
Willi Fels C.M.G. (* 17. April 1858 in Halle (Landkreis Holzminden), Niedersachsen, Deutschland; † 29. Juni 1946 in Dunedin, Region Otago, Südinsel, Neuseeland) war ein deutsch-gebürtiger neuseeländischer Geschäftsmann, Sammler, Philanthrop und Stifter.
Willi Fels wurde am 17. April 1858 als Sohn und ältester von vier Kindern der Eheleute Kätchen Hallenstein und Heinemann Wilhelm Fels in Halle geboren. 1870 besuchte er zunächst eine jüdische Schule, die von Albert Fels, einem Cousin seines Vaters, geleitet wurde. Später wechselte er zu einem Gymnasium in Hildesheim. Dort soll er unter dem Einfluss seines Physiklehrers seinen religiösen Glauben abgelegt haben.
Nach Abschluss seiner Schulzeit hoffte Fels, Geschichte und klassische Sprachen studieren zu können, doch er entsprach dem Wunsch seines Vaters, in die Leitung der familieneigene Wollspinnerei in Neuhaus bei Paderborn einzusteigen.
Als Fels’ Onkel, Bendix Hallenstein, 1881 mit seinen vier Töchtern aus Neuseeland nach Deutschland zu Besuch kam, verliebte sich Fels in die älteste Tochter Sara Elizabeth. Sie heirateten noch im selben Jahr und ließen sich am 9. November 1881 in Bad Pyrmont trauen. Aus der Ehe sollten drei Töchter und ein Sohn hervorgehen.
1888 wanderten Fels und seine Frau nach Neuseeland aus und sie siedelten in Dunedin, wo Fels als Geschäftsführer in das Unternehmen Hallenstein Brothers seines Schwiegervaters einstieg und am 25. Oktober 1888 einer von vier Direktoren der Firma The Drapery and General Importing Company of New Zealand (D.I.C.) werden konnte. Er bekleidete Vorstandsämter in weiteren Unternehmen. 1890 nahm Fels die britische Staatsbürgerschaft an.
Bereits in seiner Jugendzeit hatte Fels mit dem Sammeln von Briefmarken und Münzen seiner Sammlerleidenschaft Ausdruck gegeben. Nun in seiner Eigenschaft als Direktor, war er viel auf Reisen und fing an Kulturartefakte der Māori und aus Ozeanien zu sammeln. Er lernte an Māori-Fundstätten, wie den Stränden von Little Papanui, an dem Murdering Beach und dem Long Beach, die sich alle in Otago befinden, Methoden der archäologischen Prospektion und sammelte außerdem ethnologische Objekte aus Burma, Indien, Japan, Persien und Tibet. Später kamen auch griechische, römische und englische Münzen sowie Medaillen aus England hinzu. Zusätzlich sammelte er Bücher zur griechischen und römischen Geschichte und zur Literatur aus deren Ländern. Auch Erstausgaben einiger zeitgenössischer englischer Autoren duften nicht fehlen. Seine Sammlung zeigte er gerne Besuchern, die ihn im „Manono“, wie er das 1908 gebaute Haus an der London Street 84 nannte, besuchen kamen. Es wird vermutet, dass der damalige deutsche Gouverneur von Samoa, den Namen für das Haus vorschlug, denn in der samoanischen Sprache bedeutet das Wort „Manono“ Felsen. Auch ist die Inspiration einer samoanischen Insel vor Upolu für die Namensgebung möglich gewesen.
Nachdem am 4. Oktober 1917 sein einziger Sohn im Krieg gefallen war, entschied sich Fels seine Sammlungen dem Otago Museum zu übergeben und dort ab 1918 eine Tätigkeit im Bereich der Anthropologie zu übernehmen. Zuvor war 1914 eine seiner Töchter gestorben und 1918 seine Frau. Fels sorgte 1918 dafür, das Henry Devenish Skinner zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Dozent für Anthropologie an der University of Otago als stellvertretender Kurator des Otago Museum berufen wurde. Von 1919 bis 1923 teilte Fels sich die Hälfte des Gehalts mit Skinner und 1921 organisierte er einen Stiftungsfonds zur Erweiterung der ethnologischen Sammlungen des Museums. 1922 leistete er einen Beitrag von 5000 Pfund für eine bauliche Erweiterung des Museums, in der seine Sammlung Platz finden sollte. 1929 spendete Fels rund 85.000 ethnologische Exponate an das Otago Museum und zusätzlich noch einmal mehr als 25.000 Pfund für den neuen Anbau. Am 15. Oktober 1930 wurde der Anbau als „Willi Fels Wing“ (Willi Fels Flügel) dann eingeweiht und öffentlich zugänglich gemacht. Fels wurde später Vorsitzender des Museum Management Committee, eine Funktion, die er bis zu seinem Tod ausfüllte. 1926 engagierten sich Fels und Skinner in der Association of Friends für das Museum, Skinner als Vorsitzender und Fels als Präsident der Organisation.
Politisch war Fels ein Liberaler und Mitglied der League of Nations Union in Neuseeland. Nach dem Tod von Bendix Hallenstein trat er dessen Nachfolge als deutscher Konsul in Dunedin an. Doch noch kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs (1914–1918) trat er aber von seinem Amt wieder zurück.
Des Weiteren war Fels Mitglied im Dunedin Naturalists’ Field Club, Mitglied in der Classical Association und Mitglied im damaligen Otago Institute sowie dessen Nachfolgeorganisation, der Otago-Sektion der Royal Society of New Zealand, wo er als Schatzmeister tätig war. Auch war er Gründungsmitglied der Royal Numismatic Society of New Zealand, die am 20. Juli 1931 gegründet wurde.
Als die Nazis in Deutschland an die Macht kamen und Juden systematisch verfolgten, gründete Fels zusammen mit Otto Frankl (1900–1998) und Karl Popper (1902–1994) einen Hilfsverein, der zwischen 1938 und 1940 von Christchurch und Dunedin aus operierte und sich aktiv für die Aufnahme von Geflüchteten einsetzte.
Willi Fels verstarb am 29. Juni 1946 im Alter von 88 Jahren in Dunedin.
1935 – The King's Silver Jubilee Medal (6. Mai 1935) 1936 – Companion of the Order of St Michael and St George (C.M.G.) (1. Januar 1936), für seine Verdienste um die Ethnologie in der Dominion Neuseeland.
| Personendaten | |
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| NAME | Fels, Willi |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-gebürtiger neuseeländischer Geschäftsmann, Sammler, Philanthrop und Stifter |
| GEBURTSDATUM | 17. April 1858 |
| GEBURTSORT | Halle, Landkreis Holzminden, Niedersachsen, Deutschland |
| STERBEDATUM | 29. Juni 1946 |
| STERBEORT | Dunedin, Region Otago, Südinsel, Neuseeland |