| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 52° 19′ N, 9° 36′ O | |
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Region Hannover | |
| Höhe: | 72 m ü. NHN | |
| Fläche: | 43,24 km² | |
| Einwohner: | 15.435 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 357 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 30989 | |
| Vorwahlen: | 05108, 05137, 05109 | |
| Kfz-Kennzeichen: | H | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 2 41 006 | |
| LOCODE: | DE GHD | |
| Stadtgliederung: | 7 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Kirchstraße 1–3 30989 Gehrden | |
| Website: | www.gehrden.de | |
| Bürgermeister: | Malte Losert (Parteilos) | |
| Lage der Stadt Gehrden in der Region Hannover | ||

Gehrden ist eine Kleinstadt in der niedersächsischen Region Hannover.
Die Stadt Gehrden befindet sich im Calenberger Land. Westlich der Kernstadt liegt der langgestreckte Gehrdener Berg mit den Erhebungen Köthnerberg, Suerser Berg, Kniggenberg und dem Burgberg als höchste Erhebung mit einer Höhe von 158 m ü. NHN. Dementsprechend wird Gehrden auch als die „Burgberg-Stadt“ bezeichnet. Die höchste Erhebung ist der östlich der Gehrdener Ortsteile Everloh und Northen gelegene Benther Berg bei der Ortschaft Benthe (Stadt Ronnenberg) mit 179 m ü. NHN. Die Stadt Gehrden selbst liegt auf einer Höhe von 70–90 m ü. NHN. Östlich von ihr fließt das Gewässer Haferriede vorbei. In der Nähe liegt der Höhenzug Deister, der ein beliebtes Naherholungsgebiet ist. Gehrden ist ca. 13 Kilometer Luftlinie vom Stadtzentrum von Hannover entfernt.
Die Stadt Gehrden besteht aus folgenden Ortschaften:
Gehrden zeichnet sich durch eine überwiegend kleinteilige Wohnbebauung aus. Der Großteil der Wohngebäude besteht aus selbst genutzten Einfamilienhäusern. Die Fußgängerzone liegt im Zentrum von Gehrden. Dort finden sich unter anderem Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants und Dienstleistungsunternehmen. Abseits der Fußgängerzone liegt das Gehrden Carré, ein Geschäfts- und Gesundheitszentrum an der Schulstraße.
Leveste ist mit 1600 Einwohnern die nach der Kernstadt zweitgrößte Ortschaft der Stadt Gehrden.
| Seelze | Hannover | |
| Barsinghausen | Ronnenberg | |
| Wennigsen (Deister) |
Im Gebiet der heutigen Stadt Gehrden herrschten durch die Lage innerhalb der Calenberger Lößbörde mit fruchtbaren Böden günstige Siedlungsbedingungen. Bronzezeitliche Siedlungsspuren entdeckten Archäologen im Jahre 2014 bei der Erschließung des Neubaugebietes Großes Neddernholz rund einen Kilometer östlich des Ortszentrums. Anhand von Bodenverfärbungen waren Pfostengruben von kleinen Speicherbauten und einem annähernd 30 Meter langem Langhaus zu erkennen. Es fanden sich auch Siedlungsgruben mit Resten von Keramikgefäßen und Tierknochen sowie Feuerstellen. Obwohl die Funde zunächst keine genaue Datierung zuließen, wird angenommen, dass die Siedlung vor etwa 3000 Jahren bestand.
Auf die Anwesenheit römischen Militärs zur Zeit um Christi Geburt deutet der Schatzfund von Gehrden mit 30 römischen Silbermünzen am Hang des Suerser Berges. Auf dem Burgberg befand sich der Ringwall auf dem Gehrdener Berg, dessen Entstehungs- und Nutzungszeit im Zeitraum zwischen Christi Geburt und dem Frühmittelalter vermutet wird. Etwa vom 3. bis 7. Jahrhundert bestand die Germanische Siedlung Gehrden, die bei Ausgrabungen in einem Gewerbegebiet etwa 1,3 km nördlich vom Ortszentrum entdeckt wurde. Aufgrund der reichhaltigen Funde gehen Archäologen davon aus, dass hier Angehörige einer germanischen Elite gelebt und den in West-Ost-Richtung vorbeiführenden Hellweg kontrolliert haben. Aus Westfalen kommend verlief er aus Richtung Leveste über Gehrden nach Ronnenberg und dann über Pattensen weiter nach Hildesheim. Bei Gehrden passierte er eine etwa zwei Kilometer breite Engstelle zwischen dem Gehrdener und dem Benther Berg. Archäologen nehmen an, dass die Verbindung bereits um Christi Geburt genutzt wurde. Wegen der zahlreichen Bodenfunde halten Archäologen das Gehrdener Gebiet für einen „Hotspot“ im ersten Jahrtausend nach Christus.

Zwei merowingerzeitliche Körpergräber aus dem 7. Jahrhundert wurden 1997 am Hang des Burgbergs entdeckt. Ebenfalls an dem Hang nahe dem Matthias-Claudius-Gymnasium fanden sich im Jahr 2026 sieben frühmittelalterliche Körpergräber aus dem 7. bis 9. Jahrhundert. Seit dem Bebauungsbeginn in den 1950er Jahren gibt es am östlichen Hang des Gehrdener Bergs Funde von menschlichen Knochen und von Hunde- sowie Pferdeskeletten. Das deutet darauf hin, dass dieses Gebiet über Jahrhunderte als Gräberfeld genutzt wurde.
Siedlungsspuren aus dem 9. Jahrhundert im Stadtkern zeugen davon, dass die Faktoren trockener Baugrund, Ackerflächen, Wasser und Grünland die Ansiedlung am Fuß des Gehrdener Berges während der mittelalterlichen Rodungszeit begünstigten.
In einer 1154 von Herzog Heinrich der Löwe in Goslar ausgestellten Urkunde wird ein Gerhardus von Gerdine (Gerhard von Gehrden) genannt. Das Jahr gilt als erste urkundliche Erwähnung Gehrdens. Später wird im 14. Jahrhundert mehrfach ein Arnold von Gehrden genannt. Historiker sehen die Familie von Gehrden als Angehörige des niederen Adels an.
Der Ortsname Gehrden lautet in alten Urkunden „Gerdinum“, später „Gerdene“, „Gherden“, „Gherdene“, „Gerde“ und „Herden“. Er wird auf das Wort „gerd“ zurückgeführt, das vom altsächsischen Wort „gard“ für Garten abgeleitet ist und ursprünglich umhegte Malstatt bedeutete. Hinzu tritt das altfränkische Wort inun bzw. ene für Wohnung. Dementsprechend wird Gehrden als „Siedlung bei der Malstatt“ (Gerichtsstätte) gedeutet. Auf die Malstatt weisen, abgesehen von dem noch 1353 bestätigten Gericht und der „Dingbuche“ (1359), noch heute unterschiedliche Flurnamen hin, wie der „hillige Kamp“, „achter dem Recht“ und „Wulfwinkel“.

In einer Urkunde vom 28. Januar 1298 verlieh Graf Adolf VI. von Schauenburg und Holstein als Oberherr seinem Flecken Gehrden (oppidum nostrum) ein Immunitäts-Privilegium. Darin erklärte er den Ort für frei und erteilte insbesondere Sicherheit und Freiheit allen, die darin wohnten und wohnen wollten. Adolf VI. gab zugleich seinen hier wohnenden Leibeigenen die Freiheit, indem er ihnen die Schatzungen erließ und sich selbst nur seine vogteilichen Rechte vorbehielt. Der Ort erhielt einen Markt, das Braurecht, eigene Gerichtsbarkeit und das Befestigungsrecht. Zuvor war schon um 1250 die Margarethenkirche entstanden. In einer späteren Urkunde vom 29. September 1332 bezeichnet Adolf VII. Gehrden als Weichbild und beschreibt dessen Vogtei-, Feld- und Weiderechte. Gehrden war im Mittelalter durch einen umlaufenden Wall mit Palisadenzaun sowie vorgelagertem Graben und Wallhecke befestigt. Ein kleiner Wallabschnitt hat sich südlich der Altstadt erhalten. Zur Befestigung gehörten das Spehrtor, das Suerser Tor und das Nedderntor als Stadttore, die bis ins 19. Jahrhundert bestanden. Außerdem gab es im weiteren Vorfeld drei Landwehren.
Dass im Ortskern bereits im 12. Jahrhundert kontinuierlich gesiedelt wurde, ergaben stadtarchäologischen Untersuchungen im Jahr 2016. Bei den Ausgrabungen auf einem zur Neubebauung vorgesehenen Grundstück wurden mittelalterliche Siedlungsspuren festgestellt. Dazu zählten Reste eines Befestigungswalls, ein unterkellertes Haus und fünf Brunnen. Eine dendrochronologische Datierung der hölzernen Brunnenreste ergab, dass die verwendete Bäume in den Jahren 1136, 1137 und 1143 gefällt wurden. Eine gefundene Ritterfigur aus Ton wird in das 14. Jahrhundert datiert und als Kinderspielzeug angesehen.


Im Jahr 2020 fanden sich bei Sanierungsarbeiten auf dem Marktplatz neben der Margarethenkirche und dem Haus Steinweg 25 weitere archäologische Reste. Dabei handelte es sich um einen in Sandstein gefassten Brunnen aus der Zeit des 17. bis 19. Jahrhunderts, Knochenreste von 31 bestatteten Menschen auf dem Kirchhof der Margarethenkirche und Fundamentreste eines frühneuzeitlichen Gebäudes. Es könnte sich um das in den 1970er Jahren abgerissene Haus Schaumann oder dessen Vorgängerbau handeln. Laut der die Ausgrabungen leitenden Archäologin Ute Bartelt war der Marktplatz früher bedeutend kleiner als heute. Bei Tiefbauarbeiten für einen Anbau am Rathaus Gehrden wurden 2026 spätmittelalterliche Siedlungsreste und zwei Brunnen gefunden.
In den Jahren 1467, 1562, 1568, 1628 und 1669 wurde die Gemeinde infolge mehrerer Fehden und Feuersbrünste verwüstet. Um auf Brände vorbereitet zu sein, wurde schon im Jahr 1754 eine Bestimmung für die Feuerlöschung erlassen. Im Jahr 1689 hatte Gehrden 591 Einwohner, von denen 93 als Gesinde arbeiteten und 41 als Häuslinge zur Miete wohnten. Es gab 101 Höfe, darunter sieben Vollmeier, 16 Halbmeier und 47 Kötner. Die meisten Kötner als Kleinbauern betrieben zusätzlich ein Handwerk.
Gehrden besaß seit 1298 das Braurecht, gegen das die hannoversche Brauergilde aus Monopolgründen einen Prozess anstrengte und 1694 verlor. Die Brauberechtigten erbauten ein Brauhaus, in dem sie abwechselnd brauten. 1665 wurde es wegen eines Brandes neu erbaut. Heute befindet sich darin das Stadtmuseum Gehrden. Seit 1666 belieferte das kleine Gewässer des Brauereiteichs das Brauhaus mit Wasser, was zunächst in einem offenen Graben und später durch Holzrohre erfolgte. 1776 gab es 102 Brauberechtigte im Ort.
Während des Siebenjährigen Krieges besetzten 1757 französische Truppen nach der Schlacht bei Hastenbeck das nahe liegende Hannover. In der Folge bekam Gehrden eine Einquartierung von 2200 französischen Soldaten. Während der Franzosenzeit belasteten in den Jahren 1803–1807 französische und russische Einquartierungen den Ort.
Im 19. Jahrhundert gehörte Gehrden zum 1817 entstandenen Amt Wennigsen. Nachdem dies 1885 im neu gebildeten Landkreis Linden aufging, gehörte auch Gehrden zu diesem Landkreis. Nach dessen Auflösung 1932 kam der Ort zum Landkreis Hannover.

Im Jahr 1857 wurde die Zuckerfabrik Neuwerk gegründet. In der Folge kam es zum Zuzug von Menschen, die Arbeit in der Fabrik und in der angeschlossenen Landwirtschaft fanden. In diesem Zuge kam es zur Wohnbebauung im Norden des Ortes.
Das Gehrdener Villenviertel entstand im Zuge der verkehrstechnischen Anbindung Gehrdens über die Straßenbahn an Hannover ab 1898. Diese Verbindung förderte den Zuzug wohlhabender Bürger, die am südlichen Rand des Gehrdener Berges repräsentative Häuser errichteten. Die Häuser, die im Stil des Historismus erbaut wurden, gruppieren sich entlang der Großen Bergstraße.
Der Spar- und Bauverein Gehrden, eine Wohngenossenschaft, wurde im Jahr 1913 gegründet mit dem Ziel Wohnraum in Gehrden zu schaffen. Das erste Wohnhaus wurde in der Gartenstraße gebaut. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges kamen die Aktivitäten jedoch zunächst zum Erliegen und wurden erst 1926 wieder aufgenommen. Um einer Änderung der Städteordnung für die Provinz Hannover zuvorzukommen, beantragte der Rat Gehrdens, das seit 1298 den Status eines Fleckens hatte, die Verleihung des Stadtrechts, welches am 25. Oktober 1929 durch das Preußische Staatsministerium erteilt wurde. Damals lebten ca. 2500 Einwohner in Gehrden.
Während des Zweiten Weltkriegs nahm der Ort ausgebombte Bewohner aus den Städten auf. Am 9. März 1944 stürzte nach einem Tiefflug über den Stadtrand von Gehrden ein amerikanischer Bomber vom Typ B-24 „Liberator“ auf einem Feld in Richtung Ditterke ab, der in das Flakfeuer der Batterie Mühlenberg geraten war. Die Besatzung rettete sich mit dem Fallschirm. Einen Tag vor der Befreiung Gehrdens durch Truppen der US-Armee erschoss am 8. April 1945 der NSDAP-Kreisleiter Heinz Deinert gemeinsam mit einem Offizier der Waffen-SS den französisch-jüdischen Zwangsarbeiter Felix Pichet. In der Nacht zum 9. April 1945 durchquerten US-amerikanische Truppen Gehrden, die zur Einnahme von Hannover vorstießen. Obwohl zwei Panzersperren in Gehrden errichtet wurden, kam es nicht zur Verteidigung des Ortes. Laut der örtlichen Überlieferung sei dies dem damaligen Bürgermeister Ottomar von Reden zu verdanken. Er soll die kampflose Übergabe in einer geheimen nächtlichen Besprechung im Rittergut Franzburg mit dem deutschen Militärbefehlshaber erreicht haben. Später fanden Heimatforscher dafür keine Belege und bewerteten die Überlieferung als Legende. Die Stadt Gehrden blieb im Zweiten Weltkrieg weitestgehend von Bombenabwürfen verschont.
Von Mai 1945 bis November 1946 war Gehrden Garnison einer britischen Einheit mit 1000 Soldaten, wozu die Bewohner aus über 50 Wohnhäusern umquartiert wurden. Am 1. April 1946 wurde in Benthe die Stadtrandschule gegründet aus der später das Matthias-Claudius-Gymnasium Gehrden hervorging. 1949 waren rund 1000 Kriegsflüchtlinge in Gehrden untergebracht. Während der Wohnbau in den fünfziger Jahren im Wesentlichen der Linderung der akuten Wohnungsnot diente, wurde in den sechziger Jahren Wohnraum für Zuwanderung aus anderen Gemeinden geschaffen. Es entstand Wohnraum im Teichfeld und im Bereich der Barsinghäuser Straße.
Im Jahr 1962 wurde die Entscheidung getroffen ein Hallen- und Freibad in Gehrden für 2,4 Millionen Deutsche Mark zu bauen. Das Bad wurde 1964 eröffnet und 10 Jahre später um einen Kleinkindbereich erweitert.
Ab 1967 gehörte Gehrden zum Großraum Hannover. Mit Wirkung zum 1. August 1971 schloss sich die Stadt Gehrden mit den umliegenden Gemeinden Ditterke, Everloh, Lemmie, Lenthe, Leveste, Northen und Redderse durch das am 20. April 1971 vom Niedersächsischen Landtag verabschiedete und am 14. Mai 1971 im Niedersächsischen Gesetz- und Verordnungsblatt verkündete „Gehrden-Gesetz“ zu einer Einheitsgemeinde zusammen.
Ein Meilenstein für die Entwicklung des Sportangebotes in Gehrden stellte die Inbetriebnahme der Bezirkssportanlage im Jahr 1970 an der Langen Straße dar.
Im Jahr 1975 wurde im Ortszentrum eine Fußgängerzone eingerichtet, um den Durchgangsverkehr aus den engen Hauptstraßen herauszuhalten und um eine ruhige Zone zum Verweilen und Einkaufen zu schaffen. Dabei wurde auch der Marktplatz neu gestaltet. Am 2. Oktober 1990 erfolgte die Grundsteinlegung für einen Neubau des Rathauses Gehrden in der Innenstadt. Der Backsteinbau wurde knapp zwei Jahre später fertiggestellt und dient mit seinem Bürgersaal auch als Veranstaltungsort für Konzerte, Lesungen, Kunstausstellungen und Vorträge. Im Jahr 2025 wurde entschieden, dass das Rathaus einen dreigeschossigen Anbau in der Hüttenstraße erhält.
Die Nachfrage nach Grundstücken in Gehrden führte dazu, dass das Baugebiet Nordfeld zwischen 1980 und 1983 entstand. Das Baugebiet umfasste 300 Wohneinheiten, wovon der überwiegende Teil aus Einfamilienhäusern bestand.
Das mit 729 Wohneinheiten größte Baugebiet "Am Langen Feld" entstand zwischen 1991 und 1998 und führte zu neuem Wohnraum für über 2000 Personen.
1998 wurde das Sportcenter des SV Gehrden fertiggestellt, welches als Trainingsmöglichkeit, Wettkampfstätte und Veranstaltungsort genutzt wird. Dadurch wurde die Sportinfrastruktur vor Ort weiter ausgebaut und an die lokalen Bedürfnisse angepasst.
Zur Steigerung der Aufenthaltsqualität erfolgte von 2013 bis 2024 in Gehrden eine Innenstadtsanierung, bei der die Fußgängerzone, der Marktplatz und das Areal um die Margarethenkirche umgestaltet wurden.
Bis zum 31. Dezember 2004 gehörte Gehrden zum Regierungsbezirk Hannover, der wie die übrigen niedersächsischen Regierungsbezirke aufgelöst wurde.


Erste Juden wurden in Gehrden zu Beginn des 18. Jahrhunderts ansässig. Es entstand die Synagogengemeinde Gehrden, zu der auch die Ortschaften Groß Goltern, Hohenbostel, Landringhausen, Ronnenberg, Winninghausen sowie seit 1871 Empelde und Holtensen gehörten. Von den früheren jüdischen Bewohnern zeugt der Jüdische Friedhof Gehrden am Gehrdener Berg mit 73 Grabsteinen, der von 1752 bis 1935 belegt wurde. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden 17 Personen, die in Gehrden geboren wurden oder in Gehrden gelebt haben, Opfer des Holocaust. 2008 wurden vor dem ehemaligen Wohnsitz von zwei jüdischen Bürgern in Gehrden Stolpersteine durch den Künstler Gunter Demnig verlegt. An der Stelle der früheren Synagoge Gehrden, die 1979 zugunsten eines Neubaus abgebrochen wurde, befindet sich heute eine Gedenktafel.
Am 1. August 1971 erfolgte der freiwillige Gemeindezusammenschluss mit den umliegenden Landgemeinden Ditterke, Everloh, Lemmie, Lenthe, Leveste, Northen und Redderse zur Großgemeinde Gehrden.
Seit einigen Jahren hat Gehrden einen kontinuierlichen Anstieg der Einwohnerzahl verzeichnet. Das Wachstum wird unter anderem auf die zunehmende Attraktivität der Stadt als Wohnort im Umland von Hannover zurückgeführt. Als Ursache hierfür hat die Hannoversche Allgemeine Zeitung unterschiedliche Gründe identifiziert. Dazu zählen die gute verkehrliche Anbindung an die Landeshauptstadt, eine hohe Lebensqualität mit naturnaher Lage und kurzen Wegen, eine familienfreundliche Infrastruktur sowie gezielte Wohnraumentwicklung durch neue Baugebiete. Bevölkerungsprognosen für die Region gehen davon aus, dass sich dieser positive Bevölkerungstrend in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Im Jahr 2025 wurden erstmals mehr als 16.000 Einwohner in Gehrden gezählt.
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1 108 Feuerstellen
2 in 127 Häusern
3 131 Feuerstellen
4 in 137 Häusern
5 Volkszählungsergebnis (mit den 1971 eingemeindeten Orten = 9.983 Einw.)
6 Volkszählungsergebnis (mit den 1971 eingemeindeten Orten = 12.324 Einw.)
7 jeweils zum 31. Dezember
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Im Jahr 2017 waren 39,4 % (2014: 41,1 %) der Einwohner evangelisch-lutherisch und 12,1 % (2014: 11,11 %) römisch-katholisch. 48,2 % (2014: 46,5 %) gehörten anderen Konfessionen oder Religionsgemeinschaften an oder waren konfessionslos. Im Jahr 2019 waren 37,6 % (Juni 2018: 39,3 %) der Einwohner evangelisch, 11,9 % (2018: 12,0 %) katholisch und 50,5 % (2018: 48,7 %) gehörten keiner dieser beiden christlichen Konfessionen an. Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem weiter gesunken und die Personen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, machen mit 55,0 % (Stand 31. Dezember 2022) eine absolute Mehrheit der Bevölkerung aus.
In Gehrden gibt es ein Jugendparlament.
Der Rat der Stadt Gehrden setzt sich aus sechs Ratsfrauen und 22 Ratsherren zusammen.
Stimm- und sitzberechtigt im Rat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister. Ratsvorsitzender ist Heinrich Möller (CDU).
Die letzte Kommunalwahl am 13. September 2026 ergab das folgende Ergebnis:
| Partei | Stimmenanteil | Anzahl Sitze |
|---|---|---|
| SPD | 25,89 % | sieben |
| CDU | 27,50 % | acht |
| Grüne | 18,51 % | fünf |
| FDP | 4,41 % | ein |
| Die Linke | 3,69 % | ein |
| AfD Niedersachsen | 14,38 % | vier |
| UWG | 5,62 % | zwei |

Der hauptamtliche Bürgermeister der Stadt Gehrden ist Malte Losert (Parteilos). Er setzte sich in einer Stichwahl am 9. Oktober 2022 gegen den bisherigen Amtsinhaber Cord Mittendorf (SPD) durch. Stellvertretende Bürgermeister sind in folgender Reihenfolge Heinrich Meinecke (CDU), Henning Harter (SPD) und Gisela Wicke (Grüne).
Die Bürgermeister sind seit 1573 überliefert.

Die Stadtteile der Stadt Gehrden werden durch insgesamt 47 Ratsmitglieder in sieben Ortsräten vertreten. Seit 2021 verteilen diese sich wie folgt:
| Stadtteil | SPD | CDU | Grüne | WG | ∑ |
|---|---|---|---|---|---|
| Ditterke | – | – | 1 | 4a | 5 |
| Everloh | – | 1 | 3 | 3b | 7 |
| Lemmie | 1 | 2 | 1 | 3c | 7 |
| Lenthe | 3 | 1 | 1 | 2b | 7 |
| Leveste | 4 | 3 | – | – | 7 |
| Northen | 5 | 2 | – | – | 7 |
| Redderse | – | 3 | 1 | 3d | 7 |
| Summe ∑ | 13 | 12 | 7 | 15 | 47 |
a Bürgerliste Ditterke, b Freie Wähler, c Wählergemeinschaft für Lemmie, d Redderser Wählergemeinschaft
Der Entwurf des Kommunalwappens von Gehrden stammt von dem Heraldiker und Grafiker Alfred Brecht, der zahlreiche Wappen in der Region Hannover entworfen hat.
| Blasonierung: „In Rot der silberne Treppengiebel der Stadtkirche, belegt vom Schildfuß her mit dem Wappen der Grafen von Schaumburg (in Rot ein silbernes Nesselblatt) und dem der Welfenherzöge (in Blau ein rotbewehrter, goldener Löwe).“ | |
| Wappenbegründung: Die alten Stadtsiegel von 1551 und 1600 haben sich des Kirchturmes der Margarethenkirche als Symbol bedient, wenn auch in der im Mittelalter üblichen bereicherten Form mit zusätzlichen Fahnen, die aber wohl nur das Schildbild auszufüllen hatten. In den offenen Giebel war ein abgerissenes Leopardenhaupt gesetzt, als Zeichen der anerkannten welfischen Herrschaft. Auf dem Siegel und den geschichtlichen Tatsachen fußend, hat der Heraldiker dem Rat der Stadt drei Entwürfe vorgelegt, von denen der Rat in seiner Sitzung am 9. März 1961 das vorstehend beschriebene Wappen einstimmig beschlossen hat. |
Es besteht eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Elbingerode (Harz) (heute Stadtteil der Stadt Oberharz am Brocken).
Gehrden verfügt über eine kleine Kunstszene mit einigen Ateliers, in denen lokale Künstler tätig sind. Der Kunstverein Gehrden organisiert Kunstausstellungen und bietet Künstlern dadurch eine Bühne. Es finden in Gehrden regelmäßig Veranstaltungen im Rahmen des Kultursommers der Region Hannover statt. Das 2025 gegründete Kulturforum Gehrden dient zudem als Plattform, um Vereine, Kunst- und Kulturschaffende sowie Musiker zu vernetzen. Es werden regelmäßig Lesungen und Konzerte in unterschiedlichen Formaten angeboten.

In Gehrden gibt es eine Reihe von gut erhaltenen Baudenkmälern und Fachwerkhäusern sowie mehrere Bodendenkmale.





In Gehrden werden jährlich ein als Weihnachtsdorf bezeichneter Weihnachtsmarkt und das Stadtfest vom Verein Gehrden feiert Feste e. V. veranstaltet. Zu Ostern wird das traditionelle Osterfeuer auf dem Gelände der Feuerwehr begangen. Am Vorabend des 1. Mai findet traditionell eine öffentliche Feier in Andenken an den in Gehrden verstorbenen Komponisten Justus Wilhelm Lyra statt, der 1842 das Gedicht Der Mai ist gekommen vertont hatte. Am Deutschen Mühlentag gibt es regelmäßig eine Veranstaltung an der Struckmeyerschen Mühle. Seit 2009 findet monatlich die Konzertreihe Weltklassik am Klavier statt, bei der bekannte Pianisten auftreten. Einmal im Jahr richtet der Mehrgenerationen-Treff Gehrden (MGT) das Fest der Kulturen auf dem Marktplatz aus, um den kulturellen Austausch zu fördern. Mit dem jährlich stattfindenden Burgberglauf gibt es einen Volkslauf in Gehrden. Einmal im Jahr findet auf einem 1,3 km langen Rundkurs ein Straßenradrennen in Gehrden statt. Auf der Gehrdener Tennisanlage wird mit dem Gehrdener Sommercup jährlich ein bundesweites Ranglistenturnier ausgetragen. Der wöchentliche Bauernmarkt mit regionalen, landwirtschaftlichen Produkten wurde durch einen Förderverein initiiert und findet seit 1996 statt. Darüber hinaus findet ein Wochenmarkt in der Gehrdener Innenstadt statt. 2025 führte der Gehrdener Kunstverein erstmals ein Kulturfest unter dem Titel „Waldgeflüster“ auf dem Köthnerberg durch.

Seit dem Jahr 2000 besitzt Gehrden mit Gehrda ein Stadtmaskottchen, das Werbeträger und Markenzeichen ist. Als zwei Meter hohe Plüschfigur in leuchtend oranger Farbe stellt Gehrda eine Turmfledermaus dar. Symbolisch ist sie im Kirchturm der Margarethenkirche beheimatet, in dem Fledermäuse leben. Im Kostüm von Gehrda steckt eine Person, die stets stumm bleibt. Sie kann nur durch freundliche und ausladende Gestik auf sich aufmerksam machen. Bei öffentlichen Veranstaltungen in der Stadt erscheint Gehrda und ist vor allem bei Kindern beliebt. Das Maskottchen findet sich auch auf Souvenirs, die die Stadt anbietet.
In Gehrden fördern mehrere Stiftungen kulturelle Projekte und Projekte im Bildungsbereich. Im Jahr 2023 wurde die Bürgerstiftung unter der Schirmherrschaft des Gehrdener Bürgermeisters gegründet. Ein Förderfonds zur Jugend- und Nachwuchsförderung wurde 2022 von der ortsansässigen Innenausbaufirma Germerott gegründet, der ab 2025 Schulprojekten vorbehalten ist.
Im Jahr 1900 wurde der Sportverein Gehrden e. V. gegründet, der mit rund 2200 Mitgliedern (Stand 2025) der größte Gehrdener Verein und der sechstgrößte Sportverein der Region Hannover ist. Seine Fußballmannschaft ist im Burgbergstadion beheimatet und spielt in der Bezirksliga Hannover. Ferner verfügen die Stadtteile Lemmie, Leveste und Everloh über Sportanlagen, die von den lokalen Sportvereinen genutzt werden. Seit 1984 besteht der Tennis-Club Everloh e. V. im Gehrdener Stadtgebiet. Im Ortskern befindet sich das städtische Delfi-Bad, ein kombiniertes Hallen- und Freibad mit integriertem Saunabereich. Die 2024 gegründete Sparte Teqball der SG Everloh-Ditterke gewann mehrfach bei nationalen und internationalen Wettbewerben Titel.



In Gehrden besteht eine hohe Kaufkraft, die über dem Durchschnitt in der Region Hannover liegt. Das Kriminalitätsniveau ist niedrig. Die Kernstadt Gehrden stellt das Zentrum der Gemeinde dar und verfügt über öffentliche Einrichtungen wie die Stadtverwaltung, eine Polizeistation, eine Feuerwehr- und Rettungswache, einen ambulanten Pflegedienst in kommunaler Trägerschaft sowie Senioren- und Pflegezentren, Kindergärten, Schulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung, mehrere Museen, eine Stadtbibliothek und eine Schulbibliothek am Matthias-Claudius-Gymnasium Gehrden, ein Krankenhaus sowie ambulante Facharztversorgung, ein Schwimmbad, die Zentralmensa Gehrden, Veranstaltungsorte wie den Bürgersaal und die Waldbühne als Freilichtbühne, Sportstätten, Multifunktionsplätze sowie ein Jugendzentrum, öffentliche Parkanlagen, eine Outdooranlage für Jugendliche (ab 2026) und Spielplätze für Kinder. Außerdem verfügt Gehrden über ein Glasfasernetz in allen Ortsteilen, öffentliche E-Ladestationen sowie mehrere WLAN-Hot Spots im Innenstadtbereich.
In einem 2026 veröffentlichten bundesweiten Ranking des Instituts der deutschen Wirtschaft zur kommunalen Daseinsvorsorge erzielte Gehrden ein Resultat mit dem Gesamturteil „sehr gut“.
Gehrden war lange durch bäuerliche Landwirtschaft geprägt. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts siedelten sich Industrie- und Gewerbebetriebe an. Dies war zuerst die Zuckerfabrik Neuwerk, die von 1857 bis 1930 in Betrieb war. Auf dem Gelände wurde später die „Vorwerk“-Teppichfabrik errichtet, die im Jahr 1985 nach Hameln verlegt und später abgerissen wurde. Von 1872 bis in die 1970er Jahre verarbeitete die Ziegelei Seemann die Ton- und Lehmvorkommen des Gehrdener Berges. Sie wurde später abgerissen.
Durch den Bau der Versorgungsleitung der Harzwasserwerke nach Bremen wurde Gehrden im Jahr 1934 mit einer zentralen Wasserversorgung versehen.
Mit Gehrden-Ost und Gehrden Bünteweg bestehen zwei größere Gewerbegebiete in Gehrden.
In Gehrden gibt es mehrere landwirtschaftliche Betriebe, die Feldfrüchte sowie Obst anbauen. Auch sind einzelne mittelständische Unternehmen ansässig. Gehrden verfügt über eine Wirtschaftsstruktur mit einem Schwerpunkt im Handel und Dienstleistungsbereich. Das KRH Klinikum Robert Koch Gehrden wurde 1964 eröffnet und ist als Schwerpunktversorger mit 800 Beschäftigten der größte Arbeitgeber. Bei der Stadt Gehrden arbeiten zudem über 300 Beschäftigte.
In Gehrden bieten folgende Einrichtungen Betreuung und Bildung an:


Der mittelalterliche Hellweg von Minden nach Hildesheim führte durch das Stadtgebiet von Gehrden. Heute durchquert die Bundesstraße 65 das Stadtgebiet im Norden von Ost nach West, dabei führt die Straße durch die Orte Everloh und Ditterke. Wenige Kilometer östlich des Stadtgebiets führt die Bundesstraße B 217 vorbei.
1898 eröffnete die Straßenbahn Hannover AG (ab 1921: ÜSTRA) die Straßenbahnlinie 10 von Hannover nach Gehrden – ab 1899 auch bis Barsinghausen. In dem Zuge entstanden im Ortszentrum der Bahnhof Gehrden und das Bahnhofsrestaurant Gehrden. Der Bau der Straßenbahn hatte einen wirtschaftlichen Aufschwung zur Folge, da dadurch auch elektrischer Strom im Ort vorhanden war. Die Straßenbahn beförderte neben Passagieren auch Steinkohle, Gemüse und andere Güter aus Barsinghausen sowie Zucker aus der Zuckerfabrik Neuwerk nach Hannover. Die Personenbeförderung auf dem Streckenabschnitt nach Barsinghausen wurde am 27. Juli 1952 eingestellt, die Güterbeförderung am 30. November 1953. Am 3. Juli 1961 wurde auch die Strecke von Hannover nach Gehrden stillgelegt und durch Busverbindungen ersetzt. (siehe auch: Geschichte der Straßenbahn in Hannover)
Heute ist Gehrden mit Hannover durch die Buslinie 500 (sprintH) der ÜSTRA zum ZOB Hannover und dem Bahnhof Weetzen verbunden. Weitere lokale Buslinien führen von Gehrden ins Umland. Über den Bahnhof Weetzen und den Bahnhof Lemmie ist Gehrden durch die S-Bahn Hannover an Hannover und den Flughafen Hannover angebunden. Beide Bahnhöfe verfügen zudem über ein Park and Ride Angebot.
Gehrden ist als 22 km lange Außenschleife an den Rad- und Wanderweg Grüner Ring um Hannover angebunden. Gehrden ist auch in das Radwegenetz der Fahrradregion Hannover mit drei Routen eingebunden. Zudem führt mit dem Kansteinweg ein Fernwanderweg durch Gehrden.
Im Jahr 2023 wurde auf einem Parkplatz im Ortszentrum von Gehrden ein Parklet mit Fahrradservicestation aufgestellt. Es war die erste Anlage dieser Art in einer Kommune in der Region Hannover. Zudem ergänzt Carsharing das Mobilitätsangebot.
Verschiedene Medien berichten über lokale Geschehnisse in Gehrden:
Gehrden ist Teil der LEADER-Region Calenberger Land, einem Fördergebiet der Europäischen Union. 2025 wurden Pläne der Region Hannover bekannt, unter Einbeziehung von Gehrden einen Naturpark Deister und Calenberger Land einzurichten. Die Stadt Gehrden gab 2025 bekannt, den Gehrdener Berg im Bereich des Köthnerberges zum Naherholungsgebiet aufzuwerten. Dazu soll im Bereich der Struckmeyerschen Mühle ein Biergarten mit Café eingerichtet und die Mühle als Trauzimmer genutzt werden. In Gehrden besteht zudem ein agrartouristisches Angebot. Auf Selbsterntefeldern können Besucher Gemüse ernten und praktische Landwirtschaft kennenlernen.

Gehrden engagiert sich seit den 2000er Jahren mit unterschiedlichen Initiativen für Umweltschutz. Etwa 65 % des lokal verbrauchten Stroms werden vor Ort regenerativ durch Biogas-, Photovoltaik- und Windenergieanlagen produziert. Unter anderem gibt es acht Windenergieanlagen und zwei Biogasanlagen.
Im Zuge der Energiewende ist bis zum Jahr 2037 für den Stromnetzausbau die Verlegung von drei Stromtrassen als Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitungen (HGÜ-Leitungen) vorgesehen, die das Gehrdener Gebiet als Erdkabel durchqueren. Östlich der Kernstadt soll der Suedlink verlaufen und westlich des Gehrdener Berges sind die parallel laufenden Trassen des Ost-West-Links (DC 40) und des Nord-West-Links (DC 41) geplant. Im Jahr 2024 wurde bekannt, dass im Näherungsbereich der Trassen DC 40 und DC 41 auf etwa 40 Hektar Fläche ein Gleichstromdrehkreuz, sogenannter Multiterminal-Hub, mit bis zu 30 Meter hohen Bauten entstehen soll. Im selben Jahr verabschiedete der Rat der Stadt Gehrden eine Resolution, um den Bau der Anlage im Trassennäherungsbereich am Gehrdener Berg zu verhindern. Gegen den möglichen Bau im dortigen Landschaftsschutzgebiet gründete sich eine Bürgerinitiative. Sie führte im Jahr 2024 mit fast 1500 Teilnehmern eine Menschenkette durch, mit der eine etwa 40 Hektar große Fläche im Bereich eines möglichen Standortes umschlossen wurde. 2024 kam es zu einer weiteren Aktion, bei der die Fläche mit über 1000 Fackeln markiert wurde. Der Vorhabensträger Tennet teilte mit, dass er für die Anlage Standorte zwischen Barsinghausen und dem Landkreis Hildesheim prüfe. Gehrden sei einer von acht möglichen Standorten. Mit der Bekanntgabe der Auswahl wurde Ende 2025 gerechnet. Zu diesem Zeitpunkt wurde bekannt, dass die Vorhabenträger des Ost-West-Links (DC 40) und des Nord-West-Links (DC 41) ihre Planungen vorerst eingestellt haben, um einen neuen Netzentwicklungsplan durch die Bundesnetzagentur im Herbst 2026 abzuwarten. Der Bundestagsabgeordnete Tilman Kuban (CDU) äußerte, dass die beiden Stromleitungen nicht gebaut werden und daher eine Schaltanlage in Form eines Multiterminal-Hubs in der Region entfalle.

Im Jahr 2017 wurde das Drama "Das deutsche Kind" mit Katrin Sass als Hauptdarstellerin vom NDR in Gehrden gedreht.