Nürnberger Nachrichten

Nürnberger Nachrichten
Beschreibung Regionale Tageszeitung
Verlag Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH & Co. KG (Deutschland)
Hauptsitz Nürnberg
Erstausgabe 11. Oktober 1945
Erscheinungsweise Montag bis Samstag
Verkaufte Auflage 164.948 Exemplare
(IVW 2/2026, Mo–Sa)
Chefredakteur Michael Husarek
Herausgeber Bruno Schnell †
Geschäftsführer Bärbel Schnell, Sabine Schnell-Pleyer, Sigrun Albert
Weblink www.nn.de

Die Nürnberger Nachrichten (NN) sind mit ihren nordbayerischen regionalen Teilausgaben eine Tageszeitung für ganz Mittelfranken sowie Teile Oberfrankens und der Oberpfalz. Zur selben Unternehmensgruppe gehört die Nürnberger Zeitung, die bis 30. September 2020 redaktionell getrennt war. Ursprünglich eine lokale Tageszeitung im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen, ist die NN heute eine der größten Regionalzeitungen Deutschlands. Zusammen mit seinen Regionalausgaben und der Nürnberger Zeitung erzielt das Blatt eine verkaufte Auflage von 164.948 Exemplaren, ein Minus von 50,7 Prozent seit 1998.

Geschichte

Verlagsgebäude an der Marienstraße (September 2010)
Druckerpressen in der Gleißbühlstraße (Juli 2017)

Gründung

Die Nürnberger Nachrichten (NN) erschienen erstmals am 11. Oktober 1945. Ihr Gründer, der Verleger Joseph E. Drexel, hatte von der Besatzungsmacht, der amerikanischen Militärregierung in Bayern, die Lizenz Nr. 3 für einen Zeitungsverlag erhalten. Die NN wurden zunächst in Zirndorf gedruckt, weil man im kriegszerstörten Nürnberg keine Druckerei fand. Das Blatt erschien 1945/46 nur zweimal wöchentlich, dann vom Herbst 1946 bis 1949 dreimal, von da an viermal wöchentlich. Neben Joseph E. Drexel wurde 1949 Heinrich G. Merkel (1900–1985), der Herausgeber der Würzburger Main-Post, zweiter Herausgeber und Gesellschafter der Nürnberger Nachrichten. Er übernahm u. a. die verlegerischen und kaufmännischen Aufgaben. Im Herbst 1949 zogen der Verlag und die Redaktion nach Nürnberg in das wiederaufgebaute ehemalige Gauhaus der NSDAP am Marienplatz um. Erst ab 16. November 1962 kamen die NN sechsmal wöchentlich heraus.

Verlagsgemeinschaft der NN

Im Juli 1959 gründete der Verleger und Herausgeber Bruno Schnell mit sechs lokalen mittelfränkischen Zeitungsverlagen die Interessengemeinschaft der Nürnberger Nachrichten. Inzwischen sind es zwölf Verlage, die mit den NN zusammenarbeiten. In diesem sogenannten „NN-Modell“ beziehungsweise „Nürnberger Modell“ erstellen die verschiedenen lokalen Redaktionen in nordbayerischen Städten den jeweiligen Heimatteil und tragen daher entsprechend ihrem Verbreitungsgebiet als sogenannte Kopfblätter unterschiedliche Titel wie Erlanger Nachrichten, Fränkische Landeszeitung (Ansbach), Fürther Nachrichten oder Schwabacher Tagblatt (für eine vollständige Liste siehe Abschnitt Ausgaben). Den allgemeinen Teil (Mantel) übernehmen die Heimatverlage vollständig von den NN. Das Verbreitungsgebiet der NN erstreckt sich damit von Pegnitz bis Treuchtlingen und von Rothenburg ob der Tauber bis nach Neumarkt in der Oberpfalz.

Auflage

Die Nürnberger Nachrichten haben wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist in den vergangenen 10 Jahren um durchschnittlich 3,9 % pro Jahr gesunken. Im vergangenen Jahr hat sie um 6,6 % abgenommen. Sie beträgt gegenwärtig 164.948 Exemplare. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 94,5 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage
050.000100.000150.000200.000250.000300.000350.000199820032008201320182023Exemplare

Die Zeitung erscheint im Berliner Format.

Redaktion

Die Nürnberger Nachrichten konkurrierten mit der Nürnberger Zeitung, die zwar beide zur selben Unternehmensgruppe gehören, jedoch redaktionell bis 30. September 2020 und verlegerisch bis 31. Dezember 2019 getrennt waren und unterschiedliche politische Richtungen vertreten (die NN eher links von der Mitte, in kommunalen Fragen der SPD sehr nahe, die NZ eher rechts von der Mitte). Chefredakteur ist Michael Husarek. Seit 1. Oktober 2020 gibt es eine Zentralredaktion, die die NN, die NZ, nn.de und nordbayern.de bespielt. Als Chefpublizist fungiert Alexander Jungkunz.

Im Jahr 2026 wurde bekannt, dass durch die weitergehende Entwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz mehr journalistische Artikel durch KI verfasst wird und die Redaktion dadurch abgebaut wird.

Auszeichnungen

Verlag und Gesellschafter

Nummernschild eines NN-Fahrzeugs mit Hinweis auf den VNP

Die Nürnberger Nachrichten werden vom Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH & Co. KG hergestellt. Herausgeber der Zeitung war der Verleger Bruno Schnell (1929–2018), dem für seine verlegerischen Verdienste am 18. Oktober 2014 in einem Festakt im Historischen Rathaussaal die Ehrenbürgerwürde der Stadt Nürnberg verliehen wurde.

Gesellschafter:

Die Beteiligung beim letztgenannten Gesellschafter (F. Diem) unterliegt der Testamentsvollstreckung (Bruno Schnell †).

Ausgaben

Im Verbreitungsgebiet der Zeitung (im Wesentlichen Mittelfranken, aber teils auch in Oberfranken und der Oberpfalz) gibt es verschiedene Ausgaben, deren Lokalteile sich an den entsprechenden Erscheinungsorten orientieren:

Darüber hinaus gab es wöchentlich erscheinende Ausgaben, wie die Zeitung Der Blitz (2000 bis März 2018 Sonntagsblitz; eingestellt am 30. Mai 2020) jeden Samstag in Nürnberg, Fürth und Erlangen und den Wochenanzeiger jeden Donnerstag in der Stadt Schwabach und den Landkreisen Neumarkt, Roth, Weißenburg-Gunzenhausen sowie dem Süden des Landkreises Nürnberger Land als siebte Wochenausgabe.

Zum 1. Januar 2026 ging die Hilpoltsteiner Zeitung in der Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung auf.

Internet

Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten

Seit 1992 gibt es den NN-Kunstpreis, für den sich Künstler bewerben können. Die Auszeichnungen des NN-Kunstpreises ermittelt eine Jury aus Fachleuten aus Kulturpolitik und Kultur-/Medienwirtschaft sowie Künstlern. Außerdem wird ein Publikumspreis vergeben.

Literatur

Commons: Nürnberger Nachrichten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Impressum VNP, abgerufen am 29. Juni 2024.
  2. ↑ Zusammen mit der Nürnberger Zeitung.
  3. ↑ laut IVW, zweites Quartal 2026, Mo–Sa
  4. ↑ Nürnberger Medienszene trauert um Bruno Schnell auf merkur.de, vom 3. Februar 2018, abgerufen am 5. Februar 2018.
  5. ↑ laut IVW (online)
  6. ↑ laut IVW, zweites Quartal 2026, Mo–Sa
  7. ↑ laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.de)
  8. ↑ Verlag Nürnberger Presse: Chefredaktion stellt sich neu auf. In: bdzv.de. Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger e. V., 11. Mai 2022, abgerufen am 29. Juni 2024.
  9. ↑ KI-Einsatz beim Verlag der "Nürnberger Nachrichten": Nur noch vier Blattmacher produzieren pro Tag bis zu 150 Seiten. Meedia, 15. Mai 2026, abgerufen am 16. Mai 2026.
  10. ↑ Preisträger Dr. Georg Schreiber-Medienpreis. Abgerufen am 22. November 2024 (deutsch).
  11. ↑ Alternativer Medienpreis 2025. Abgerufen am 13. Juli 2025.
  12. ↑ ‚Nürnberger Nachrichten‘-Herausgeber Bruno Schnell gestorben, abgerufen am 4. Februar 2018.
  13. ↑ „Fränkische Landeszeitung“: Übernahme der „Windsheimer Zeitung“. Abgerufen am 3. September 2025.
  14. ↑ Ab 2018 mit neuem Konzept: Der BLITZ hat Großes vor. Der SONNTAGSBLITZ erscheint im neuen Jahr im neuen Format. Nordbayern.de, 10. Dezember 2017, abgerufen am 26. März 2018.
  15. ↑ „Der Blitz“ verabschiedet sich, Der Blitz #22/2020, Nürnberg 30. Mai 2020, S. 1.
  16. ↑ Service und Unterhaltung für Ihr Wochenende – Werbung, die ankommt. (PDF; 125,08 kB) Nordbayern.de, 24. März 2018, abgerufen am 26. März 2018.
  17. ↑ Titelwechsel bei Ihrer Zeitung. In: Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung. Band 165, Nr. 3, 5. Januar 2026, ZDB-ID 1264431-6, S. 25.
  18. ↑ Willkommen auf NN.de! auf NN.de, vom 7. Dezember 2021, abgerufen am 24. September 2025.
  19. ↑ ARCult Media GmbH: Kulturpreise.de : Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten. Abgerufen am 1. August 2025.