Willi Jasper (* 11. Juni 1945 in Lavelsloh; † 3. Februar 2023) war ein deutscher Kultur- und Literaturwissenschaftler und Publizist. Er war Mitarbeiter am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien sowie von 2005 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2010 außerplanmäßiger Professor für Neuere deutsche Literatur- und Kulturgeschichte (Germanistik) und Jüdische Studien an der Universität Potsdam. Er war Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.
Willi Jasper studierte von 1966 bis 1970 an der Freien Universität Berlin (FU) Germanistik und Politologie. Von 1970 bis 1980 war er Studienreferendar, Dozent in der Erwachsenenbildung, Redakteur und Lektor. Mit einer Arbeit zum Thema Heinrich Mann und die Volksfrontdiskussion wurde er 1982 an der FU Berlin promoviert.
Während seines Studiums war Willi Jasper in der Außerparlamentarischen Opposition aktiv. Über das Sozialistische Arbeiter- und Lehrlingszentrum (SALZ) kam er 1970 zur Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD/AO), war Mitglied des Zentralkomitees und zeitweilig Chefredakteur des Parteiorgans Rote Fahne. Nach Selbstauflösung der Partei im Jahr 1980, an der er aktiv beteiligt war, beschäftigte sich Jasper wissenschaftlich mit Exilliteratur und Themen der jüdischen Kulturgeschichte.
Von 1980 bis 1989 war Willi Jasper als freier wissenschaftlicher Autor und Publizist (Funk, Fernsehen und Printmedien) tätig. Von 1989 bis 1994 wirkte er in Lehre und Forschung am Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte der Universität-Gesamthochschule Duisburg. Dort leitete er die Abteilung Kultur- und Mediengeschichte (Literatur, Theater, Bildende Kunst und Film), 1993/94 war er stellvertretender Direktor der Instituts.
Ab 1994 war Jasper am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien der Universität Potsdam tätig, zunächst als Fellow und Projektmitarbeiter, von 1997 bis 2005 als Mitarbeiter. Sein Schwerpunkt war in dieser Zeit die russisch-jüdische Migrationsforschung. An der Universität Potsdam habilitierte er sich und wurde 2000 zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Von 2005 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand lehrte er als außerplanmäßiger Professor für Literatur- und Kulturgeschichte an den Instituten für Germanistik und Jüdische Studien der Universität Potsdam.
Herausgebertätigkeit
Aufsätze / Buchbeiträge
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jasper, Willi |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Publizist |
| GEBURTSDATUM | 11. Juni 1945 |
| GEBURTSORT | Lavelsloh |
| STERBEDATUM | 3. Februar 2023 |