

White Power (im Sinne von: Weiße Macht) ist ein oft verwendeter Schlüsselbegriff in der Neonaziszene.
Der Begriff White Power und das Symbol der White-Power-Faust entstand als Provokation gegenüber dem Black‑Power-Slogan der Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner in den USA. Aufgegriffen wurde es unter anderem von dem Briten Ian Stuart (Donaldson), dem Sänger der Rechtsrockband Skrewdriver im Lied "White Power"(erschienen 1983), und später zum Wahlspruch (auch abgekürzt als "WP") für die nationalsozialistische und rassistische Theorie von der Vorherrschaft der „weißen Rasse“.
Die weiße, aufwärts gerichtete, meist rechte geballte Faust ist eines der weltweit am häufigsten verwendeten Symbole im Neonazi-Umfeld. Die Faust wird häufig eingeschlossen durch den ebenfalls weißen Schriftzug White Power (WP), Supreme White Power (SWP) oder White Pride World Wide (WPWW). In der rechtsextremen Skinhead-Szene wird die Faust auch oft in einem Lorbeerkranz gezeigt.
Ein weiteres häufig in Verbindung mit White Power stehendes Symbol ist das Keltenkreuz. Seit dem 14. November 2008 ist in Deutschland das Tragen des stilisierten Keltenkreuzes (wie rechts abgebildet) strafbar.

Seit 2017 wird das Tauchzeichen für Okay von der White-Power-Szene missbraucht. Diese Verwendung geht auf einen Hoax namens „Operation O-KKK“ aus dem Internetforum 4chan zurück. Dabei wurde das eigentlich harmlose und weit verbreitete Handzeichen als rechtsextremistisches Symbol dargestellt, um Aufregung bei Medien und der politischen Linken zu erzeugen und diese somit zu „trollen“. Die Verbreitung geschah über False-Flag-Konten auf dem Sozialen Medium Twitter. Die Konten behaupteten, das Handzeichen stünde für „White Power“ oder „White Pride“, wobei Zeigefinger, Daumen und Arm als „P“ und die übrigen, abgespreizten Finger als „W“ interpretiert werden.
Das Zeichen wurde von rechten Medienpersönlichkeiten und Politikern wie Mart und Martin Helme, Mike Cernovich, Donald Trump, Milo Yiannopoulos sowie Marine Le Pen übernommen und dadurch von einem anfänglichen Scherz in ein festes Symbol transformiert. Auch gewalttätige Rechtsextremisten wie der Christchurch-Attentäter Brenton Tarrant und der Attentäter des Anschlags auf eine Moschee in Bærum sowie einige Teilnehmer des Sturms auf das Kapitol in Washington 2021 benutzten das Symbol. In Deutschland wurde das Zeichen etwa von der Brandenburger Landesvorsitzenden der Jungen Alternative Anna Lesten und Tommy Thormann, Landtagsabgeordneter der AfD Mecklenburg-Vorpommern, verwendet.

Die Anti-Defamation League stufte das OK-Zeichen 2019 offiziell als Hasssymbol ein, merkt allerdings an, dass für eine eindeutige Zuordnung im Einzelfall zusätzliche Evidenz erforderlich ist. Die Mehrheit der Benutzungen des Symbols sei nach wie vor vollkommen harmlos.