Wera Cleve (* 22. Juli 1896 in Berlin; † 27. Juli 1984 in Dresden) war eine deutsche Regisseurin, Kamerafrau, Schnittmeisterin und Technische Zeichnerin. Sie gilt als Deutschlands erste Kamerafrau.
Cleve besuchte zunächst das Städtische Schillerlyzeum in Berlin, begann ab 1914/15 eine Ausbildung zur Zeichnerin an der Unterrichttsanstalt des Kunstgewerbemuseums. Nachdem die Unterrichtsanstalt während des 1. Weltkrieges in ein Lazarett umgebaut wurde, führte Cleve ihre Ausbildung an der Handerwerkerschule am Stralauer Platz in Berlin fort. Dort schloss sie ihre Lehre als technische Zeichnerin ab. 1917/18 arbeitete sie kurzzeitig bei der AEG, wechselte dann ab 1919 zum Film. Bei der Ufa wurde sie Teil der Trickabteilung unter der Leitung von Svend Nolan. Neben Schnittarbeit erlernte sie dort auch den Umgang mit der Kamera. Erste Kameraarbeiten führte sie ab den frühen 1920er Jahren durch, darunter der Lehrfilm Wunder der Schöpfung von 1925.
Neben dem Filmschaffen für die Ufa arbeitete Cleve in den 1920er Jahren auch an Werbefilmen für die Werbekunst Epoche Reklame GmbH, die u. a. die Hartungsche Zeitung und Langenscheidt bewarben. Für die Ufa setzte sie in dieser Phase ihrer Arbeit neben Kameraführung vor allem Sprachaufnahmen, Tonaufnahmen und Ton-Regie um. Cleve wurde während ihrer Zeit bei der Ufa zur Schnittmeisterin. Anschließend arbeitete Cleve auch als Regisseurin, darunter 1940 bei dem Werbefilm Quellen der Lebenskraft.
Am 18. September 1945 wurde Cleve von der Ufa entlassen, die später in die 1946 neugegründete DEFA eingegliedert wurde. Cleve zog anschließend mit ihrer Mutter nach Dresden. Erste Arbeit im Filmschnitt nach Kriegsende fand Cleve bei der DEFA-Produktion Sachsen sowie in den DEFA-Filialien in Potsdam-Babelsberg. Beim DEFA-Studio für Trickfilme hatte sie von dessen Gründungsjahr 1955 bis zu ihrer Verrentung 1961 eine Festanstellung als Schnittmeisterin. Dort ist sie bei über 70 Produktionen für den Schnitt verantwortlich gewesen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cleve, Wera |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Regisseurin, Kamerafrau, Schnittmeisterin und Technische Zeichnerin |
| GEBURTSDATUM | 22. Juli 1896 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 27. Juli 1984 |
| STERBEORT | Dresden |