Wilfried Blecher

Wilfried Blecher (* 8. Mai 1930 in Duisburg-Hamborn; † 1. Dezember 2022 in München) war ein deutscher Holzschneider, Illustrator, Maler, Grafiker und Objektkünstler.

Leben

Wilfried Blecher wurde am 8. Mai 1930 im nördlichen Teil der damaligen Doppelstadt Duisburg-Hamborn geboren. Zwischen 1947 und 1950 absolvierte er eine Ausbildung an der Schule für Handwerk und Kunst im hessischen Kassel. Dieser schloss sich 1950 bis 1953 ein Studium an der Staatlichen Akademie der Künste Stuttgart an, wo er unter anderem bei Walter Brudi lernte. Blecher erhielt zwischen 1960 und 1970 einen Lehrauftrag an der Freien Kunstschule Stuttgart, daneben war er als Dozent an der Kunstakademie Stuttgart und der Hochschule Pforzheim tätig.

Abbildung aus dem Verena-Holzschnittzyklus Blechers an der Pfarrkirche St. Verena in Kehlen

Blecher wurde für seine Illustrationen bereits früh mit Preisen ausgezeichnet. In den Jahren 1966 und 1970 wurde er mit dem Bilderbuchpreis im Rahmen des Deutschen Jugendbuchpreises geehrt. Blecher spezialisierte sich zunächst auf die Bebilderung von literarischen Klassikern, darunter waren Bücher von Christian Reuter, Jean Paul, William Beckford und Montesquieu. Daneben begann er selbst Fabel- und Märchenbücher zu illustrieren. Wilfried Blecher schuf ab den 1970er Jahren auch Trickfilm-Zeichnungen. Immer wieder beschäftigte er sich auch mit Collagen und Objektassemblagen.

Zusammen mit der Autorin Cordula Zickgraf gründete er das Licht- und Schattentheater München. Im Jahr 2008 verlor Blecher nach einer gescheiterten Augenoperation zeitweise das Augenlicht. Seine Erfahrungen verarbeitete der Autor in einem weiteren Buch und engagierte sich in der Folgezeit als Lehrer bei den Südbayerischen Wohn- und Werkstätten für Blinde und Sehbehinderte in München-Giesing. Wilfried Blecher starb am 1. Dezember 2022 in der bayerischen Landeshauptstadt München, wo er seine letzten Lebensjahre in einem Seniorenwohnheim verbracht hatte. Die Sammlung Wilfried Blecher wird vom Bilderbuchmuseum Burg Wissem der Stadt Troisdorf wissenschaftlich erschlossen und 2005 in einer umfassenden Werkschau präsentiert.

Werke (Auswahl)

Wilfried Blecher arbeitete vor allem mit Holzstichen, nutzte aber auch Schabtechnik, Strichätzung, Radierungen, Aquatinta und Lithographie. Zunächst überwogen bei seinen Illustrationen eine dichte Hell-Dunkel-Technik, die besonders dem Inhalt geheimnisvoller Fabeln und Märchen entgegenkam. Ab dem Ende der 1960er Jahre wurden diese Schwarz-Weiß Zeichnungen häufig durch bunte Abbildungen ersetzt. Besondere Bedeutung für sein Werk haben die Suchbilderbücher mit Überraschungs- und Verwandlungseffekten.

Bilderbücher

Als Illustrator

Literatur

Commons: Wilfried Blecher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Arbeitskreis Jugendliteratur: Wilfried Blecher, abgerufen am 2. Juli 2026.
  2. ↑ Katrin Diehl: Gratulation: Bilderbücher voller Leben. In: Literatur-Seiten München Nr. 6 (2020). Digitalisat, abgerufen am 3. Juli 2026.
  3. ↑ Stadt Troisdorf: Sammlung Wilfried Blecher, abgerufen am 2. Juli 2026.
  4. ↑ Anke Vehmeier: Wilfried Blecher zeigt seine kunterbunte Welt, Generalanzeiger (2005), abgerufen am 3. Juli 2026.
  5. ↑ Peter Wiench: Blecher, Wilfried. In: Allgemeines Künstlerlexikon Bd. XI (1995). S. 475.
Personendaten
NAME Blecher, Wilfried
KURZBESCHREIBUNG deutscher Holzschneider, Illustrator, Maler, Grafiker und Objektkünstler
GEBURTSDATUM 8. Mai 1930
GEBURTSORT Duisburg-Hamborn
STERBEDATUM 1. Dezember 2022
STERBEORT München