Kurt Horstmann (* 8. Mai 1909 in Minden/Westfalen; † 23. Dezember 1986) war ein deutscher Bevölkerungsstatistiker im Bereich der amtlichen Statistik. Horstmann war Mitarbeiter im Statistischen Reichsamt und Direktor im Statistischen Bundesamt (Wiesbaden), zudem Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Bevölkerungswissenschaft (DGBW) und 2. Vizepräsident der Deutschen Akademie für Bevölkerungswissenschaft an der Universität Hamburg (DABW).
Horstmann studierte Geographie und Geschichtswissenschaft in Göttingen und Berlin, anschließend Promotion zum Dr. phil., Thema der Dissertation „Die Entwicklung von Landschaft und Siedlung in der Umgebung Mindens“ (Berlin, Univ., Diss., 1935). Mittels eines Stipendiums arbeitete Horstmann zwischen April und Juli 1935 am "Historischen Atlas deutscher Siedlungs-, Wirtschafts- und Staatengebilde" mit. Noch im Juli 1935 wechselte er als Mitarbeiter von Friedrich Burgdörfer in das Statistische Reichsamt. Seitdem arbeitete er in der amtlichen Statistik. Nach Angaben seines späteren Vorgesetzten Gerhard Fürst (Leiter des Statistischen Bundesamts) arbeitete Horstmann vor 1945 an der Auswertung der Volkszählung von 1933 mit, auch an der Vorbereitung und Durchführung der Volks-, Berufs- und Betriebszählung von 1939 sei er beteiligt gewesen.
Über seinen ehemaligen Vorgesetzten Friedrich Burgdörfer merkte Horstmann im Jahr 1961 beschönigend an, dieser sei in der Zeit des Nationalsozialismus „wissenschaftlich unabhängig und menschlich sauber geblieben“.
Seit 1945 arbeitete Horstmann beim Statistischen Amt für die Britische Besatzungszone, nach Eingliederung dieser Behörde in das Statistische Bundesamt (1949) wurde er Mitarbeiter, schließlich ein Regierungsdirektor (Abteilungsleiter) dieser Wiesbadener Behörde (bis 1966). 1974 trat Horstmann in den Ruhestand.
Neben seinen Tätigkeiten in der amtlichen Statistik publizierte Horstmann seit den 1930er Jahren in deutschsprachigen (nach 1945 auch in internationalen) Fachzeitschriften und nahm u. a. an der Welt-Bevölkerungskonferenz in Rom (1954) und am Wiener Bevölkerungskongress von 1959 teil. Horstmann pflegte verstärkt seit den frühen 1950er Jahren Kontakte zur deutschen Raumforschung, speziell dem Institut für Raumforschung. Bei dem Historiker Bernhard vom Brocke heißt es zu diesem Zeitraum in Horstmanns Karriere: „Aufbau einer umfassenden, laufenden Binnenwanderungsstatistik u. Einfügung der Pendelwanderungsstatistik in die Volks- und Berufszählungen 1950 und 1961, Aufbau des Mikrozensus auf repräsentativer Basis, beteiligt an der Auswertung der Volkszählungen von 1933 bis 1961.“
Götz Aly und Karl Heinz Roth zählen Kurt Horstmann zu einer "Garde beflissener Schüler" um den Leiter der Abteilung Bevölkerungs- und Kulturstatistik (ab 1953) im Statistischen Bundesamt, Siegfried Koller.
Ab 1952 war Horstmann führend am Aufbau der DGBW und der DABW beteiligt. Horstmann zählte zu den 56 Mitarbeitern am Handbuch für Empirische Sozialforschung. Er trat als Mitherausgeber von Band 5: "Soziale Schichtung und Mobilität" auf.
Kurt Horstmann war ab 1953 (neben anderen) Leiter der Expertenkomitees "Eingliederung" und "Statistik, Terminologie, Bibliographie" der Association européenne pour l'étude du problème des Réfugiés (AER, gegründet 1950 in Rom, erster Vorsitzender: Corrado Gini). Horstmann war über 20 Jahre Mitglied von AER/AWR.
Kurt Horstmann war mehrfach im Vorstand (1963, 1965) und im Beirat (1957, 1959, 1961) des Verbandes deutscher Berufsgeographen (Deutscher Verband für Angewandte Geographie, DVAG).
Kurt Horstmann war - weitgehend unter Historikern - Mitglied des "Arbeitskreis Historische Raumforschung" (Leitung 1951–1972: Günther Franz) der Hannoveraner Akademie für Raumforschung und Landesplanung. Ab 1953 war er Korrespondierendes Mitglied der Akademie.
| Personendaten | |
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| NAME | Horstmann, Kurt |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Bevölkerungsstatistiker im Bereich der amtlichen Statistik |
| GEBURTSDATUM | 8. Mai 1909 |
| GEBURTSORT | Minden, Westfalen |
| STERBEDATUM | 23. Dezember 1986 |