Winfried Biesing

Winfried Biesing (* 12. Juni 1919 in Neumagen; † 23. Januar 2001 in Königswinter) war ein deutscher Richter und Heimatforscher, der sich mit der Geschichte seiner Heimatstadt Königswinter und des Siebengebirges beschäftigte.

Leben und Wirken

Biesing wuchs als Sohn des Amtsgerichtsrats Franz Biesing (1875–1958) in Königswinter auf und legte 1937 am Realgymnasium (heutiges Siebengebirgsgymnasium) in Honnef sein Abitur ab. Im Zweiten Weltkrieg als Soldat dienend, wurde er 1944 zum Hauptmann befördert und im März 1945 als Taktiklehrer an eine Schule für Fahnenjunker der Infanterie in Schwerin versetzt, die kurz vor Kriegsende im April nach Schleswig verlegt wurde. Anschließend kehrte er von dort nach Königswinter in sein Elternhaus zurück, um die Übersiedlung seiner noch andernorts bei Verwandten untergebrachten Familie vorzubereiten. Er fand eine Anstellung als Baupraktikant in Bonn und absolvierte eine Baufacharbeiterprüfung, entschied sich jedoch für die Aufnahme eines Jurastudiums an der Ende 1945 wiedereröffneten Bonner Universität. Aufgrund seiner vorherigen Funktion als Offizier wurde er zunächst nicht zum Studium zugelassen und auch nach erfolgter Studienaufnahme noch mehrmals zwangsweise exmatrikuliert, wobei ihm jeweils mithilfe zweier Professoren die Wiederzulassung gelang. Im April 1949 bestand er in Bad Godesberg sein Referendarexamen. Von 1960 bis 1984 war er als Richter (Amtsgerichtsrat) am Amtsgericht Königswinter tätig.

Biesing war von 1970 bis 1997 Vorsitzender und anschließend Ehrenvorsitzender des Heimatvereins Siebengebirge. Er war maßgeblich am Ausbau und der Umwandlung des Vereinsmuseums zum städtischen Siebengebirgsmuseum beteiligt und bis 1998 dessen stellvertretender Leiter. Für sein Wirken als Heimatforscher, darunter seine zahlreichen heimatgeschichtlichen Veröffentlichungen, wurde Biesing unter anderem mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet. Seine Beisetzung erfolgte in Königswinter auf dem Friedhof Am Palastweiher.

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Winfried Biesing wurde 80 Jahre alt, General-Anzeiger, 15. Juni 1999, S. 8 (genios.de)
  2. ↑ Erinnerungen an eine schwierige Zeit. In: Heimatverein Siebengebirge, Heinrich Blumenthal (Hrsg.): Aufbruch: Der Siebengebirgsraum 1945 bis 1955. Rheinlandia Verlag, Siegburg 2001, ISBN 3-935005-13-X, S. 108–115 (hier: S. 113).
  3. 1 2 3 Winfried Biesing ist gestorben, General-Anzeiger, 25. Januar 2001, S. 6 (genios.de)
  4. ↑ Erinnerungen an eine schwierige Zeit. In: Heimatverein Siebengebirge, Heinrich Blumenthal (Hrsg.): Aufbruch: Der Siebengebirgsraum 1945 bis 1955. Rheinlandia Verlag, Siegburg 2001, ISBN 3-935005-13-X, S. 108–115 (hier: S. 109).
  5. ↑ Honnefer Volkszeitung, 22. April 1958, S. 5 (zeitpunkt.nrw)
  6. ↑ Honnefer Volkszeitung, 17. März 1937, S. 5 (zeitpunkt.nrw)
  7. ↑ Honnefer Volkszeitung, 6. Juni 1962, S. 3 (zeitpunkt.nrw)
  8. ↑ August Haag, Hans Neunkirchen (Hrsg.): Erinnerungsschrift zur Einweihung des städtischen Siebengebirgsgymnasiums Honnef am Rhein: 21. März 1959, Siebengebirgsgymnasium, Honnef a. Rh. 1959, S. 35, 38.
  9. ↑ Erinnerungen an eine schwierige Zeit. In: Heimatverein Siebengebirge, Heinrich Blumenthal (Hrsg.): Aufbruch: Der Siebengebirgsraum 1945 bis 1955. Rheinlandia Verlag, Siegburg 2001, ISBN 3-935005-13-X, S. 108–115.
  10. 1 2 Rhein-Sieg-Kreis, Der Oberkreisdirektor (Hrsg.): Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises 1999. Rheinlandia Verlag, Siegburg 1998, ISBN 3-931509-78-8, S. 234.
  11. ↑ Schau zu archäologischen Funden, General-Anzeiger, 17. März 1999 (genios.de)
  12. ↑ Winfried Biesing und seine Bücher, General-Anzeiger, 24. Februar 1997, S. 7 (genios.de)
  13. ↑ Grab der Familie Winfried Biesing auf dem Friedhof Am Palastweiher, Wikimedia Commons
Personendaten
NAME Biesing, Winfried
KURZBESCHREIBUNG deutscher Richter und Heimatforscher
GEBURTSDATUM 12. Juni 1919
GEBURTSORT Neumagen
STERBEDATUM 23. Januar 2001
STERBEORT Königswinter