Werner Nestel

Werner Max Nestel (* 5. Oktober 1904 in Stuttgart; † 30. März 1974 in Ulm) war ein deutscher Hochfrequenztechniker.

Leben

Nestel studierte an den Technischen Hochschulen Stuttgart und Berlin und wurde 1933 an letzterer zum Dr.-Ing. promoviert. Bereits seit 1929 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (RRG).

1933 war Nestel maßgeblich an der Entwicklung des Volksempfängers beteiligt. Ab 1937 baute er bei Telefunken hauptsächlich Großsender. 1938, als Telefunkendirektor, betrieb er eine UKW-Fernsprech-Verbindung zwischen Athen und Kreta.

1947 bis 1956 trug er als Technischer Leiter des Nordwestdeutschen Rundfunks wesentlich zum Wiederaufbau des Hör- und Fernsehrundfunks bei.

Ab 06.1956 war er auch Vorstandsmitglied für das Ressort Forschung und Entwicklung bei der AEG-Telefunken.

Als Deutschland 1948 mit dem Kopenhagener Wellenplan seine Langwellen verloren hatte, und nur noch wenige Mittelwellen verblieben, suchte er einen Ausweg und durchprüfte neun verschiedene Methoden, wie Drahtfunk, Kleinstgleichwellensender, Ultrakurzwelle usw. Aufgrund seiner Erfahrung entschied er sich für UKW –, womit er alleine dastand. Die Engländer gaben ihm eine einprozentige Chance wegen der schlechten Produktionsmöglichkeiten. Die Industrie erklärte ihn für „irregeworden“, weil viel zu teuer. Und die Post wollte Drahtfunk. Im Gegensatz zu den USA (mit kleinen Sendern und teuren Empfängern) setzte er sich für starke Sender und billige Empfänger ein.

Am 19. Juli 1948 lag die Genehmigung der britischen Militärregierung für die Wiederaufnahme des Fernsehbetriebes vor. Unter Nestels Vorsitz einigten sich am 22. September 1948 in Hamburg die 33 Vertreter der deutschen Fernseh-Technik auf die 625-Zeilen-Norm. Am 17. Juni 1950 begann der offizielle Versuchsbetrieb in Hamburg-Lokstedt.

1949 nahm er mit Lothar Rohde die ersten beiden UKW-Sendestationen Europas in Betrieb. 1954 wurde ihm als Vater des UKW-Rundfunks das große Verdienstkreuz verliehen.

Er lehrte als Honorarprofessor an der Technischen Hochschule Hannover. 1962 wurde ihm von der Technischen Hochschule Karlsruhe die Ehrendoktorwürde verliehen. Am 24. Juni 1970 präsentierten er und die Ingenieure Gerhard Dickopp, Hans-Joachim Klemp, Horst Redlich und Eduard Schüller zusammen mit Teldec das Video-Grammophon – später als TED-Bildplatte („TElevision Disc“) bekannt.

Veröffentlichungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ H. Rukop: Personalnachrichten. In: H. Rukop (Hrsg.): Telefunken Zeitung. Band 29, Nr. 111. Telefunken GmbH, März 1956, ISSN 0340-3025, S. 130.
  2. ↑ zuschauerpost.de
  3. ↑ Frequenz, 1969, Nr. 10.23, S. 312, ISSN 2191-6349
  4. ↑ Bilder aus der Rille. In: Der Spiegel. Nr. 22, 1970 (online).
Personendaten
NAME Nestel, Werner
ALTERNATIVNAMEN Nestel, Werner Max
KURZBESCHREIBUNG deutscher Hochfrequenztechniker
GEBURTSDATUM 5. Oktober 1904
GEBURTSORT Stuttgart
STERBEDATUM 30. März 1974
STERBEORT Ulm