Werner Dutschke (* 9. Dezember 1919 in Chemnitz) war ein deutscher Architekt und Hochschullehrer in der DDR.
Dutschke war der Sohn des Chemnitzer Architekten Max Dutschke (1878–1960). Er absolvierte eine Lehre als Zimmerer und machte von 1936 bis 1940 ein Fachschulstudium an der Staatlichen Akademie für Technik in Chemnitz. Schon in dieser Zeit gewann er mit einem Erweiterungsbau der Industrie- und Handelskammer in Chemnitz erste praktische Erfahrungen. 1940 schrieb er sich an der TH Dresden für das Architekturstudium ein, das er aber wegen der Einberufung zur Wehrmacht und der Teilnahme am Zweiten Weltkrieg nicht realisieren konnte.
Erst 1950 konnte Dutschke das Studium an der TH Dresden als Diplom-Ingenieur abschließen. Er gehört zu der ersten Architektengeneration, die ihr Studium in der DDR absolvierte. Den Lebensunterhalt verdiente er sich in dieser Zeit bei Wilhelm Jost und Richard Konwiarz. Dabei entstanden nach seinem Entwurf ein Einfamilienhaus in Dresden und ein Institutsbau für die TH in Linz.
Von 1951 bis 1954 war Dutschke wissenschaftlicher Assistent und bis 1957 an der TH Oberassistent am Lehrstuhl von Georg Funk. Unter dessen Leitung nahm er u. a. mit Konrad Lässig und Bernhard Geyer (* 1929) an mehreren Wettbewerben teil, z. B. 1953 für die Ost-West-Magistrale in Dresden (1. Preis), 1954/55 für den Friedrich-Engels-Platz (heute Goerdelerring) in Leipzig, 1956 für das Zentrum in Hoyerswerda (2. Preis) und 1957 für das Berliner Wohngebiet Fennpfuhl (3. Preis).
Von 1957 bis 1965 war Dutschke Abteilungsleiter im Entwurfsbüro für Hochbau I beim Magistrat von Groß-Berlin, das dann VEB Berlinprojekt/Hochbauprojektierung I hieß. Dabei leitete er 1965/1966 die Projektierung für das Neanderviertel, das spätere Heinrich-Heine-Viertel, und die Bebauung am Kietzer Feld in Berlin-Köpenick. Außerdem beteiligte er sich mit Josef Kaiser am Wettbewerb für den II. Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee, an dem neben Hermann Henselmann sechs Architekten-Kollektive teilnahmen. Aufgrund seiner überlegenen Ortskenntnis und Architektur setzte sich der Entwurf Dutschkes (Städtebau) und Kaisers (Architektur) durch. Da beide parteilos waren, wurde dann für den städtebaulichen Teil die Zusammenarbeit Dutschkes mit Edmund Collein dekretiert.
1965/1966 machte Dutschke mit Gerd-Heinz Brüning die städtebauliche Planung des heutigen Sewanviertels. Er war auch Leiter der Experimentalwerkstatt an der Bauakademie der DDR und erarbeitete in dieser Funktion 1968/1969 mit Edith Diehl (* 1931) den städtebaulichen Entwurf für das Neanderviertel.
Von 1970 bis zur Emeritierung war Dutschke Inhaber des Lehrstuhls für Städtebau und Leiter des Fachgebiets Architektur an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Aus dieser Zeit ist nur sein Entwurf der Pavillonbauten im Volkspark Friedrichshain mit Dietmar Kuntzsch bekannt.
Dutschke war bis 1990 Mitglied des Bundes der Architekten der DDR.
Die Wohnungsbauten im Hans-Loch-Viertel und im Neanderviertel „zeichnen ihn als gradlinigen, der Moderne verpflichteten Architekten aus, dem anspruchsvolle Architektur in Serienfertigung zu entwickeln gelang.“
Holger Barth
| Personendaten | |
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| NAME | Dutschke, Werner |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt und Hochschullehrer in der DDR |
| GEBURTSDATUM | 9. Dezember 1919 |
| GEBURTSORT | Chemnitz |