William Sergeant Kendall

Fotografisches Porträt Kendalls, um 1910, Peter A. Juley & Son Collection, Smithsonian American Art Museum

William Sergeant Kendall (* 20. Januar 1869 in Spuyten Duyvil, New York State; † 25. Oktober 1938 in Hot Springs, Virginia) war ein US-amerikanischer Maler, Illustrator und Bildhauer des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Er wurde vor allem für seine einfühlsamen Familienszenen und intimen Porträts bekannt.

Persönlicher und künstlerischer Werdegang

William Sergeant Kendall wurde als Sohn von Benjamin Franklin Kendall und Elizabeth Ann Sergeant Kendall in Spuyten Duyvil, einem ländlichen Vorort im Norden New Yorks Citys, geboren. Seine ersten Geämlde fertigte er schon im Alter von 12 Jahren. 1883/84 begann er seine akademische Ausbildung, an der zunächst an der Brooklyn Art Guild, dann an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts in Philadelphia, wohin er den ihn überaus beeindruckenden Lehrer Thomas Eakins folgte. 1886 ging er wieder zurück nach New York und setzte seine Ausbildung bei Henry Siddons Mowbray und J. Carroll Beckwith an der Art Students League fort. Seine Lehrer waren in Frankreich ausgebildet worden und motivierten ihren Schüler dazu, diesen Schritt ebenfalls zu gehen. 1888 ging er schließlich nach Frankreich. Zunächst studierte er an der Académie Julian, wo Luc-Olivier Merson zu seinen Lehrern gehörte, bevor er die Aufnahmeprüfung für die École des Beaux-Arts bestand und sein Studium an der renommierten Lehranstalt fortsetzen konnte. In den Sommermonaten lebte er in Concarneau und Le Pouldu in der Bretagne, wo er unter anderem die örtliche Bevölkerung malte. Zeitweise unterhielt er dort in dieser Zeit gemeinsam mit William Henry Hyde, John Humphreys Johnston, Henry McCarter, Wilton Lockwood, and John Lambert ein Sommeratelier. Mit der Aufnahme in die École begann Kendall auch Bilder beim Pariser Salon auszustellen, wo er 1891 seine erste lobende Erwähnung für eines seiner bretonischen Bilder in einem impressionistisch angehauchten Stil, Saint Yves, Priez Pour Nous (Heiliger Ivo, bitte für uns), erhielt. 1891 reiste er auch nach Madrid in Spanien, wo er vor allem die Werke von Diego Velázquez studierte. 1892 kehrte er in die USA zurück.

Nach der Rückkehr eröffnete Kendall auf Manhattan sein erstes eigenes Atelier. Schon im Jahr zuvor wurde er als Lehrer an das Cooper Union berufen, blieb aber auf Anraten seines Lehrers Merson noch ein Jahr in Frankreich und trat die Stelle als Leiter einer Malklasse für Frauen erst im Jahr der Rückkehr an. Zu seinen Schülerinnen gehörte hier auch Margaret Weston Stickney, die er schon in Paris kennen gelernt hatte. Am 16. Februar 1896 heirateten beide und noch im Herbst desselben Jahres kam auf Gerrish Island, wo Kendall zu dieser Zeit immer die Sommermonate verbrachte, ihre erste Tochter Elisabeth zur Welt. 1902 und 1907 folgten die Töchter Beatrice und Alison. Für gut 25 Jahre waren seine Frau und Töchter die zentralen Motive in Kendalls Malerei. 1901 wird er zum assoziierten Mitglied in die National Academy of Design gewählt, ab 1905 war er dort Vollmitglied. Nachdem die Familie zunächst in seit der Hochzeit in der 22nd Street, dann in der 42nd Street, gelebt hatte, siedelte sie 1905 nach Barrytown-on-Hudson, um dort dem städtischen Trubel zu entkommen. Im Jahr darauf zog Kendall mit seiner Familie nach Newport, Rhode Island, die folgenden Jahre, die sie dort bis 1913 verlebte, waren die glücklichsten und produktivsten Jahre in Kendalls Leben. Die Jahre am Cooper Union prägten Kendalls späteren Lehrstil nachhaltig. Durch das Unterrichten einer reinen Frauenklasse festigte sich sein Glaube an eine strikte Trennung der Geschlechter beim Aktstudium und eine kompromisslose Konzentration auf das anatomische Zeichnen. 1908 nahm er einen Lehrauftrag der Pennsylvania Academy of Fine Arts an.

1913 wurde Kendall als Professor und Direktor der School of Fine Arts an die Yale University berufen, was auch einen Wohnortwechsel nach New Haven mit sich brachte. Er trat dort die Nachfolge des langjährigen Leiters John Ferguson Weir an, der diese Stelle über vier Jahrzehnte innehatte und prägte. In seiner Position leitete er die gesamte Kunstfakultät der Universität und gestaltete den Lehrplan nach den Prinzipien des klassisch-akademischen Realismus. Er übertrug sein am Cooper Union entwickeltes dogmatisches, europäisch-akademisches System eins zu eins auf die Universität. Sein kompromissloser Fokus auf technische Perfektion machte ihn in Yale zu dem gefürchteten, humorlosen Professor, trieb jedoch das handwerkliche Niveau der Fakultät auf einen Höhepunkt. Ein ehemaliger Schüler beschrieb ihn rückblickend als einen Dozenten, dessen Ernsthaftigkeit „völlig frei von Humor“ war und der zu plötzlichen Phasen des Missfallens neigte. Aufgrund seiner zeitintensiven administrativen Verpflichtungen als Dekan veränderte sich in diesen Jahren auch sein eigener künstlerischer Output. Wie viele Künstler jener Zeit bestritt Kendall einen Teil seines Lebensunterhalts durch Porträts. Er malte in dieser Zeit vermehrt offizielle Porträts hochrangiger Yale-Persönlichkeiten, darunter den damaligen Universitätspräsidenten Arthur Twining Hadley und den Dekan des Yale College, Frederick S. Jones aber auch den Paläontologen Richard Swann Lull, den Architekten James Gamble Rogers, den politischen Ökonomen Clive Day oder den Bibliothekar Addison Van Name. Viele dieser Porträts führte er in der Pastelltechnik aus. Zu den Personen, die darüber hinaus für ihn Modell saßen, zählten Helen Huntington, die spätere Mrs. Vincent Astor, und Präsident William Howard Taft, aber auch die spätere enge Freundin seiner zweiten Frau, Aileen Tone. Für Kendall Modell zu sitzen, war jedoch kein leichtes Unterfangen. Helen Huntington musste 24 Mal Modell sitzen, bevor Kendall ihr Ganzkörperporträt als fertig betrachtete. Sein übliches Honorar für ein Ganzkörperporträt betrug 4000 Dollar; für ein Porträt, das nur den Kopf zeigte, verlangte er 1500 Dollar, für Kopf und Hände 2000 Dollar und für ein Halbfigurenporträt 3000 Dollar. Wohl der bekannteste Schüler Kendalls in Yale war Adrien Voisin.

Christine Herter Kendall, Fotografie aus dem Jahr 1922

Kendalls Zeit in Yale endete 1922 in einem großen Skandal. Er war mit dem Maler Albert Herter befreundet, der Kendall 1904 zum privaten Mallehrer seiner damals 13-jährigen Nichte Christine Herter machte. Schnell entwickelte sich zwischen dem verheirateten, 35-jährigen Maler und dem heranwachsenden Mädchen eine intensive Bindung. Neben der Malerei teilten beide eine leidenschaftliche Liebe zum Violinspiel. Christine wurde zu einem fast täglichen Gast in Kendalls Ateliers – erst in New York, dann in Barrytown. Als die Familie Kendall nach Newport zog, folgte sie ihm sogar nach und mietete ein eigenes Atelier in der Nähe. Während ihrer Sommerreisen nach Europa standen die beiden in ununterbrochenem Briefkontakt. Als Kendall 1913 Professor in Yale wurde, folgte sie ihm als offizielle Studentin an die Universität. Zeitweise war sie regelrecht in das Familienleben der Kendalls integriert. Was jahrelang als „Lehrer-Schüler-Verhältnis“ und platonische Künstlerfreundschaft getarnt war, entwickelte sich im Laufe der Zeit in Yale zu einer offenen, romantischen Affäre. An einer konservativen Eliteuniversität wie Yale im frühen 20. Jahrhundert blieb eine solche Beziehung zwischen dem verheirateten Dekan und einer seiner Studentinnen nicht lange verborgen. Für die Universitätsleitung und die feine Gesellschaft von New Haven war die Affäre unentschuldbar. Als Gerüchte und Tuscheleien unüberhörbar wurden, geriet Kendall moralisch und beruflich unter massiven Druck. Das starre Gesellschaftsdekorum der Epoche duldete keinen Ehebruch eines hochrangigen Dekans mit einer Studentin. Um einem offiziellen Rauswurf oder anhaltenden Gesichtsverlust der Universität zuvorzukommen, sah sich Kendall 1922 gezwungen, von all seinen Ämtern in Yale zurückzutreten. Nach dem Bekanntwerden des Skandals war das Paar in den intellektuellen und akademischen Zirkeln der Ostküste weitgehend isoliert. Dies war der Hauptgrund für ihren späteren Rückzug in die absolute Abgeschiedenheit der Berge von Virginia. Für Kendalls erste Ehefrau Margaret Weston Stickney und die drei Töchter bedeutete die Affäre eine emotionale Katastrophe, die sich bereits Jahre zuvor in Kendalls Kunst angekündigt hatte. Margaret, selbst eine begabte Malerin mit einem guten Ruf insbesondere als Miniaturmalerin, hatte ihr Leben ganz in den Dienst von Kendalls Karriere gestellt, wurde tief gedemütigt. Margaret stimmte einer gemeinsamen Reise nach Frankreich zu, wo man dem heimischen Druck aus dem Weg gehen wollte. Nach jahrelangem psychischem Druck reichte sie dort schließlich die Scheidung ein, die im Juli 1922 in Paris offiziell vollzogen wurde. Die Töchter Elisabeth, Beatrice und Alison litten schwer unter der Trennung der Eltern. Sie schlugen sich emotional bedingungslos auf die Seite ihrer Mutter Margaret. Der jahrelange enge Bund zwischen dem Vater und seinen Töchtern, die ihm so oft nackt oder in intimen Szenen Modell gesessen hatten, war damit irreparabel zerstört. Nach 1921 brach der Kontakt weitgehend ab. Nachfolger als Leiter des Kunstbereiches in Yale wurde der Architekt Everett Victor Meeks.

Nur wenige Monate nach der Scheidung, im Herbst 1922, heirateten William Sergeant Kendall und Christine Herter schließlich. Sie verließen die Ostküste für immer, um auf dem 1923 erworbenen und für sie neu errichteten Anwesen Garth Newel (walisisch für „Neuer Herd“ oder „Neues Zuhause“) in der Nähe von Hot Springs in Bath County ein neues, von der alten Familie und der Gesellschaft radikal isoliertes, zurückgezogenes Leben zu beginnen. Kendall malte weiter bis zu seinem Tod und züchtete zudem arabische Pferde. Die zuvor dominierenden Familienszenen gab es nun nicht mehr im Werk, Landschaftsbilder und Porträts, zuweilen auch Akte wurden nun seine zentralen Themen. Seine zweite Frau, die sich zu einer bedeutenden Kunst- und Musikförderin entwickelte und ebenfalls eine begabte Malerin mit mehreren errungenen Auszeichnungen war, war nun eines der neuen Motive. Vornehmlich sie posierte nun für Kendalls Akte, seltener zudem externe Modelle. 1938 verstarb Kendall auf seinem Anwesen.

Psyche auf dem Titelblatt der New York Tribune vom 13. April 1919. Es zeigt die Öffentlichkeitswirksamkeit und Verbreitung des Gemäldes zu der Zeit.

Insbesondere die Tochter Elisabeth Kendall Underwood entwickelte ein ambivalentes Verhältnis zu ihrem Vater. Trotz des emotionalen Bruches im Zuge der Scheidung der Eltern, blieb sie sich der kunsthistorischen Bedeutung ihres Vaters bewusst. Als Erwachsene verwaltete sie Teile des Nachlasses und schenkte 1974 das frühe Pariser Meisterwerk ihres Vaters, Désirs (1892), dem Smithsonian American Art Museum – ein Akt, der ihr Erbe vom väterlichen Einfluss emanzipierte, aber sein künstlerisches Andenken sicherte. Sie selbst mochte das sie selbst zeigende ikonische Bild Psyche, das zeitweise überaus populär und präsent war, das sogar auf Plakaten an Straßenbahnen prangte, zeit ihres Lebens überhaupt nicht. Darüber, wie die Mädchen sich als Modelle ihres Vaters fühlten, ist nur sehr wenig bekannt. Aus den wenigen Zeugnissen geht allerdings nicht hervor, dass sie die Art der Bilder gestört hätte, sondern dass sie das posieren, nicht selten in unbequemen Positionen, über längere Zeiträume als unangenehm und quälend empfanden.

Kendall war Mitglied des Century Club in New York und der American Academy of Arts and Letters.

Stil und Bildinhalte

Kendalls Stil bewegte sich im Spannungsfeld zwischen dem akademischen Klassizismus seiner französischen Ausbildung und einem stark von Lichteffekten geprägten, intimistischen Realismus. Er galt als virtuoser Zeichner mit einem harten, präzisen Strich. Im Zentrum seines Schaffens standen zunächst häusliche, emotionale Szenen. Seine erste Ehefrau und die drei gemeinsamen Töchter fungierten über Jahre hinweg als seine Hauptmodelle. Üblicherweise zeigte Kendall den Kopf des Kindes vorwiegend im Zentrum, während der Kopf seiner Frau im Profil dargestellt ist. Er inszenierte oft Mutter-Kind-Beziehungen, lesende oder spielende Kinder in ländlichen Interieurs sowie Akte. Typisch für sein Werk sind ausgeklügelte Licht-Schatten-Spiele und die geschickte Integration von Spiegelungen und Reflexionen im Raum, um psychologische Tiefe zu erzeugen. Neben der Malerei widmete er sich zeit seines Lebens auch der Bildhauerei, in Form von Holzschnitzereien sowie als polychrome Statuetten.

Die Nutzung seiner Familie als Motive begann nach der Geburt der ältesten Tochter Elisabeth im Jahr 1896. Sie entwickelten sich auf der Leinwand von passiven Objekten mütterlicher Fürsorge zu psychologisch komplexen, eigenständigen Persönlichkeiten, bis sie schließlich – mit dem Erwachsenwerden und dem Zerfall der Familie – ganz aus dem Œuvre des Malers verschwanden. Das lässt sich in drei Phasen unterteilen. In der Kleinkindphase standen eine familiäre Intimität und die mütterliche Fürsorge im Mittelpunkt, es dominierte die klassischen Motive der Mutter-Kind-Beziehung. Die Töchter wurden im Säuglings- und Kleinkindalter fast nie isoliert dargestellt. Sie erschienen eingebettet in häusliche Alltagsszenen – beim Stillen, Schlafen oder in direkter Interaktion mit ihrer Mutter Margaret. Diese frühen Werke strahlen pure Häuslichkeit, Schutz und mütterliche Geborgenheit aus. Die Kinder fungierten hier primär als Symbole für Unschuld und das unbeschwerte Familienglück des Bildungsbürgertums um 1900. Die zweite Phase zeigte das Heranwachsen, was mit einer Psychologisierung einherging und sich zum Teil durch allegorische Darstellungen ausdrückte. Je älter die drei Mädchen wurden, desto eigenständiger und bildbeherrschender inszenierte Kendall sie. Er begann sie einzeln zu porträtieren und nutzte sie für komplexere visuelle Experimente. Ein Wendepunkt im Motivcharakter zeigt sich in Werken wie Crosslights (1913), in dem die sechsjährige Alison vor einem Spiegel posiert. Der Maler nutzte seine Töchter nun, um die Geometrie des Raumes und doppelte Lichteffekte zu studieren und den Reflexionen zu spielen.

Mit dem Eintritt in das Teenageralter wandelte sich der unschuldige Blick, klassische Allegorien wurden nun zur zentralen Darstellungsform. Ein prominentes Beispiel ist das Gemälde Psyche (1909), für das die damals 13-jährige Elisabeth Modell stand. Hier symbolisiert die Tochter nicht mehr das einfache Kind beim Spielen, sondern wird zu einer mythologischen Figur der erwachenden Seele stilisiert. Das Kindliche wich einer melancholischen, nachdenklichen Tiefe. Mit dem Erreichen des Erwachsenenalters der Töchter in den späten 1910er und frühen 1920er Jahren begann die dritte Phase. Die Töchter entwuchsen der väterlichen Inszenierung, entwickelten eigene Lebenswege und standen ihm nicht mehr zur Verfügung. Der finale Wandel vollzog sich mit der Scheidung der Eltern im Jahr 1921. Mit dem Weggang von Ehefrau Margaret und dem Erwachsensein der Töchter verschwand die familiäre Lebenswelt vollständig aus Kendalls Kunst. Seine neue Partnerin Christine Herter und anonyme Modelle traten an die Stelle der Töchter. Kunsthistoriker des Smithsonian American Art Museum weisen darauf hin, dass man das emotionale Zerbrechen der Familie in Kendalls Meisterwerk An Interlude (1907) förmlich spüren kann: Das Bild entstand genau zu der Zeit, als seine Beziehung zu der jungen Christine Herter begann. Auf dem Gemälde wendet sich Ehefrau Margaret mit fast demonstrativer Kälte vom Betrachter – und somit von ihrem Ehemann hinter der Leinwand – ab, während die Tochter den Maler mit einem weiten, beunruhigten Blick fixiert. Das Bild fing den Moment kurz vor dem unaufhaltsamen Auseinanderbrechen der Familie ein.

Rezeption und Verbreitung

Garth Newel (2016)

Zu Lebzeiten feierte Kendall enorme Erfolge. Im Laufe der Jahre gewann Kendall zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1900 für The End of the Day die Silbermedaille auf der Buffalo Pan-American Exposition, die Bronzemedaille am Carnegie Institute sowie den zweiten Preis des Worcester Art Institute. A Fairy Tale gewann 1901 den Shaw-Preis der Society of American Artists sowie den Shaw Fund Purchase Prize im Jahr 1903 sowie den zweiten Preis des Worcester Art Museum und die Goldmedaille im Jahr 1004 der St. Louis Exposition. Narcissa erhielt 1908 den Harris Prize des Art Institute of Chicago. Ebenfalls 1908 erhielt Mischief die Isidor Medal der National Academy of Design. Als sein Gemälde Alison 1910 beim Art Institute of Chicago ausgestellt wurde, gewann es die Potter-Palmer-Goldmedaille sowie ein Preisgeld von 1000 Dollar und wurde von der Buffalo Fine Arts Academy/Albright Art Gallery angekauft. Ebenfalls 1910 erhielt Kendall für Devotion die Goldmedaille auf der Panama Pacific Exposition, wo Quest 1915 die Silbermedaille erhielt. Für A Child erhielt er 1918 den Butler Prize des Chicago Art Institute. 1926 gewann The Critics die Goldmedaille der Mississippi Art Association, im Jahr darauf Cypripedia erneut die Isidor Medal, woraufhin das Bild über den Ranger Fund für die National Academy of Design erworben wurde. Er erhielt zudem mehrfach Preise auf den großen Weltausstellungen (darunter für The Glory of Fair Promise, Chicago 1893 sowie eine Medaille auf der Weltausstellung in Paris 1900).

Kendall wurde als feinsinniger Chronist des amerikanischen Familienlebens geschätzt. Seine akademischen Positionen in Yale und der National Academy untermauerten seinen hohen Status. Mit dem Siegeszug der radikalen Moderne geriet Kendalls akademisch-realistischer Stil zeitweise in den Hintergrund. Heute wird er als ein meisterhafter Vertreter des amerikanischen Impressionismus und Spätklassizismus wiederentdeckt und kunsthistorisch geschätzt. Sein ehemaliger Wohnsitz Garth Newel ist heute ein bekanntes Musikzentrum und im National Register of Historic Places gelistet.

Kendalls Werke hängen in führenden amerikanischen Institutionen, darunter dem Metropolitan Museum of Art, New York (The Seer, 1906; Psyche, 1909), dem Smithsonian American Art Museum, Washington D.C. (Désirs, 1892, Elisabeth, 1900; An Interlude, 1907), der Pennsylvania Academy of the Fine Arts, Philadelphia (Beatrice, 1906; Quest, 1910), ehemals dem Brooklyn Museum, New York (A Statuette, 1915), dem Museum of Fine Arts, Boston, dem Isabella Stewart Gardner Museum (En Fleurs, 1892) sowie dem Baltimore Museum of Art. Viele seiner Bilder und noch mehr der Vorzeichnungen befinden sich heute in Privatbesitz.

Literatur

Commons: William Sergeant Kendall – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ https://www.steigrad.com/kendall-william-sergeant-saint-yves
  2. ↑ Elisabeth | Smithsonian American Art Museum. Abgerufen am 23. Oktober 2026 (englisch).
  3. ↑ William Sergeant Kendall, "Quest" (1910) | PAFA - Pennsylvania Academy of the Fine Arts. 28. Dezember 2014, abgerufen am 23. Oktober 2026 (englisch).
  4. ↑ https://www.roseberys.co.uk/bidding/A0786-old-master-british-european-pictures-666/370-william-sergeant-kendallamerican-1869-1938-a-statuetteoil-619501
  5. ↑ Nancy Kenney: Brooklyn Museum steams ahead on deaccessioning. 16. Oktober 2020, abgerufen am 23. Oktober 2026 (englisch).
  6. ↑ https://www.metmuseum.org/art/collection/search/11303
  7. ↑ An Interlude | Smithsonian Institution. Abgerufen am 23. Oktober 2026 (englisch).
  8. ↑ About Garth Newel | Chamber Music in Virginia. Abgerufen am 23. Oktober 2026 (amerikanisches Englisch).
  9. ↑ Garth Newel – DHR. Abgerufen am 23. Oktober 2026 (amerikanisches Englisch).
  10. ↑ Werke im MET
  11. ↑ https://www.metmuseum.org/art/collection/search/11304
  12. ↑ William Sergeant Kendall | Smithsonian American Art Museum. Abgerufen am 23. Oktober 2026 (englisch).
  13. ↑ William Sergeant Kendall, "Beatrice " (1906) | PAFA - Pennsylvania Academy of the Fine Arts. 28. Dezember 2014, abgerufen am 23. Oktober 2026 (englisch).
  14. ↑ mittlerweile im Zuge von Umstrukturierungen neben diversen anderen Bildern veräußert und in einer englischen Privatsammlung
  15. ↑ Darin Kapitel über die Bildsymbolik von Spiegelungen und Kindheitsakten im Kontext von Kendalls Werk
  16. ↑ Monografischer Ausstellungskatalog zur Retrospektive
Personendaten
NAME Kendall, William Sergeant
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Maler, Illustrator und Bildhauer
GEBURTSDATUM 20. Januar 1869
GEBURTSORT Spuyten Duyvil, New York State
STERBEDATUM 25. Oktober 1938
STERBEORT Hot Springs, Virginia