| White Unicorn, Verein zur Entwicklung eines autistenfreundlichen Umfeldes e.V. (VR 34737 B) | |
|---|---|
| Rechtsform | gemeinnütziger eingetragener Verein |
| Gründung | 2015 in Berlin |
| Sitz | Berlin, Bayern |
| Zweck | Entwicklung eines autistenfreundlichen Umfeldes; Förderung von Erziehung, Bildung und Kinder- und Jugendhilfe; Wissenschaft und Forschung auf Basis des Neurodiversität-Paradigmas; Wohlfahrt durch Beratung und Vernetzung von Autisten, Eltern, Angehörigen, Interessierten und
Fachkräften |
| Methode | Teilhabe für Autisten |
| Aktionsraum | Schwerpunkt Bayern und Berlin, Aktivität in Deutschland, internationale Mitglieder |
| Personen | Vorstände: Jörn Gudat (Vorstandsvorsitzender), Tom Küster, Mark Benecke, Jack Balmer Projektmanagement: Stephanie Fuhrmann |
| Beschäftigte | 3 (+ Honorarkräfte) |
| Mitglieder | 1300 (September 2026) |
| Website | White Unicorn e.V. |
Der White Unicorn – Verein zur Entwicklung eines autistenfreundlichen Umfeldes e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Hauptsitz in Berlin und Verwaltungssitz in Bayern, der sich bundesweit für die Teilhabe autistischer Menschen und das Konzept der Neurodiversität einsetzt.
Der Verein wurde im November 2015 in Berlin unter Beteiligung von Fachkräften aus der Sozialverwaltung und der Wohlfahrtspflege gegründet. White Unicorn ist korporatives Mitglied der Arbeiterwohlfahrt (AWO) auf Bundes- und Landesebene.
Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Entwicklung von Konzepten für ein barrierefreies Umfeld für autistische Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche im Alltag, in Kindertagesstätten und Schulen. Der Verein vertritt dabei das Paradigma der Neurodiversität und orientiert sich am sozialen Modell von Behinderung. Die Arbeit wird in der Fachliteratur als Beispiel für die Einbeziehung der Perspektive autistischer Menschen rezipiert.
Der Verein konzipierte und leitet das Fortbildungsprogramm schAUT – Schule und Autismus, das unter federführender Beteiligung von White Unicorn mit der Humboldt-Universität zu Berlin und der Goethe-Universität Frankfurt entwickelt wurde. Die wissenschaftliche Leitung des Projekts schAUT lag zeitweise bei Michel Knigge (Universität Potsdam) und anschließend bei Vera Moser (Goethe-Universität Frankfurt). Der White Unicorn wurde als eigenständiger Teilbereichsleitender Träger im Rahmen des Metavorhabens „MInkbi“ (Metavorhaben Inklusive Bildung) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Ziel ist die Identifikation und der Abbau von Barrieren für autistische Schülerinnen und Schüler im inklusiven Bildungssystem. Dem Projektmitarbeiter Lukas Hümpfer-Gerhards wurde 2023 der New Horizon Preis des Präsidenten der Goethe-Universität Frankfurt überreicht.
Zur Dissemination der Ergebnisse gründete der Verein einen Fachverlag. Dort erschien unter anderem eine Handreichung zur barrieresensiblen Schulgestaltung, die in Zusammenarbeit mit staatlichen Bildungsinstituten der Länder (z. B. im Thüringer Schulportal sowie beim Landesamt für soziale Dienste Schleswig-Holstein) verbreitet wird. Zudem wird das Projekt als offizielle Onlineressource für Lehrkräfte im Deutschen Bildungsserver geführt. Die Ansätze zum Abbau von Barrieren im Bildungswesen werden zudem in Fachmedien der gesetzlichen Unfallversicherung empfohlen.
Die wissenschaftliche Eigenleistung des Vereins dokumentiert sich in Publikationen in Fachzeitschriften und Sammelbänden.
White Unicorn initiiert und leitet zudem eine von der Aktion Mensch geförderte Studie zur Förderung autistischer Kinder im Kita-Alter. Während die Evangelische Hochschule Berlin und der AWO Landesverband Berlin als Projektpartner fungieren, liegt die inhaltliche Durchführung und die Koordination der rund 250 beteiligten Kitagruppen beim Verein.
Ein weiteres eigen entwickeltes Projekt zur praktischen Umsetzung von Barrierefreiheit ist die Initiative Ruhige Stunde, die ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Aktion Mensch sowie der Humboldt-Universität zu Berlin realisiert wurde.
Die Arbeit des Vereins und seiner Vertreter wird regelmäßig in überregionalen Medien und Fachmedien thematisiert. So berichtete unter anderem Der Spiegel über die Perspektive des Vereins auf Autismusrechte und Barrierefreiheit. Vertreter des Vereins treten zudem als Experten in öffentlich-rechtlichen Formaten auf, etwa im SWR-Bildungspodcast oder im Saarländischen Rundfunk zum Projekt schAUT.
Über die Forschungsprojekte und die wissenschaftlichen Kooperationen berichteten zudem Tageszeitungen wie die taz und die Freie Presse sowie verschiedene Fachmagazine (z. B. Autismus Verstehen) und das Fernsehen. Ein Mitglied des Vorstands ist der Kriminalbiologe Mark Benecke, der die Vereinsarbeit im Kontext der Neurodiversität regelmäßig in die öffentliche Debatte einbringt.
Die Expertise des Vereins zu partizipativer Forschung wird international rezipiert. So war White Unicorn 2024 Partner eines Symposiums der Association for Behavioral and Cognitive Therapies (ABCT) in Philadelphia, das in Kooperation mit dem REAACT-Programm der University of Pittsburgh internationale Perspektiven zur sensorischen Wahrnehmung thematisierte.