Werner Teubert

Werner Gustav Fritz Teubert (* 29. Januar 1887 in Magdeburg; † nicht ermittelbar) war ein deutscher Diplom-Ingenieur für Verkehrswesen und Statistik und Ministerialbeamter der Reichsstelle für Raumordnung (RfR).

Privates

Werner Teubert wurde als Sohn des Wasserbauinspektors und späteren Ober- und Geheimen Baurats Oskar Teubert (Potsdam) geboren. Werner Teubert war evangelisch.

Ausbildung

Im Jahr 1905 schloss Werner Teubert seinen schulischen Werdegang mit dem Reifezeugnis am Viktoria-Gymnasium in Potsdam ab. Zwischen 1905 und 1906 nahm er ein Bauingenieur-Studium an der Technischen Hochschule München auf, danach wechselte er im gleichen Fach an die TH Berlin. Er schloss das Studium als Bauingenieur ab (1909). "Zur weiteren Ausbildung wurde er von der Staatsbauverwaltung in Potsdam beschäftigt und zum Kgl. Regierungsbauführer des Wasser- und Straßenbaufachs ernannt." Er studierte in den Jahren 1910/1911 zusätzlich das Fach Staatswissenschaften an der Universität München. Am staatswissenschaftlichen Seminar der Universität erarbeitete er die Dissertationschrift Getreidefrachten und Getreideverkehr an deutschen Eisenbahnen und Wasserstraßen. Betreuer war der Nationalökonom Walther Lotz. Im März 1912 wurde Werner Teubert zum Dr. rer. pol. an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert.

Berufliche Tätigkeiten

Seit September 1911 war Werner Teubert "bei dem Bauamt III des Großschiffahrtsweges Berlin-Stettin in Eberswalde als Regierungsbauführer beschäftigt."

Laut eigenem Lebenslauf wurde Teubert im Juli 1914 "diät. Regierungs-Baumeister".

Im Anschluss daran ging er für ein halbes Jahr in die Industrie. Nach eigenen Angaben war er Kriegsteilnehmer des Ersten Weltkriegs. Zwischen 1915 und 1919 nahm Teubert Beschäftigungen bei den Bauämtern in Essen und Datteln auf. Am 1. Juni 1917 wurde Werner Teubert offiziell zum Regierungsbaumeister ernannt.

Es folgte eine Mitarbeit bei der Verwaltung der märkischen Wasserstraßen. Ab April 1919 war Werner Teubert wissenschaftlicher Hilfsarbeiter im Ministerium für öffentliche Arbeiten. Vom 1. Dezember 1919 bis 14. Juli 1922 war Teubert als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter im Reichswirtschaftsministerium (gleichzeitig Reichsministerium für Wiederaufbau) tätig. Seine Beförderung zum Regierungsrat erfolgte im April 1920. Im gleichen Dienstrang war er ab Juli 1922 Mitglied des Statistischen Reichsamts.

Nach der Beförderung zum Oberregierungsrat (April 1927) wirkte Teubert ab Oktober 1928 als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter im Preussischen Handelsministerium (Potsdam), ab 1929 im Range eines Ministerialrats.

1934 erschien ein Artikel von Dr. Werner Teubert über die verkehrswirtschaftliche Bedeutung des Neckarkanals von Heilbronn bis Stuttgart und eine Stellungnahme des Heilbronner Oberbürgermeisters Heinrich Gültig dazu.

Am 22. Juni 1936 trat Werner Teubert in die ein Jahr zuvor gegründete Reichsstelle für Raumordnung (RfR) ein, bald wiederum in der Position eines Ministerialrats (September 1936). Ab 1942 erfolgte eine weitere Beförderung innerhalb der RfR zum Ministerialdirigenten. Teubert leitete in der RfR das Referat Verkehrsangelegenheiten (Abteilung VII) innerhalb der Verwaltungsabteilung der RfR unter Ernst Jarmer.

Für 1938 ist Teuberts Teilnahme am Internationalen Geographenkongress in Amsterdam nachweisbar. Ebenso war Teubert am Kriegsforschungsprogramm der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung beteiligt. Im November 1939 nahm er in Königsberg als Vertreter der RfR an Treffen mit Wissenschaftlern bezüglich dieses Programms teil.

Im Dezember 1941 unternahm er als Mitarbeiter der RfR eine Dienstreise nach Aachen, Belgien und in die Niederlande.

Von Dezember 1941 bis Dezember 1942 erarbeitete Werner Teubert gemeinsam mit Hermann Roloff (ebenfalls RfR) Vorschläge für den "Osteinsatz" von belgischen Industriearbeitern und holländischen Bauern: "Dabei kamen Größenordnungen von etwa 100.000 holländischen Bauern und 300.00 flämischen Industriearbeitern zur Sprache".

1943 ging er auf Besuchsreise durch Oberschlesien einschließlich des Interessengebiet des KZ Auschwitz.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Vgl. Lemma Teubert, Werner: Kumuliertes Personenregister mit Biogrammen, in: Akten der Reichskanzlei. (Edition "Akten der Reichskanzlei, Weimarer Republik"). 2007–2025, bearb. von Matthias Reinert und Albert Thiel (Digitale Fassung, hrsg. von dem Präsidenten und dem Sekretar der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und von Michael Hollmann für das Bundesarchiv).
  2. ↑ Oskar Teubert gab 1909 den "Atlas märkischer Wasserstraßen" heraus (gemeinsam mit P. Scholz, Potsdam 1909).
  3. 1 2 3 4 Vgl. angehängter Lebenslauf in Teubert 1912.
  4. 1 2 3 4 5 6 Vgl. angehängter Lebenslauf in Akte, RfR: "Vorschlag zur Ernennung des nach §5 BBG in die Planstelle eines Oberregierungsrats Werner Teubert versetzten MinR zum Ministerialrat in der RfR.", 19. September 1936, In: Akten der Partei-Kanzlei der NSDAP. Rekonstruktion eines verlorengegangenen Bestandes. Sammlung der in anderen Provenienzen überlieferten Korrespondenzen, Niederschriften von Besprechungen usw. mit dem Stellvertreter des Führers und seinem Stab bzw. der Partei-Kanzlei, ihren Ämtern, Referaten und Unterabteilungen sowie mit Heß und Bormann persönlich. Mikrofiche-Edition mit Ergänzungsbänden. Band 1. Hrsg. von Helmut Heiber; Hildegard von Kotze; Gerhard Weiher; Ino Arndt; Carla Mojto, Institut für Zeitgeschichte, München, Verlag K. G. Saur, 1983.
  5. ↑ Ein "Kanalbauamt Datteln" bestand seit 1916.
  6. ↑ Regierungsrat in der Abt. III (Verkehrswesen) im Reichswirtschaftsministerium und in der Abt. C des Reichsministeriums für Wiederaufbau.
  7. ↑ Hansjörg Gutberger: Raumentwicklung, Bevölkerung und soziale Integration. Forschung für Raumplanung und Raumordnungspolitik 1930–1960. Springer VS, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-658-15129-4, S. 366, 436.
  8. ↑ Vgl. Bosma 1993, S. 199.
  9. ↑ Vgl. Bosma 1993, S. 200, 213.
  10. ↑ Vgl. Niels Gutschow: Ordnungswahn. Architekten planen im „eingedeutschten Osten“ 1939-1945. Birkhäuser / Bertelsmann: Basel, Gütersloh / Berlin 2001, S. 120 f.
Personendaten
NAME Teubert, Werner
ALTERNATIVNAMEN Teubert, Werner Gustav Fritz
KURZBESCHREIBUNG deutscher Verkehrwissenschaftler, Diplom-Ingenieur und Ministerialbeamter der Reichsstelle für Raumordnung (RfR)
GEBURTSDATUM 29. Januar 1887
GEBURTSORT Magdeburg
STERBEDATUM 20. Jahrhundert