Werner Eikel (* 30. Mai 1929 in Hagen; † 17. Juni 1998 in Aachen) war ein deutscher Grafiker und Schriftkünstler, sowie Hochschullehrer (FH).
In Hagen wurde er 1929 geboren und ging dort zur Schule. Die erste Begegnung mit der Schriftkunst hatte Eikel im Alter von 16 Jahren. Die Schriften der Mönche und Gelehrten ließen ihn nicht mehr los, seitdem er aus der vom Krieg zerbombten Stadt einen Koffer mit Schreibfedern, Tusche und Papier rettete und damit seine ersten kalligraphischen Schreibversuche machte.
Beim Studium an den Kölner Werkschulen von 1949 bis 1955 führten ihn seine Lehrer in die bildnerische Disziplin der Grafik ein: Walter Gleining, Anton Wolff und August Hoff. Die einen haben ihn mehr auf die Bedeutung der Typografie hingewiesen. August Hoff dagegen hat ihn mehr in der künstlerischen Gestaltung der Handschrift beeinflusst. 1954 wurde Eikel Meisterschüler bei Hoff.

In Köln gründete und führte Werner Eikel seit 1963 erfolgreich ein Grafikatelier. In seiner eigens gegründeten Offizin, einer Werkstatt zur Herstellung und zum Verkauf von hochwertigen Druckerzeugnissen, entstanden neben großformatigen mehrfarbigen Einblattdrucken mit Goldprägung auch Bücher und Broschüren nach den handgeschriebenen und illustrierten Originalen. Er konnte innerhalb kürzester Zeit einen Schriftzug kreieren, aus Einzelbuchstaben entstanden Wortgebilde, die sich zu Ornamenten verdichteten. Hinzu kommt, dass sich Eikel ebenso auf die kunstvollen Schriftzeichen der griechischen, hebräischen, arabischen, russischen, koreanischen und chinesischen Sprache verstand. Seine Arbeiten waren breit gefächert. Sie umfassten Psalmen, Bibeltexte, Gedichte, Aphorismen, philosophische Texte, Domblätter und Stadtchroniken, aber auch Urkunden für bedeutende Persönlichkeiten: Träger des Internationalen Karlspreises wie z. B. Vaclav Havel, Francois Mitterrand, Helmut Kohl oder der Ehrenbürgerbrief der Stadt Köln für Heinrich Böll.
Als er schon über 50 Jahre alt war, bewarb sich Werner Eikel bei der Fachhochschule Aachen für die Nachfolge in dem traditionellen Lehrgebiet Kalligrafie. Er wurde dort Professor für Kalligraphie, dem ersten und einzigen Lehrstuhl dieser Art in Europa.
Werner Eikel gründete 1987 zusammen mit Hildegard Reitz u. a. die „Internationale Gesellschaft zur Förderung der (Literatur- und) Schriftkunst“. Der Verein organisiert noch heute Kalligrafie-Kurse und veröffentlicht die Zeitschrift „ARS Scribendi“.

| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Eikel, Werner |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Grafiker und Schriftkünstler, sowie Hochschullehrer (FH) |
| GEBURTSDATUM | 30. Mai 1929 |
| GEBURTSORT | Hagen |
| STERBEDATUM | 17. Juni 1998 |
| STERBEORT | Aachen |