Willfried Feuser

Willfried Franziskus Feuser (* 1928 in Krefeld; † 28. Februar 2000 in Port Harcourt) war ein deutscher Literaturwissenschaftler. Neben Janheinz Jahn und Ulli Beier war er einer der deutschen Pioniere in der Erforschung und Verbreitung afrikanischer Literaturen in europäischen Sprachen sowie einer der führenden Vermittler zwischen europäischen und afrikanischen sowie afrodiasporischen Literaturen und Kulturen.

Leben

Feuser wurde in Benrad-St. Tönis bei Krefeld in Nordrhein-Westfalen geboren. Er besuchte zunächst die Volksschule in Hinsbeck und anschließend das Gymnasium Thomaeum in Kempen, das er 1950 mit dem Abitur abschloss. Danach studierte er Literaturwissenschaft (Anglistik und Romanistik) an der Universität Würzburg und erhielt dort als einer der ersten Studenten nach dem Zweiten Weltkrieg ein Stipendium für ein Studium in den Vereinigten Staaten. Dieses führte ihn nach Dayton, Ohio, wo er seine ersten journalistischen Artikel verfasste. Dort erwachte auch sein Interesse am Leben und an der Literatur der afroamerikanischen Minderheit in den USA, das schließlich zu seiner 1960 an der Universität Freiburg eingereichten Doktorarbeit über das Individuum und seine soziale Welt aus der Sicht afroamerikanischer Autoren zwischen 1930 und 1959 führte.

Von 1958 bis 1959 war er als Deutsch-Dozent an der University of Glasgow tätig. 1965 ermöglichte ihm der DAAD, an der University of Ibadan in Nigeria tätig zu werden, wo er zunächst als Lektor für Deutsch und dann als Dozent für Neuere Sprachen arbeitete. 1968 wechselte er an die University of Ife. Dort war er bis 1977 als Professor für Französisch und Vergleichende Literaturwissenschaft tätig. Anschließend trat er als einer der Gründungsprofessoren in die neue University of Port Harcourt ein und lehrte dort bis 1988. Er war zwei Mal Dekan der geisteswissenschaftlichen Fakultäten in Ife (1969–1971) und Port Harcourt (1984–1986).

Die zahlreichen Veröffentlichungen von Willfried Feuser – auf Deutsch, Englisch, Französisch und Portugiesisch – reichen von afroamerikanischer Literatur über afrikanische Literaturen in europäischen Sprachen bis hin zu Themen der Vergleichenden Literaturwissenschaft und den deutsch-afrikanischen literarisch-kulturellen Beziehungen. Neben literaturwissenschaftlichen Textanalysen widmete sich Feuser in zahlreichen Übersetzungen, Rezensionen und populärwissenschaftlichen Artikeln der Vermittlung afrikanischer Literaturen und Kulturen.

Feuser hat sich für die Verankerung und Weiterentwicklung der Disziplin der Vergleichenden Literaturwissenschaft an afrikanischen Universitäten, insbesondere in Nigeria, eingesetzt.

Auszeichnung

Schriften (Auswahl)

Monographien

Herausgaben

Artikel

Nachlass

Der Nachlass Willfried Feusers wurde zusammen mit dem seines Sohnes Peter im März 2004 dem Kreisarchiv Viersen übergeben und 2006/2007 mit zwei weiteren Abgaben ergänzt. Der Nachlass ist verzeichnet und online recherchierbar.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ János Riesz: In Memoriam: Willfried F. Feuser (1928–2000). In: Research in African Literatures. Band 32, Nr. 1, 2001, S. 126–128.
  2. ↑ N 77 / Nachlass Willfried F. Feuser (Einleitung). In: Archive in Nordrhein Westfalen. Abgerufen am 24. Mai 2026.
  3. ↑ Chidi T. Maduka: Comparative Literature and Francophone African Studies. In: Nsukka Journal of the Humanities. Nr. 16, 2006, S. 182.
  4. ↑ Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande. In: Archive in Nordrhein Westfalen. Abgerufen am 24. Mai 2026. unter N77: Nachlass Willfried F. Feuser => Persönliche Dokumente und Unterlagen => Verleihung des Bundesverdienskreuzes am Bande
  5. ↑ Kreisarchiv Viersen: Findbuch Willfried Feuser
Personendaten
NAME Feuser, Willfried
ALTERNATIVNAMEN Feuser, Willfried Franziskus (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Literaturwissenschaftler
GEBURTSDATUM 1928
GEBURTSORT Krefeld
STERBEDATUM 28. Februar 2000
STERBEORT Port Harcourt