Willy Grunwald wurde in Lingen geboren. Nach Schulausbildung und Schauspielausbildung in Hannover hatte er 1890 sein Debüt in einem Theater der Stadt. Nach Engagements in Gera, Görlitz, Krefeld und Göttingen ging er 1900 an das Lessingtheater in Berlin. 1912 gründete er mit Gerhart Hauptmann das Deutsche Künstlertheater in Berlin, dessen Direktor er wurde. Von 1921 bis 1924 war er Intendant in Hannover und übernahm 1923/24 zugleich die Leitung der dortigen Schauburg. 1924 wurde er Intendant am Drei-Städte-TheaterOberhausen-Hamborn-Gladbeck. Aber bereits im März 1925 wurde als Folge der Weltwirtschaftskrise der Theaterverbund aufgelöst und Grunwald verließ Oberhausen.
Von 1917 bis 1941 war Grunwald als Filmregisseur, Darsteller und Drehbuchautor tätig. Er verstarb am letzten Tag des Zweiten Weltkriegs an den Folgen eines Treppensturzes.
Ines Katenhusen: Kunst und Politik. Hannovers Auseinandersetzungen mit der Moderne in der Weimarer Republik. Band 5. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1998, ISBN 3-7752-4955-9.
Gerd Lepges: Weiterspielen – 90 Jahre Theater Oberhausen 1920–2010. Verlag Karl Maria Laufen, Oberhausen 2010, ISBN 978-3-87468-256-5.
Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): Hannover Chronik. Von den Anfängen bis zur Gegenwart: Zahlen, Daten, Fakten. Schlütersche Verlagsanstalt und Druckerei, Hannover 1991, ISBN 3-87706-319-5.