Woldemar Koch

Woldemar Otto Koch (* 19. Januar 1902 in Charkow; † 17. Februar 1983 in Tübingen) war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler.

Leben

Der Sohn des Kaufmanns Woldemar Georg Koch und der Lydia geborene Krischewitsch nahm nach dem Abitur in Charkow das Studium der Nationalökonomie an den Universitäten Berlin sowie Königsberg auf, das er 1926 in Königsberg mit dem Erwerb des akademischen Grades eines Dr. rer. pol. abschloss. Nach verschiedenen Tätigkeiten in Königsberg, u. a. am Institut für ostdeutsche Wirtschaft, war er seit 1934 Assistent am Finanzwissenschaftlichen Seminar der Universität Köln. In Köln habilitierte er sich mit der Arbeit Die Staatswirtschaft des Faschismus und erhielt im März 1936 eine Dozentur für Wirtschaftliche Staatswissenschaften an der Universität zu Köln. Im Februar 1939 wechselte er als Dozent an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin.

Zum 1. April 1943 wurde er als beamteter außerordentlicher Professor an die nationalsozialistische Reichsuniversität Posen berufen. 1950 wurde Koch zum ordentlichen Professor der Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin bestellt, 1954 übersiedelte er nach Tübingen, dort übernahm er dieselbe Professur an der Eberhard Karls Universität. Koch, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, wurde 1970 emeritiert. Koch trat mit Beiträgen zur Volkswirtschaftslehre sowie zur Finanzwissenschaft hervor.

Koch war in der Zeit des Nationalsozialismus Mitarbeiter am Arbeitswissenschaftlichen Institut AWI der DAF.

Woldemar Koch, der 1936 Johanna, geborene Walsdorff, heiratete, mit der er zwei Kinder hatte, verstarb 1983 im Alter von 81 Jahren in Tübingen.

Publikationen

Literatur

Notizen

  1. ↑ Bundesarchiv Berlin, R 4901/13268.
  2. ↑ Irene Raehlmann: Arbeitswissenschaft im Nationalsozialismus. Eine wissenschaftssoziologische Analyse. Springer, Berlin 2005, ISBN 9783531146782, S. 83
  3. ↑ Karl Heinz Roth: Intelligenz und Sozialpolitik im "Dritten Reich". Eine methodisch-historische Studie am Beispiel des Arbeitswissenschaftlichen Instituts der Deutschen Arbeitsfront. Saur, München 1993, ISBN 3-11-199988-2, S. 36 u. ö.