Werner Meiners

Werner Meiners (* 1946 in Oldenburg, Niedersachsen) ist ein deutscher Pädagoge, Historiker und Autor. Aufbauend auf schulischen Projekten die Meiners pädagogisch betreute, ging eine umfangreiche Forschungs- und Publikationstätigkeit zu Fragen der regionalen Zeitgeschichte hervor.

Leben und Wirken

Seit 1973 war Meiners als Realschullehrer und Konrektor in Ganderkesee tätig, zunächst an der dortigen Orientierungsstufe, an der er bis 2004 arbeitete. Von 2004 bis 2007 leitete er die Grundschule Kirchhatten.

Seit den 1980er Jahren widmet sich Meiners als Heimatforscher der Aufarbeitung der Geschichte jüdischer Familien im Oldenburger Land, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden. Zu seinen Forschungen gehören unter anderem die Familie Alexander aus Ganderkesee, die Familie Kugelmann aus Wardenburg sowie das Oldenburger „Judenhaus“ der Familie Grünberg in der Kurwickstraße 5.

Als Sprecher des Arbeitskreises Geschichte der Juden engagierte sich Meiners jahrelang in der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen.

Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand ist Meiners in der pädagogischen Bildungsarbeit tätig. Unter anderem beteiligt er sich an Erinnerungsprojekten mit dem Graf-Anton-Günther-Gymnasium in Oldenburg sowie der IGS Wardenburg. Meiners lebt in Wardenburg.

Erinnerungskultur in Wardenburg

Meiners Forschungen trugen zur Aufarbeitung der Geschichte der im Holocaust ermordeten Mitglieder der Wardenburger Familie Kugelmann und zu deren öffentlicher Erinnerung bei. An der Errichtung des 2009 eingeweihten Kugelmannplatzes als Gedenkort war Meiners maßgeblich beteiligt.

Auch in der Folgezeit engagierte sich Meiners in der lokalen Gedenkarbeit und setzte sich für eine stärkere öffentliche Auseinandersetzung mit der Geschichte der Familie Kugelmann ein. Er kritisierte, dass diese Geschichte in Wardenburg nur begrenzte öffentliche Aufmerksamkeit erfahre. Zwar führt die Gemeinde inzwischen regelmäßig Gedenkveranstaltungen durch, nach Einschätzung von Meiners sei die Erinnerung an die im Nationalsozialismus ermordeten jüdischen Einwohner in Teilen der Bevölkerung jedoch weiterhin wenig verankert. Als Ausdruck dieses aus seiner Sicht unzureichenden Bewusstseins wird unter anderem auf die wiederholte Zweckentfremdung und Beschädigung des Kugelmannplatzes verwiesen.

Werke (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Hergen Schelling: „Wir müssen Geschichte vor der Haustür aufarbeiten“. In: NWZonline.de. 29. Juni 2022, abgerufen am 24. Juli 2026.
  2. ↑ Heide Sobotka: Die Geschichte der Kugelmanns. In: Jüdische Allgemeine. 2. Januar 2012, abgerufen am 24. Juli 2026.
  3. ↑ Werner Fademrecht: Ein Buch gegen das Vergessen. In: NWZonline.de. 12. November 2011, abgerufen am 10. September 2026.
  4. ↑ Werner Fademrecht: Historiker sieht viel Forschungsbedarf. In: NWZonline.de. 27. November 2012, abgerufen am 11. September 2026.
  5. ↑ Wallstein Verlag Autoren: Werner Meiners. In: Wallstein Verlag. Abgerufen am 24. Juli 2026.
  6. ↑ Marén Bettmann: Schüler arbeiten einzelne Schicksale von Juden heraus. Nr. 282. Nordwest-Zeitung, Oldenburg 3. Dezember 2015, S. 42 (nwzonline.de – Zeitungsarchiv hinter Paywall).
  7. ↑ Marén Bettmann: Schicksal jüdischer Familie soll Jugend bewegen. In: NWZonline.de. 28. Januar 2014, abgerufen am 10. September 2026.
  8. ↑ Geschichte der Juden im Ratssaal. In: NWZonline.de. 7. November 2009, abgerufen am 21. August 2026.
  9. ↑ Werner Meiners: Unsere jüdischen Nachbarn – Wege und Stationen im Leben der Familie Kugelmann aus Wardenburg. Isensee Verlag, Oldenburg 2011, ISBN 978-3-89995-804-1, S. 182–184.
  10. ↑ Albrecht Eckhardt: Unsere jüdischen Nachbarn – Wege und Stationen im Leben der Familie Kugelmann aus Wardenburg. Hrsg.: Werner Meiners. Isensee Verlag, Oldenburg 2011, ISBN 978-3-89995-804-1, S. 8–10.
Personendaten
NAME Meiners, Werner
KURZBESCHREIBUNG deutscher Pädagoge, Historiker und Autor
GEBURTSDATUM 1946
GEBURTSORT Oldenburg