Werner Nellner (* 12. Juli 1912 in Mellendorf, Kreis Reichenbach (Eulengebirge, Schlesien); † 10. Mai 2004) war ein deutscher Geograph. Seine Arbeitsschwerpunkte waren nach 1945: Beobachtung der Flüchtlingsintegration der Heimatvertriebenen und Geflüchteten, bevölkerungsstatistische Erfassung der Geflüchteten in der Bundesrepublik Deutschland, statistische Erfassung der Pendelwanderung, Fragen der räumlichen Gliederung des Bundesgebietes und der Suburbanisierung, Aufstellung von Gemeindeverzeichnissen.
Nellner studierte Geographie, Geologie, Geschichte, Volkswirtschaftslehre und Statistik an der Universität Breslau und wurde dort 1939 zum Dr. phil. nat. bei dem Geopolitiker Erich Obst promoviert. 1942 legte Nellner zusätzlich das Staatsexamen für das höhere Lehramt in Breslau ab.
Nach Jan Ruhkopf war Nellner zwischen 1932 und 1938 in der Hitlerjugend (als Funktionär) aktiv und wurde für seine Verdienste mit dem Ehrenzeichen der HJ ausgezeichnet. Im Jahr 1938 wurde er Mitglied der NSDAP. Von 1939 an leitete Nelllner das Planungsbüro für das oberschlesische Industriegebiet der Regierung in Oppeln. Er wurde noch im selben Jahr stellvertretender Bezirksplaner bei dem Regierungspräsidium in Kattowitz (bis Kriegsende). Sein vorgesetzter Dienstherr in Kattowitz war der oberschlesische Bezirksplaner und Architekt Gerhard Ziegler. Beide Planer wurden nach 1945 ordentliche Mitglieder der Hannoveraner Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL). Nellner erst im Jahr 1970 (seit 1965 korrespondierendes Mitglied); Gerhard Ziegler gehörte zum Kreis der ersten Generation der ordentlichen Mitgliedern der ARL (1953).
Kontakt zur ARL in Hannover hielt Nellner aber bereits seit dem Jahr 1947. Denn er erhielt in diesen Nachkriegsjahren (1947/48) einen landeskundlichen Forschungsauftrag (Kreisbeschreibung) der ARL über den Kreis Minden (Westfalen). Auch für das Bad Godesberger Institut für Raumforschung wurde Nellner zu Beginn der 1950er Jahre gemeinsam mit Bevölkerungswissenschaftlern aktiv (s. Schriften unten). Zuvor war er im Anschluss an seine Mindener Kreisbeschreibung in die amtliche Statistik gewechselt und arbeitete als Referent im Statistischen Amt für die Britische Besatzungszone. Auch in dem darauf folgenden Jahrzehnt (1949–1959) blieb er als Referent (Regierungsrat) im Wiesbadener Statistischen Bundesamt tätig. Der Historiker Jan Ruhkopf bezeichnet Nellner als den „primären Ansprechpartner“ des Bundesvertriebenenministeriums „in Sachen Flüchtlingsstatistik“.
Die letzten Dekaden seiner Berufsjahre in der Bundesrepublik waren durch Tätigkeiten im zivilen Bevölkerungsschutz geprägt. 1959 bis 1965 war Werner Nellner als Referent im Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz (BzB; eine Bundesoberbehörde) tätig; und ab 1966 als ständiger Vertreter des Präsidenten bei der Akademie für zivile Verteidigung (AkzV) in Bad Godesberg. Diese Tätigkeit übte er bis 1977 aus.
| Personendaten | |
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| NAME | Nellner, Werner |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Geograph |
| GEBURTSDATUM | 12. Juli 1912 |
| GEBURTSORT | Mellendorf, Kreis Reichenbach (Eulengebirge, Schlesien) |
| STERBEDATUM | 10. Mai 2004 |