 978-3-658-06537-9.