| Weißes Haus White House | |
|---|---|
Außenansichten des Weißen Hauses | |
| Daten | |
| Ort | Washington, D.C., ![]() |
| Baumeister | James Hoban |
| Baujahr | 1800/1817 |
| Höhe | 21,33 m |
| Grundfläche | 5.100 m² |
| Besonderheiten | |
| Amts- und Regierungssitz des Präsidenten der Vereinigten Staaten, National Historic Landmark | |
Das Weiße Haus (englisch White House) in Washington, D.C. ist Amts- und offizieller Regierungssitz des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Als Metonym ist es namensgebend für den Mitarbeiterstab des US-Präsidenten, das Executive Office of the President of the United States, ebenfalls meist als „Weißes Haus“ bezeichnet. Mitunter ist auch die ganze US-Regierung gemeint, vergleichbar den Begriffen 10 Downing Street, dem Ballhausplatz oder historisch der Wilhelmstraße.
Das Weiße Haus liegt an der Pennsylvania Avenue und hat die Hausnummer 1600. Seinen Namen erhielt es offiziell 1901 von Theodore Roosevelt wegen seines weißen Außenanstrichs; es wurde vermutlich schon zuvor umgangssprachlich so bezeichnet. Die oft in den Medien gezeigte weiße Villa ist nur der mittlere Teil des Gebäudekomplexes White House Complex: Eine Galerie (englisch collonade) verbindet Haupthaus und Westflügel West Wing, eine weitere Galerie Haupthaus und den bis Oktober 2025 bestehenden Ostflügel East Wing. Westlich vom Westflügel liegt das Eisenhower Executive Office Building; dazwischen verläuft die West Executive Avenue.





Die Lage des Weißen Hauses wurde von Präsident George Washington und dem Stadtplaner Pierre L’Enfant ausgesucht. Der irische Architekt James Hoban nahm sich das Leinster House (1745–1748) in Dublin, seit 1922 Sitz des irischen Parlaments, zum Vorbild. Der Grundstein für den Erstbau wurde am 13. Oktober 1792 gelegt. Der Bau wurde aus bräunlichem bis hellgrauem Aquia Creek sandstone errichtet, der in einem 45 Meilen entfernten Steinbruch gebrochen wurde.
Der Bau dauerte acht Jahre und kostete $232.371 (in heutiger Kaufkraft rund $5,98 Millionen).
Am 1. November 1800 bezog US-Präsident John Adams das Weiße Haus, obwohl noch kein einziges Zimmer komplett baufertig war. Der erste offizielle Empfang im Weißen Haus fand zum Neujahr 1801 statt. Adams’ Amtszeit endete am 4. März 1801. Adams Vizepräsident Thomas Jefferson wurde sein Nachfolger.
Beim französischen Château de Rastignac (1811–1817) in La Bachellerie stritten sich Historiker darüber, ob es als Vorbild spätere Umbauten am Weißen Haus inspirierte oder andersherum. Ein Indiz für ersteres könnte sein, dass Thomas Jefferson, der den Bau des Weißen Hauses fortführte, einige Zeit amerikanischer Botschafter in Frankreich war und sich seither bei seinen Bauvorhaben von dem französischen Architekten Clérisseau beraten ließ.
Während des Kriegs von 1812 wurde das Gebäude 1814 beim Brand von Washington von britischen Soldaten in Brand gesteckt. Der Wiederaufbau im klassizistischen Stil wurde erneut von James Hoban geleitet. Rauchschäden wurden weiß übertüncht. Im Spätherbst 1818 bezog Präsident James Monroe das wiedererrichtete Weiße Haus, das in Teilen noch eine Baustelle war. Als provisorischer Amtssitz diente zunächst das Octagon House (englisch The Octagon House); nach etwa einem Jahr bezog James Madison Quartier im Häuserblock Pennsylvania Avenue und 19. Straße. 1824 wurde der Südportikus und 1829 der Nordportikus des Bauwerks umgestaltet und mit freistehenden Säulen aus Seneca sandstone aus Maryland neu gestaltet. Theodore Roosevelt gab dem Gebäude offiziell den Namen „Weißes Haus“, ließ es 1901 sanieren und den Westflügel mit Bürotrakt anbauen. Das präsidiale Arbeitszimmer Oval Office entstand 1909 auf Initiative von Roosevelts Nachfolger Taft. Am 24. Dezember 1929 beschädigte ein Feuer den Westflügel.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Weiße Haus in einem schlechten Zustand. Es war jahrelang mangelhaft unterhalten worden und hatte erhebliche Schäden. Ein Teil der Fundamente wurde 1948 als unterdimensioniert bewertet. Unter Präsident Harry S. Truman wurde es von 1949 bis 1952 kernsaniert (Truman reconstruction). Es wurde vollständig entkernt; danach wurde die Innenstruktur (nunmehr in Stahlbeton) neu errichtet. Während der Bauarbeiten befand sich der Arbeitssitz der Regierung im Blair House; am 27. März 1952 wurde er in das Weiße Haus zurückverlegt.
Im Weißen Haus hat, bis auf George Washington, jeder US-Präsident gewohnt. Am 2. Juni 1886 heiratete als erster und bisher einziger Präsident Grover Cleveland seine 28 Jahre jüngere Frau Frances Folsom im Weißen Haus. Zwischen 1812 und 1994 wurden insgesamt 17 Ehen dort geschlossen, oftmals von Töchtern amtierender Präsidenten, unter anderem Tricia Nixon Cox, Lynda Johnson Robb und Alice Roosevelt Longworth.
Die zweite Tochter der Clevelands, Esther (1893–1980), ist das einzige bislang im Weißen Haus zur Welt gekommene Kind.
Seit dem 19. Dezember 1960 ist es ein National Historic Landmark.
Der 47. Präsident Donald Trump initiierte ab 2025 gemäß seiner Vorstellungen bauliche Veränderungen. Im Juni 2025 wurde der gelegentlich für Veranstaltungen genutzte Rasen des am Westflügel gelegenen Rosengartens entfernt und vollständig durch Pflastersteine ersetzt. Trump begründete dies damit, dass das Gras „immer nass“ sei und für Frauen mit High Heels „unangenehm“. Darüber hinaus wurden zwei zirka 30 Meter hohe Fahnenmasten (auf dem North bzw. South Lawn) aufgestellt, an denen riesige US-Flaggen gehisst werden. Traditionell gab es sonst nur eine Flagge am Dachmast des Hauptgebäudes.
Im Juli 2025 kündigte Trump den Bau eines neuen großen Ballsaals an, der im Zuge einer umfangreichen Umgestaltung des Ostflügels (East Wing) während seiner zweiten Amtszeit zügig entstehen solle. Der White House State Ballroom soll Platz für bis zu 650 Menschen bieten und damit deutlich größer als der bisherige East Room im Hauptgebäude (Executive Mansion) sein. Die Baukosten würden rund 200 Millionen US-Dollar betragen, der Beginn der Bauarbeiten sei für den Herbst 2025 vorgesehen. Der Abbruch des East Wing begann im Oktober 2025 und erfolgte zügig. Später nannte Trump eine Kapazität von 1000 Menschen und 400 Millionen USD Baukosten. Der National Trust for Historic Preservation erhob Klage. Am 31. März 2026 ordnete ein US-Bundesrichter einen Baustopp an. Für das Projekt fehle die Zustimmung des US-Kongresses und Trump sei „nicht der Eigentümer“ des Weißen Hauses.
Die Historikerin Katherine A. S. Sibley nannte den Abriss des Ostflügels eine Entwertung der Arbeit der First Ladies. Eleanor Roosevelt hatte hier 1933 Büros für die Mitarbeiter der von ihr professionalisierten Arbeit als First Lady einrichten lassen. Sie empfing dort u. a. Pfadfinderinnen und Vertreterinnen der Women’s Trade Union League (WTUL) und gab Pressekonferenzen, darunter ihre erste Pressekonferenz mit 35 ausschließlich weiblichen Medienschaffenden. Betty Ford setzte sich für eine bessere Vergütung der im Ostflügel tätigen Mitarbeitenden ein. Rosalynn Carter richtete 1977 als erste First Lady auch ihr eigenes Büro im Ostflügel ein. Laura Bush und Michelle Obama nutzten die Räume ebenfalls.
Das Anwesen hatte 2025 132 Räume, 35 Badezimmer, 412 Türen, 147 Fenster, 8 Treppenhäuser, 3 Aufzüge, einen Swimmingpool, einen Tennisplatz, einen Kinosaal sowie eine unter Präsident Richard Nixon eingerichtete Bowlingbahn. Barack Obama ließ ein Basketballfeld errichten.
Zum Anwesen des Weißen Hauses gehören heute die sogenannte Executive Mansion (Hauptgebäude) sowie der West Wing (Westflügel), der optisch unauffällig an die weiße Villa angebaut wurde. Die Executive Mansion beherbergt in der ersten Etage die repräsentativen Staatsräume. Weithin bekannt ist der East Room, größter Saal im Weißen Haus, wo beispielsweise Empfänge, Pressekonferenzen, Konzerte und Bälle stattfinden. Staatsbanketts werden zumeist im State Dining Room veranstaltet. Die Privatwohnung der Präsidentenfamilie befindet sich im zweiten Stock. In den angebauten Nebengebäuden befinden sich die Büros des Präsidenten, der First Lady und ihrer Mitarbeiter.
Das Weiße Haus wird beziehungsweise wurde von mehreren Gärten umgeben, darunter:
Seit 1923 wird jährlich in der Adventszeit am Weißen Haus der National Christmas Tree (Nationaler Weihnachtsbaum der USA) festlich geschmückt. Die Arbeiten, die unter der Leitung der jeweiligen First Lady stehen, werden von einer monatelangen Festlichkeit begleitet, dem sogenannten Pageant of Peace (etwa: Schaulaufen des Friedens). Das Einschalten der Beleuchtung wird vom Fernsehen übertragen. Kleinere Weihnachtsbäume in der Nähe und andere Dekorationen, die zum National Christmas Tree hinführen, werden als Pathway to Peace (Pfad zum Frieden) bezeichnet.
Die Nordfront des Weißen Hauses hat drei Etagen. Das Erdgeschoss ist durch den höheren Boden und eine Brüstung verborgen. Vor den zentralen drei Fenstern befindet sich ein Portikus als Vorhalle, welcher um 1830 zusätzlich angebaut wurde. Die Fenster der ersten Etage haben abwechselnd spitze und halbrunde Fensterverdachung. Der Haupteingang in der Mitte der Säulenhalle verfügt über ein Kämpferfenster. Die Wandfläche darüber ist mit einem Girlandenrelief geschmückt. Die Dachlinie ist durch die den moderneren dritten Stock umgebende Balustrade verdeckt.
Die Südfassade ist eine Kombination aus Palladianismus und Neoklassizismus. Hier sind alle drei Etagen der Fassade sichtbar. Das Mauerwerk im Erdgeschoss ist rustiziert. In der Mitte der Fassade befindet sich eine neoklassizistische Rotunde mit Säulen, Galerie und drei Fenstern. Die Rotunde wird von fünf Fenstern flankiert, die in der ersten Etage wie die der Nordfassade abwechselnd halbrunde und spitze Fensterverdachungen haben. Vom Erdgeschoss des Bogens führen zwei Treppen zu einer ionischen Säulenloggia mit dem Truman Balcony in der zweiten Etage.
Das Weiße Haus ist neben dem Kapitol einer der wichtigsten Blickpunkte diagonal verlaufender Avenuen und großer Grünflächen, die Washington als Sichtachsen durchziehen. Das städtebauliche Konzept für diese Anordnung beruht auf dem 1792 veröffentlichten Plan of the City of Washington des Stadtplaners Pierre L’Enfant. Als eine Inspirationsquelle für diese städtebauliche Planung gilt der Fächergrundriss der Stadt Karlsruhe.
Bevor er im Oktober 2025 abgerissen wurde, waren im East Wing folgende Räume untergebracht:


Wie die englischen und irischen Landhäuser, denen es nachempfunden ist, war das Weiße Haus von Beginn an bis Anfang des 20. Jahrhunderts für die Öffentlichkeit zugänglich. Bei seiner zweiten Amtseinführung 1805 hielt Präsident Thomas Jefferson einen Tag der offenen Tür ab, und viele Menschen folgten ihm nach seiner Vereidigung im Kapitol nach Hause, wo er sie im „Blue Room“ begrüßte. Diese Praxis des „offenen Hauses“ war jedoch gelegentlich Anlass zu Rowdytum: 1829 musste Präsident Andrew Jackson in ein Hotel ausweichen, als rund 20.000 Bürger seine Amtseinführung im Weißen Haus feierten. Seine Helfer mussten den Mob schließlich mit Waschbottichen nach draußen locken, die mit einem hochprozentigen Cocktail aus Orangensaft und Whisky gefüllt waren. Die Praxis setzte sich bis 1885 fort, als der neu gewählte Grover Cleveland anstelle des traditionellen Open House einen Präsidentenbesuch der Truppen von einer Tribüne vor dem Weißen Haus ausrichtete. Inspiriert von Washingtons offenen Häusern in New York und Philadelphia, begann John Adams die Tradition des Neujahrsempfangs im Weißen Haus. Jefferson erlaubte öffentliche Führungen durch sein Haus, die seither – außer in Kriegszeiten – fortgesetzt werden, und begann die Tradition eines jährlichen Empfangs am Nationalfeiertag (4. Juli). Diese Empfänge endeten Anfang der 1930er Jahre während der Weltwirtschaftskrise. Präsident Bill Clinton belebte in seiner ersten Amtszeit (1993–1997) kurzzeitig den Neujahrsempfang wieder.
Der Bürgersteig der Pennsylvania Avenue ist eine beliebte Demonstrationszone, zumal die Straße für den öffentlichen Verkehr, mit Ausnahme von Dienstfahrzeugen, gesperrt ist. Er dient auch als Wartebereich für die täglichen öffentlichen Führungen durch das Weiße Haus. Diese wurden nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eingestellt. Im September 2003 wurden sie für Gruppen, die zuvor über ihre Kongressvertreter oder Botschaften in Washington Vorkehrungen für ausländische Staatsbürger getroffen hatten und sich Hintergrundüberprüfungen unterziehen mussten, wieder aufgenommen. Das Gebäude blieb aber für die Öffentlichkeit geschlossen. Besichtigungstouren durch das Weiße Haus wurden wegen Haushaltszwängen im größten Teil des Jahres 2013 ausgesetzt und im November 2013 wieder begonnen.

Das Weiße Haus und das umliegende Gelände ist eine Hochsicherheitszone, die mit den modernsten Sicherheitsanlagen ausgestattet ist. Folgende Maßnahmen bzw. Einrichtungen schützen das Weiße Haus:
Höchstwahrscheinlich gibt es noch weitere Sicherheitsvorkehrungen, diese sind aber nicht öffentlich bekannt.
Koordinaten: 38° 53′ 51,3″ N, 77° 2′ 11,7″ W