William Denevan

William Maxfield Denevan (* 16. Oktober 1931 in San Diego, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Geograph. Er war Professor an der University of Wisconsin-Madison.

Denevan wird der aus Schülern von Carl O. Sauer bestehenden Berkeley School of cultural-historical geography zugerechnet, ohne deren landschaftsgeographische Forschungstradition fortzusetzen. Sein Forschungsgebiet ist die historische Ökologie mit Schwerpunkt im Amazonasbecken und in den Anden.

Leben

Sein Studium schloss er an der University of California, Berkeley ab. 1963 erlangte er mit seiner Dissertation The Aboriginal Settlement of the Llanos de Mojos: A Seasonally Inundated Savanna in Northeastern Bolivia den Doktorgrad. Im selben Jahr wurde er Assistant Professor of Geography an der University of Wisconsin-Madison. Dort war er von 1978 bis 1980 Leiter des Latin American Center und von 1980 bis 1983 Leiter des Geography Department. 1987 wurde er Carl O. Sauer Professor of Geography. Seit 1993 ist er emeritiert. 1977 erhielt Denevan ein Guggenheim-Stipendium, 2001 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Die American Geographical Society verlieh ihm 2021 die David Livingstone Centenary Medal.

Mit seinem Buch The Native Population of the Americas in 1492 veröffentlichte er 1976 eine vielbeachtete Schätzung der präkolumbianischen Bevölkerung Amerikas, die er auf 43 bis 65 Millionen bezifferte. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Veränderung von Landschaften zu landwirtschaftlichen Zwecken durch die präkolumbianische indigene Bevölkerung Amerikas. Er widersprach damit der weitverbreiteten Vorstellung, dass die meisten indigenen Völker Amerikas keinen oder nur minimalen Einfluss auf ihre Umwelt ausübten. Er war an der Entdeckung prähistorischer landschaftsgestaltender Erdwerke wie Hügelbeete, Dammwege, Kanäle in Amazonien beteiligt. Seine Arbeit trug zu einer Neubewertung der Leistungen der indigenen prähistorischen Völker Amazoniens bei.

Veröffentlichungen

Monographien

Aufsätze

Einzelnachweise

  1. ↑ Franz-Josef Kemper: Landschaften, Texte, soziale Praktiken – Wege der angelsächsischen Kulturgeographie. In: Petermanns Geographische Mitteilungen. Band 147, Nr. 2, 2003, S. 6–15 (hier: S. 8).
  2. ↑ Kent Methewson: “By Way of Background: A Biographical Sketch of William M. Denevan”, in: Forest, Field, and Fallow. Selections by William M. Denevan, S. 389–403.
  3. ↑ William M. Denevan. John Simon Guggenheim Memorial Foundation, abgerufen am 11. Oktober 2021 (englisch).
  4. ↑ Book of Members 1780–present, Chapter D. (PDF; 910 kB) In: amacad.org. American Academy of Arts and Sciences, abgerufen am 24. September 2021 (englisch).
  5. ↑ David Livingstone Centenary Medal. American Geographical Society, abgerufen am 20. Juni 2023 (englisch).
  6. ↑ William Denevan: The Pristine Myth: The Landscape of The Americas in 1492. Annals of The Association of American Geographers 82 (3), S. 369–385.
Personendaten
NAME Denevan, William
ALTERNATIVNAMEN Denevan, William Maxfield (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Geograph und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 16. Oktober 1931
GEBURTSORT San Diego, Kalifornien