Wilhelm Karl Fritz Schack (* 19. Mai 1869 in Hamburg; † 1944 in Sielbeck-Uklei) war ein deutscher Verbandsfunktionär und Politiker. Er war von 1896 bis 1909 Geschäftsführer des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes und von 1905 bis 1909 Mitglied des Deutschen Reichstags.
Schack, Sohn eines Handwerksmeisters, besuchte in Hamburg die Kirchenschule von St. Nikolai und später verschiedene höhere Handelslehranstalten. Er absolvierte eine kaufmännische Lehre in Hamburg von 1884 bis 1887 und arbeitete anschließend als Handlungsgehilfe. Ab dem 1. Januar 1896 bis zu seinem Rücktritt 1909 war er Geschäftsführer des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes (DNHV). Dieser wuchs unter Schacks Führung zum größten kaufmännischen Interessenverband im Deutschen Reich, die Mitgliederzahl steigerte sich in dieser Zeit von 500 auf 120.000. Er gab ihm ein gewerkschaftliches Gepräge und vertrat zugleich einen entschiedenen Antisemitismus. Daneben war er Vorstandsmitglied verschiedener nationaler und wirtschaftlicher Verbände. Von 1902 bis 1909 gehörte er dem Ausschuss der Gesellschaft für soziale Reform an.
Als Mitglied der antisemitischen Deutschsozialen Reformpartei bzw. nach deren Spaltung 1900 der Deutschsozialen Partei gehörte Schack von 1899 bis 1907 der Hamburgischen Bürgerschaft an. Bei einer Ersatzwahl nach dem Tod des Abgeordneten Otto Fries wurde Schack im November 1905 für den Reichstagswahlkreis Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach 2 (Eisenach, Dermbach) in den deutschen Reichstag gewählt. Dort saß er in der Fraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung. Bei der nächsten regulären Reichstagswahl 1907 wurde sein Mandat bestätigt. Sein Gegenkandidat in der Stichwahl war jeweils Hermann Leber von der SPD. Im Reichstag vertrat er die Interessen der Handlungsgehilfen. Als Sozialpolitiker gehörte er den Reichstagskommissionen für die Novelle der Gewerbeordnung und den Entwurf eines Arbeiterkammergesetzes (beide 1908) sowie dem Beirat für Arbeiterstatistik an.
Sein Mandat legte er im Verlauf der Triolen-Affäre am 27. November 1909 nieder. Er hatte 1909 in einer Annonce eine Reisebegleiterin gesucht und dieser unter dem Pseudonym Triole eine Dreierbeziehung mit seiner Frau angeboten. In der Folge wurde ihm durch ein ärztliches Gutachten eine krankhafte Störung der Geistesfähigkeit attestiert, wodurch es nicht zu einer Bestrafung kam.
| Personendaten | |
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| NAME | Schack, Wilhelm |
| ALTERNATIVNAMEN | Schack, Wilhelm Karl Fritz (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kaufmann, Schriftsteller, Politiker, MdHB, MdR |
| GEBURTSDATUM | 19. Mai 1869 |
| GEBURTSORT | Hamburg |
| STERBEDATUM | 1944 |
| STERBEORT | Sielbek-Uklei |