
Das Rathaus der Stadt Gehrden befindet sich an der Kirchstraße in der Innenstadt von Gehrden in Niedersachsen. Es ist aufgrund seiner Lage und seiner Gestaltung stadtbildprägend.
Das Rathaus ist ein Backsteinbau mit rotbraunen Ziegeln als dominierenden Fassadenmaterial. Diese traditionelle Bauweise ist typisch für Norddeutschland. Das Rathaus verfügt über ein Satteldach mit roten Tonziegeln. Gleichzeitig wurden große Fensterelemente eingesetzt, um Licht ins Innere gelangen zu lassen und einen Kontrast zur Massivität des Ziegelbaus zu setzen. Das Gebäude orientiert sich an einer offenen Platzsituation.

Die Grundsteinlegung für den Rathausbau erfolgte am 4. Oktober 1990. Diese rief zunächst Widerstand in der Bevölkerung hervor, da dafür unter anderem das zuvor als Rathaus genutzte Gebäude weichen musste. Das vorherige Rathaus, das von 1820 bis 1876 auch als Schule diente, wurde auf ein Grundstück in unmittelbarer Nähe transloziert. Der Rathausneubau wurde im Juni 1992 offiziell eröffnet. Mittlerweile gilt das Rathaus als eines der Wahrzeichen der Stadt.
Aufgrund der gestiegenen Mitarbeiterzahlen wird das Rathaus an der Rückseite zwischen 2026 und 2027 um einen dreigeschossigen Anbau mit rund 400 m² Nutzfläche erweitert. Der Anbau fügt sich in die Gestalt des Bestandsbaus ein. Vor Baubeginn unternahm die Region Hannover 2026 archäologische Untersuchungen, die zur Entdeckung von spätmittelalterlichen Siedlungsresten führten. Dazu zählten Keramik und hölzerne Elemente sowie knüppelartige Auslagen zur Trockenlegung von Flächen. Das Alter von zwei entdeckten Brunnen wurde auf mindestens das 16. oder 17. Jahrhundert geschätzt. Derartige Funde waren laut der zuständigen Kommunalarchäologin Ute Bartelt erwartbar, da das Rathaus innerhalb der alten Befestigung des Fleckens Gehrden liegt.
Koordinaten: 52° 18′ 48,8″ N, 9° 36′ 4,3″ O