Weiperfelden liegt im östlichen Hintertaunus(Bodenroder Kuppen), innerhalb des Naturpark Taunus im von Wald gesäumten, oberen Solmsbachtal. Im Südosten befinden sich der 491,1mü.NN hohe Hinterster Kopf und der 492,3m hohe Hainbuchenkopf, im Südsüdosten liegen der 505,1m hohe Gickel und der etwa 518m hohe Hesselberg. Die Gemarkungsfläche ist mit 58Hektar ausgesprochen klein, davon sind fünf Hektar Holzungen (Stand: 1885). Sie umfasst im Wesentlichen nur die Talauen am Solmsbach und einige Rodungsflächen, die sich von der Ortslage nach Norden am Hang des 421,2m hohen Altenwaldes hinaufziehen. Der größte Teil der Gemarkungsgrenze ist zugleich Gemeindegrenze, und zwar zu Langgöns im Norden und Butzbach im Süden.
In der Schreibweise Walpurgeuelde lässt sich der Ort bis in das Jahr 1207 urkundlich zurückverfolgen. Somit ist diese frühe Erwähnung von Weiperfelden eine der ersten im oberen Solmsbachtal.
Östlich des Ortes wurde über mehrere Jahrhunderte Kupfer, Silber, Blei und Gold abgebaut – in der Grube Silbersegen.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessenfusionierten zum 31. Dezember 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Brandoberndorf, Griedelbach, Hasselborn, Kraftsolms, Kröffelbach und Weiperfelden freiwillig zur neuen Großgemeinde Waldsolms. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden von Waldsolms wurde je ein Ortsbezirk gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten, denen Weiperfelden angehört(e):
ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Wetzlar, Gemeinde Waldsolms
ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Waldsolms
ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Waldsolms
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Weiperfelden 273 Einwohner. Darunter waren 15 (5,5%) Ausländer.
Nach dem Lebensalter waren 54 Einwohner unter 18 Jahren, 109 zwischen 18 und 49, 69 zwischen 50 und 64 und 36 Einwohner waren älter.
Die Einwohner lebten in 120 Haushalten. Davon waren 36 Singlehaushalte, 39 Paare ohne Kinder und 36 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 21 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 90 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Weiperfelden: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2011
Jahr
Einwohner
1834
170
1840
179
1846
192
1852
179
1858
172
1864
136
1871
124
1875
116
1885
112
1895
90
1905
96
1910
101
1925
106
1939
93
1946
154
1950
155
1956
141
1961
124
1967
151
1970
148
1980
?
1990
?
2000
?
2011
273
Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt,1968. Weitere Quellen: LAGIS; Zensus 2011
Religionszugehörigkeit
•1885:
112 evangelische (= 100,00%), kein katholischer Einwohner
•1961:
105 evangelische (= 84,68%), 13 katholische (= 10,48%) Einwohner
Politik
Ortsbeirat
Für Weiperfelden besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Weiperfelden) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.
Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 66,06%. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerliste Weiperfelden“ an. Der Ortsbeirat wählte Uwe Scholl zum Ortsvorsteher.
Wappen
Am 30. April 1968 wurde der Gemeinde Weiperfelden im damaligen Landkreis Wetzlar ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Schwarz auf grünem Boden eine silberne Kirche mit roter Tür und roten Fenstern.
Dieter Wolf: Zur Geschichte der Kapelle bzw. Kirche Mariazell. In: Gemeinde Waldsolms und Arbeitskreis „800 Jahre Weiperfelden“ (Hrsg.): 800 Jahre Weiperfelden 1207–2007. Gemeinde Waldsolms, Waldsolms 2007, S. 76–87.
↑Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21.Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr.3, S.84, Punkt 93 Abs. 17 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags[PDF; 6,0MB]).
12Hauptsatzung.(PDF;KKkB)§4.In:Webauftritt.Gemeinde Waldsolms,abgerufen im Februar 2024.
↑Michael Rademacher:Land Hessen.Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006.In:eirenicon.com.Abgerufen am 1.Januar 1900
↑Wilhelm von der Nahmer:Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins: vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, OCLC165696316, S.8 (Google Buch).
↑Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Weiperfelden, Landkreis Wetzlar, Regierungsbezirk Wiesbaden vom 30.April 1968. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1968 Nr.21, S.826, Punkt 594 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags[PDF; 3,6MB]).