Wilhelm Landzettel

Wilhelm Landzettel (1977)

Wilhelm Landzettel (* 8. September 1926 in Witten; † 24. Februar 1995 in Hannover) war ein deutscher Architekt und Hochschullehrer. Die Arbeiten des „Vaters der Dorferneuerung“ in Deutschland waren geprägt von der Erkenntnis, „daß der moderne Bauernhof ein Produktionsbetrieb ist, der technische Entwicklungen nutzen und seine Arbeitsverfahren rationalisieren muß.“

Leben

Wilhelm Landzettel beantragte am 14. März 1944 die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 20. April desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 10.015.522). Er studierte Architektur an der Technischen Hochschule Darmstadt und legte dort 1953 die Diplom-Hauptprüfung ab. Seine daran unmittelbar anschließende zweijährige Tätigkeit in der „Arbeitsgemeinschaft landwirtschaftliches Bauen“ vermittelten „ihm erste intensive Einblicke in die Probleme bäuerlicher Siedlungsstrukturen“.

Im Januar 1956 übernahm Landzettel die Leitung der Bauabteilung der Landwirtschaftskammer Pfalz. Am 5. Mai 1959 wurde er „als jüngster deutscher Ordinarius zum ordentlichen Professor ernannt [wurde] und auf den neu eingerichteten ersten deutschen Lehrstuhl für das ländliche Bau- und Siedlungswesen“ an die Technische Hochschule Hannover berufen.

Für die Neuausrichtung des bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerbes Unser Dorf soll schöner werden nach 1963 und der Auswertung hierzu erstellter Fragebögen waren Landzettel und der Architekt Wilhelm Miehling als externe Experten beauftragt worden. Mit ihrer Auffassung, „die Lebensgewohnheiten der Menschen gleichen sich immer mehr an“, prognostizierten sie Betroffenen mit entgegengesetzten, rein konservatorischen Vorstellungen etwa für bäuerliche (Neu-)Bauten mit ausschließlich althergebrachten Materialien wie Fachwerk, Naturstein, Schiefer oder hölzernen Schindeln den Weg in die Bedeutungslosigkeit, ja den Abgang als Modernisierungsverlierer.

1990 wurde Wilhelm Landzettel in Gehrden mit der Heinrich-Tessenow-Medaille geehrt.

Schriften

Literatur

Commons: Wilhelm Landzettel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Klaus Mlynek: Landzettel, Wilhelm. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 222.
  2. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/24621548
  3. ↑ Michael Jung: Eine neue Zeit. ein neuer Geist? Petersberg 2020
  4. ↑ Sebastian Strube: Absage an die bäuerliche Volkskultur. In: Euer Dorf soll schöner werden. Ländlicher Wandel, staatliche Planung und Demokratisierung in der Bundesrepublik Deutschland, zugleich Dissertation 2011 an der Universität München, in der Reihe Umwelt und Gesellschaft, Band 6, Göttingen; Bristol, Connecticut: Vandenhoeck & Ruprecht, 2013, ISBN 978-3-525-31711-2 und ISBN 3-525-31711-5, S. 117–120 (online über Google-Bücher)
  5. ↑ Heinrich-Tessonow-Medaille / Liste der Preisträger (Memento vom 5. Juni 2009 im Internet Archive) auf der Seite tessenow-gesellschaft.hamburg.de, zuletzt abgerufen am 8. Januar 2014
Personendaten
NAME Landzettel, Wilhelm
KURZBESCHREIBUNG deutscher Architekt und Hochschullehrer, gilt als Vater der Dorferneuerung in Deutschland
GEBURTSDATUM 8. September 1926
GEBURTSORT Witten
STERBEDATUM 24. Februar 1995
STERBEORT Hannover