Werner Thormann

Werner Ernst Thormann (geboren 8. Januar 1894 in Frankfurt am Main; gestorben 23. Mai 1947 in New York) war ein deutscher linkskatholischer Journalist.

Leben

Werner Thormann war der Sohn eines katholischen Gymnasialprofessors und Bruder des Rechtsanwalts Carl Thormann. Er besuchte das Lessing-Gymnasium. Er begann 1912 ein Studium der Germanistik, Romanistik und Geschichte an der Universität München. Im Ersten Weltkrieg war er Soldat an der Westfront und der Ostfront. Das Studium beendete er 1920 an der Universität Frankfurt mit einer Dissertation über Friedrich Schlegels Zeitschrift Concordia.

Thorman arbeitete zunächst von 1920 bis 1923 an Theatern seiner Heimatstadt Frankfurt. Von 1923 bis 1933 war er mit einjähriger Unterbrechung Redakteur der linkskatholischen Rhein-Mainischen Volkszeitung (RMV). Zunächst betätigte er sich ausschließlich im Feuilleton und als Schauspielkritiker. Nachdem 1925 Paul von Hindenburg zum Reichskanzler gewählt worden war, schrieb Thormann aus Protest gegen diese Entwicklung zunehmend politische Artikel mit Schwerpunkt in der Außenpolitik. In der RMV vom 5. November 1926 schrieb er einen Artikel über die Fememorde, der 1933 im „Kleinen Volksvereinsprozess“ dem Herausgeber der RMV Friedrich Dessauer zum Vorwurf gemacht wurde. Zudem arbeitete er als Sekretär des ehemaligen Reichskanzlers Joseph Wirth und war von 1929 bis 1933 Chefredakteur der republikanischen Wochenzeitung Deutsche Republik.

Bereits in den 1920er Jahren nahm Thormann die österreichische Staatsbürgerschaft an, blieb aber in Deutschland. Im März 1933 floh er vor den Nationalsozialisten nach Paris, wo er zunächst als Korrespondent des Wiener Echos und des Telegrafs arbeitete. Dort war er von 1938 bis 1940 als Nachfolger von Arthur Koestler Chefredakteur der Exilzeitschrift Die Zukunft und Redakteur sowie Sprecher beim in Paris in den Jahren 1939 bis 1940 neu belebten Deutschen Freiheitssender, der vorgab, ein Geheimsender zu sein, der von deutschem Boden aus sendete. Zudem arbeitete er ab September 1939 für das französische Informationsministerium. Im Juli 1940 floh er über Spanien nach New York. Dort arbeitete er als Redakteur und Sprecher für den deutschsprachigen Dienst des Rundfunksenders CBS, dessen Sendungen über Kurzwelle für ein Publikum in Deutschland ausgestrahlt wurden. Kurzzeitig hielt er sich auch in der Schweiz auf.

Der Historiker Gérard Thormann (1922–2011) und der Romanist Wolfgang E. Thormann (1924–2015) waren Söhne Thormanns.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Michael Habersack: Friedrich Dessauer (1881-1963): eine politische Biographie des Frankfurter Biophysikers und Reichstagsabgeordneten. Ferdinand Schöningh, 2011, ISBN 978-3-506-77121-6, S. 318.
  2. ↑ Conrad Pütter: Rundfunk gegen das Dritte Reich. Ein Handbuch. K.G Saur Verlag, München, London, New York, Oxford, Paris 1986, ISBN 3-598-10470-7, S. 150.
Personendaten
NAME Thormann, Werner
ALTERNATIVNAMEN Thormann, Werner Ernst
KURZBESCHREIBUNG deutscher Journalist
GEBURTSDATUM 8. Januar 1894
GEBURTSORT Frankfurt am Main
STERBEDATUM 23. Mai 1947
STERBEORT New York