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Eine Werbefigur ist eine fiktionale Person oder eine Kunstfigur, die im Rahmen einer Werbekampagne als Werbeträger Waren, Dienstleistungen und Marken präsentiert, indem sie diese personalisiert und so mit Handlungen, Emotionen oder beidem verbindet.
Das Spektrum der Werbefiguren reicht von einfachen Avataren über so genannte Testimonials bis zu Figuren, denen eine individuelle Geschichte geschrieben wird, innerhalb der sie agieren und so die Werbebotschaft kommunizieren. Die Werbefigur wird dabei in der Regel mit Attributen versehen, die abhängig von den definierten Werbezielen sind. Als wesentliche Bedingung für den Erfolg einer Werbefigur in Bezug auf Markentreue des Kunden und Marktausschöpfung des mit ihr Werbenden gilt deren Tauglichkeit als Sympathieträger.
Gespielte Figuren
Bekannte Beispiele waren
Frau Antje: 1961–1998, verknüpfte holländischen Käse mit dem Bild einer typischen Niederländerin; seit 2000 nur noch als Kunstfigur auf Veranstaltungen
Tilly: 1966–1992, bewarb das US-Spülmittel Palmolive mit dem Satz „Sie baden gerade Ihre Hände darin“; verkörpert durch US-Schauspielerin Jan Miner
Klementine: 1968–1984, „erklärte“ mit Latzhose und kariertem Hemd die Vorteile von Ariel – Johanna König erreichte in dieser Rolle ihre größte Popularität
In den 50er und 60er Jahren berieten erfundene Figuren bekannter Speise- oder Backzutatenhersteller Kundinnen bei der Zubereitung ihrer Produkte. Beispiele hier für sind in Deutschland Frau Barbara für Maizena und Mondamin, Betty Bossy für Astra, in der Schweiz, oder Betty Crocker für General Mills in den USA.
Jens Eder: Figuren in der Werbung. In: Rainer Leschke, Henriette Heidbrink (Hrsg.): Formen der Figur – Figurenkonzepte in Künsten und Medien. Konstanz 2010, S. 295–324.
Wolfgang Hars: Lurchi, Klementine und Co. – Unsere Reklamehelden und ihre Geschichten. Fischer, Frankfurt a.M. 2002, ISBN 978-3-596-15074-8.
Joachim Kellner, Werner Lippert (Hrsg.): Werbefiguren – Geschöpfe der Warenwelt. Frankfurt (Main) 1992.
Nicole Wilk: Körpercodes – Die vielen Gesichter der Weiblichkeit in der Werbung. Frankfurt (Main) / New York 2002.
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Walter Grasskamp: Serienhelden – Vom Markenzeichen zur Werbefigur. Medientheoretische Steckbriefe. In: Joachim Kellner / Werner Lippert (Hg.): Werbefiguren – Geschöpfe der Warenwelt. Westermann Kommunikation, Ingelheim 1991, ISBN 978-3-928710-00-8, S. 13–21