William Greihs

William Greihs (bürgerlich Wilhelm Greiss; * 26. September 1905 in Wiesdorf, jetzt Leverkusen; † 15. Mai 1984 in Berlin-Reinickendorf) war ein deutscher Musiker, Dirigent und Komponist.

Leben

Greihs begann seine Karriere als Posaunist in verschiedenen Unterhaltungsorchestern. Ab 1927 spielte er unter der Leitung von Leo Eysoldt und ab 1930 im Orchester von Georg Nettelmann. Um 1930 stellte er schließlich sein eigenes Orchester zusammen (Plattenaufnahmen als Kapelle Wilhelm Greiss und Blas-Orchester Wilhelm Greiss) und gab verschiedene Gastspiele im Ausland. Ab 1934 wurde Greihs festes Mitglied des Ufa-Tanzorchesters. Bereits 1933 leitete er das Orchester bei Liedern wie Schön ist jeder Tag, den Du mir schenkst, Marie Luise, später u. a. bei Klassikern, wie Frühling in Wien, So schön wie heut', so müsst es bleiben, Liebesbriefe oder In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine. Als Nachfolger von Lothar Brühne übernahm Greihs gegen 1942 die Tätigkeit als Dirigent dieses traditionsreichen ersten deutschen Filmorchesters.

Werbung für „звучащие звезды – Klingende Sterne“ am Theater in der Kastanienallee, Berlin, Juli 1945

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war er noch unter seinem bürgerlichen Namen tätig, danach wechselte er zur amerikanisierten Schreibweise: William Greihs. Zudem nutzte er zeitweilig das Pseudonym Will Williams, wenn er als Komponist aktiv war.

Nach Kriegsende leitete Greihs die Kapelle im Berliner Theater in der Kastanienallee, wo am 1. Juli 1945 seine Revue „Klingende Sterne“ uraufgeführt wurde. 1946/1947 war er künstlerischer Leiter und Produktionschef bei der Schallplattenfirma Odeon.

Ab 1948 betreute er den Aufbau eines Unterhaltungsorchesters für den NWDR, sowie die Gründung des FFB- und späteren SFB-Tanzorchesters, dessen Leiter er von 1954 bis 1968 war. Sein Nachfolger beim SFB wurde Paul Kuhn.

Literatur

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ Standesamt Berlin-Reinickendorf, Sterbeurkunde Nr. 1131 vom 21. Mai 1984 (Landesarchiv Berlin)
  2. 1 2 3 4 William Greihs. 22. September 2018, abgerufen am 18. Dezember 2021 (deutsch).
  3. ↑ Marko Heinrich Christian Paysan: Berlin - Sounds of an Era: 1920-1950. Edel Germany GmbH, Hamburg 2016, ISBN 978-3-943573-17-6, S. 117.
  4. 1 2 Marko Heinrich Christian Paysan: MusikSpektakelFilm: Musiktheater und Tanzkultur im deutschen Film 1922 - 1937. „… aus dem Geist des Boulevards“! - Zur Physiognomie urbaner Tanzmusik- und Unterhaltungskultur in der Tonfilmoperette. Hrsg.: Katja Uhlenbrok. Ed. Text und Kritik, München 1998, ISBN 978-3-88377-598-2, S. 46–66.
  5. ↑ Audio: Meisel, Will, Karel Vacek, Wilhelm Greiss, and Piero Pierotic. Schön Ist Jeder Tag, Den Du Mir Schenkst Marie-Luise: Aus Dem Tonfilm „Die Sonne Geht Auf“ bei plus.orbis-oldenburg.de
  6. ↑ Schellackplatten-Sammlung: Frühling in Wien bei diglib.bisuni-oldenburg.de
  7. ↑ Schellackplatten-Sammlung: So schön wie heut, so müßt es bleiben bei diglib.bisuni-oldenburg.de
  8. ↑ Schellackplatten-Sammlung: Liebesbriefe bei diglib.bisuni-oldenburg.de
  9. ↑ Schellackplatten-Sammlung: In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine bei diglib.bisuni-oldenburg.de
  10. ↑ William Greihs. In: lale-andersen.de. 22. September 2018, abgerufen am 26. Januar 2026.
  11. ↑ Dovifat, Emil: Der NWDR in Berlin: 1946 - 1954. Haude u. Spener, Berlin 1970, ISBN 978-3-7759-0127-7, S. 37.
  12. ↑ Ado Schlier: Time for Music bei www.brillant-musik.de
  13. ↑ Chronik der ARD: Paul Kuhn leitet SFB-Tanzorchester bei web.ard.de
Personendaten
NAME Greihs, William
ALTERNATIVNAMEN Greiss, Wilhelm (wirklicher Name); Greiss, William
KURZBESCHREIBUNG deutscher Dirigent, Komponist und Musiker
GEBURTSDATUM 26. September 1905
GEBURTSORT Wiesdorf
STERBEDATUM 15. Mai 1984
STERBEORT Berlin-Reinickendorf