Willemswerf Maersk-Gebäude | ||
| Willemswerf | ||
| Basisdaten | ||
|---|---|---|
| Ort: | Rotterdam | |
| Bauzeit: | 1984–1988 | |
| Eröffnung: | 1988 | |
| Sanierung: | 2012–2020 (Innenraum) | |
| Status: | Bestehend | |
| Baustil: | Spätmoderne / Funktionalismus | |
| Architekt: | Wim Quist | |
| Koordinaten: | 51° 55′ 1″ N, 4° 29′ 25″ O | |
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| Nutzung/Rechtliches | ||
| Hauptmieter: | A. P. Møller-Mærsk, Regus | |
| Bauherr: | Royal Nedlloyd Group | |
| Technische Daten | ||
| Höhe bis zur Spitze: | 94.5 m | |
| Etagen: | 24 | |
| Nutzungsfläche: | 37.000 m² | |
| Baukosten: | ca. 90 Mio. NLG | |
| Anschrift | ||
| Anschrift: | Boompjes 40 | |
| Postleitzahl: | 3011 XV | |
| Stadt: | Rotterdam | |
| Land: | Niederlande | |
Die Willemswerf ist ein markantes, 94,5 Meter hohes Bürogebäude im Zentrum der niederländischen Hafenstadt Rotterdam. Das direkt am nördlichen Ufer der Nieuwe Maas am Boulevard Boompjes gelegene Hochhaus prägt seit den späten 1980er Jahren die Skyline der Stadt. Der Entwurf stammt von dem renommierten niederländischen Architekten Wim Quist, der das Bauwerk im Stil der funktionalistischen Moderne konzipierte. Mit seinen 24 Stockwerken und einer weißen Fassadenstruktur bildet es ein wichtiges Bindeglied zwischen der historischen Hafenvergangenheit und der modernen Hochhausarchitektur Rotterdams. International erlangte das Gebäude über Fachkreise hinaus vor allem durch einen spektakulären Filmstunt des Schauspielers Jackie Chan im Jahr 1998 Bekanntheit.
Die Planung der Willemswerf begann in den frühen 1980er Jahren, einer Phase, in der sich Rotterdam architektonisch neu erfand und vermehrt auf vertikale Verdichtung setzte. Die niederländische Reederei Royal Nedlloyd Group benötigte eine neue, repräsentative Konzernzentrale und beauftragte Wim Quist mit dem Entwurf. Berichten zufolge entwickelte der Architekt das grundlegende Konzept für den monumentalen Komplex in einer Bearbeitungszeit von nur drei Wochen.
Der erste Spatenstich am Ufer der Nieuwe Maas erfolgte im April 1984. Die Bauphase dauerte rund vier Jahre, bis das Gebäude 1988 offiziell eingeweiht und von Nedlloyd bezogen werden konnte. Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf rund 90 Millionen niederländische Gulden. Nach der späteren Übernahme von Nedlloyd durch die dänische Schifffahrtsgruppe A.P. Møller-Mærsk ging das Gebäude in deren Nutzung über, weshalb es im lokalen Sprachgebrauch bis heute oft auch als „Maersk-Gebäude“ bezeichnet wird. In den vergangenen Jahren wurde das Innere des Hochhauses umfassend modernisiert, um den Anforderungen an zeitgemäße, flexible Arbeitswelten und Co-Working-Konzepte gerecht zu werden.
Das Bürogebäude Willemswerf liegt im Zentrum von Rotterdam direkt am nördlichen Ufer der Neuen Maas an der Hauptverkehrsstraße Boompjes. In unmittelbarer Nachbarschaft östlich des Gebäudes befindet sich die rote Willemsbrücke, die als wichtige Verbindung zur Flussinsel Noordereiland dient. Westlich grenzt das Hochhaus an die markante Terras van Boompjes sowie das Hotel Inntel Hotels Rotterdam Centre an, während sich dahinter die weltberühmte Erasmusbrücke erstreckt. Wenige Gehminuten landeinwärts in nördlicher Richtung liegen zudem der historische Oude Haven und die Kubushäuser von Piet Blom.
Die Willemswerf zeichnet sich durch eine geometrisch strenge, asymmetrische Körperform aus. Das Gebäude besitzt eine Nutzfläche von rund 37.000 Quadratmetern, die sich auf 24 oberirdische Stockwerke verteilen. Das optische Fundament bilden die untersten vier Etagen, die als offenes Parkhaus für rund 400 Kraftfahrzeuge konzipiert sind und den eigentlichen Bürotrakt vom Straßenlärm abschirmen.
Die Fassade besteht aus einer Rasterstruktur aus strahlend weißen Beton- und Glaselementen. Das architektonische Haupterkennungsmerkmal zur Flussseite ist ein monumentaler, schräger Einschnitt an der Längsseite des Gebäudes. Dieser im 45-Grad-Winkel (niederländisch: „de knik“) verlaufende, verglaste Korridor, der mit rund 8 Meter Breite beginnt und sich nach unten auf 1,5 Meter verjüngt, bricht die massive Blockhaftigkeit des Baukörpers auf und teilt ihn optisch in zwei ungleiche Hälften. Im Inneren setzt sich das funktionale Design fort, wobei die Lobby im Zuge jüngerer Renovierungen mit organischen Holzelementen und einer markanten Wendeltreppe gestalterisch aufgewertet wurde, um einen Kontrast zur kühlen Außenhaut zu bilden.

An der Fassade des Bürogebäudes befindet sich eine der bekanntesten und größten Außenwerbeflächen der Niederlande. Das dort installierte Riesenposter trägt den Namen „The One“ und gilt mit einer Fläche von fast 850 Quadratmetern als größte dauerhafte Riesenplakat-Außenwerbefläche der Niederlande. Durch die strategische Lage im Stadtzentrum erreicht die Riesenplakatwand regelmäßig Millionen von Passanten und wird von globalen Top-Marken für aufmerksamkeitsstarke Kampagnen genutzt.
In der Fachwelt gilt die Willemswerf als herausragendes Beispiel für die spätmoderne, funktionale Architektur in den Niederlanden. Wim Quist gelang es, den evolutionären Übergang vom reinen Nutzbau der Nachkriegszeit hin zur skulpturalen Ästhetik der Spätmoderne zu vollziehen. Das Gebäude wird in Architekturführern regelmäßig für seine gelungene städtebauliche Integration an der Flussfront und seine zeitlose Linienführung gelobt.
In der globalen Popkultur nimmt das Gebäude einen festen Platz ein. Für das Finale seines Actionfilms Jackie Chan ist Nobody (1998) wählte es Regisseur und Hauptdarsteller Jackie Chan als zentralen Drehort. Die Entstehung dieser Szene war von großen logistischen und mentalen Herausforderungen geprägt: Berichten zufolge brauchte Chan dort fast zwei Wochen, um den nötigen Mut für das Wagnis aufzubringen, während die Dreharbeiten zusätzlich durch schlechtes Wetter tagelang verzögert wurden. Der eigentliche Stunt, bei dem Chan ohne Double oder sichtbare Sicherungsseile die 45 Grad abgewinkelte Glasfassade des Hochhauses hinunterrutschte, gilt bis heute als einer der gefährlichsten und berühmtesten der Filmgeschichte. Um die Rutschpartie auf dem glatten Glas überhaupt kontrollieren zu können, kamen speziell angefertigte Schuhe zum Einsatz. Während für spätere Einstellungen und verschiedene Kameraperspektiven aus Sicherheitsgründen dünne – nachträglich digital entfernte – Drahtseile genutzt wurden, absolvierte Chan den allerersten, legendären Abwärtslauf völlig ungesichert. Seither ist das Gebäude auch Anziehungspunkt für Filmtouristen aus aller Welt.