
William Kwai-sun Chow (* 3. Juli 1914 in Honolulu, Hawaii, USA; † 21. September 1987 Honolulu, Hawaii, USA), auch William Ah Sun Chow-Hoon genannt, war maßgeblich an der Entwicklung der Kampfkünste in den Vereinigten Staaten beteiligt, insbesondere an der Stilfamilie, die als Kenpo/Kempo bezeichnet wird.
Chow wurde in Honolulu geboren, wuchs jedoch in Hana auf Hawaii auf; er war das dritte von sechzehn Kindern und der erste Sohn von Chow Hoon (auch bekannt als Ah Hoon-Chow) und Rose Kalamalio Naehu.
Chows Vater kam im Alter von 18 Jahren nach Hawaii und arbeitete in einem Waschsalon. Seine Mutter Rose Kalamalio Naehu war hawaiianischer Abstammung. Einer seiner Brüder, John Chow-Hoon, wurde ebenfalls ein bekannter Kampfsportler. Chow verließ die Schule im Alter von elf Jahren, nach dem Besuch der sechsten Klasse.
Als junger Mann kam Chow mit verschiedenen Kampfkunstarten in Berührung. Zu diesen Stilen gehörten höchstwahrscheinlich Boxen, chinesisches Boxen, Ringen, Jujutsu und Karate. Obwohl er nur etwa 1,57 Meter (5 Fuß 2 Zoll) groß war, war er für seine kraftvollen Bruchtests bekannt. Schließlich erlernte Chow unter der Anleitung von James Mitose „Kenpo Jiujutsu“ oder „Kosho Ryu Kenpo“. Im Laufe seiner Ausbildung stellte er sein Können häufig in Straßenkämpfen gegen US-Militärangehörige unter Beweis. Dennoch ist nicht überliefert, dass Chow jemals mit dem Gesetz in Konflikt geraten wäre.
William Chow war einer von fünf Schülern, denen unter Mitose der schwarze Gürtel verliehen wurde. Chows Urkunde für den schwarzen Gürtel wurde von Thomas Young unterzeichnet. Young war Mitoses ranghöchster Schüler und Ausbilder.
Chow galt als harter Ausbilder, wenngleich dieses Zitat von Nick Cerio darauf hindeutet, dass es ihm um das Training ging und nicht darum, Schaden zuzufügen:
"Ich habe bei dem alten Herrn hier und da ordentlich etwas abbekommen, aber nicht in böser Absicht; Chow war hart und sorgte für ein wirklich intensives Training. Er legte größten Wert auf körperliche Fitness, und wenn er eine Technik ausführte, dann meinte er es ernst. Ich glaube nicht, dass er die Absicht hatte, einen zu verletzen. Er war einfach so kraftvoll und schnell, dass ihm selbst gar nicht bewusst war, wie viel Schaden er anrichtete, wenn er eine Technik an einem demonstrierte".
Im Jahr 1944 begann Chow im Nuuanu-YMCA in Honolulu mit dem Unterricht in dem, was er „Kenpo Karate“ nannte. Da Mitose seine Kampfkunst als „Kenpo Jujitsu“ und nicht als „Kenpo Karate“ bezeichnet hatte, stellte dies für Chow eine Neuerung dar. Zu seinen zahlreichen Schülern zählten Ed Parker, Joseph D. und Adriano D. Emperado, Ron Alo, Abe Kamahoahoa, Bobby Lowe, Ralph Castro, Anthony S. Agisa, Sam Kuoha, Matias Ulangca Jr., Bill Chun Sr., John Leone, William G. (Billy) Marciarelli (Kachi/Kenpo), Walter K. Liu und Paul Pung. Er entwickelte oder praktizierte keine Katas, sondern konzentrierte sich stärker auf einzelne Techniken.
Das Vermächtnis von William Chow wuchs, als sich das Kenpo auf das US-Festland ausbreitete – begünstigt durch die Einführung des American Kenpo durch seinen Schüler Ed Parker sowie die Arbeit weiterer Schüler wie Ralph Castro (Shaolin Kempo) und Adriano Emperado (Kajukenbo, Karazenpo Go Shinjutsu). Später trugen sein Schüler Sonny Gascon, dessen Schüler George Pesare (Gründer des East-Coast-Zweigs von Karazenpo/Kempo), Pesares Schüler Nick Cerio sowie Anthony S. Agisa (Gründer von Goshin Kenpo Ka Ju) maßgeblich dazu bei, das Kenpo zu Schülern im Osten der USA zu bringen. Ron Alo, ein weiterer Schüler, war einer der ersten Praktizierenden, die das Kara-Ho Kempo auf das Festland brachten; dort unterrichtete er Chows Kampfkunst in Südkalifornien, bevor er sein eigenes Alo-Kenpo-System entwickelte.
Trotz seines maßgeblichen Einflusses auf die Kampfkunstszene in den Vereinigten Staaten und seiner vielen namhaften Schüler besaß Chow nie ein eigenes Dojo; oft unterrichtete er im Park. Man nimmt an, dass er einen Großteil seines Lebens in beinahe völliger Armut verbrachte. Nick Cerio äußerte einmal: „Er war ein sehr vorsichtiger Mensch, der absolut keinen Geschäftssinn besaß.“ Chow bezeichnete seinen Stil als „Kriegskunst“ und konzentrierte sich vorwiegend auf Techniken, die seiner Ansicht nach auf der Straße funktionierten.
Kurz vor seinem Tod im Jahr 1987 benannte Chow sein System in Kara-Ho Kempo um und nominierte seinen Schüler Samuel Alama Kuoha zum Großmeister.
Chow starb an einem Herz-Kreislauf-Versagen infolge von Bluthochdruck.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Chow, William Kwai Sun |
| ALTERNATIVNAMEN | Chow, William Kwai-sun |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Kampfkünstler |
| GEBURTSDATUM | 3. Juli 1914 |
| GEBURTSORT | Honolulu, Hawaii, USA |
| STERBEDATUM | 21. September 1987 |
| STERBEORT | Honolulu, Hawaii, USA |