Wolf Mannhardt

Wolf Mannhardt, auch Wolff Mannhardt (* 22. Januar 1864 in Hamburg; † 6. März 1939 in München), war ein deutscher Jurist, Oberlandesgerichtsrat und Mitglied der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg.

Leben und Wirken

Villa des Gutes Fernsicht an der Stör bei Kellinghusen (1905)

Wolf Mannhardt wurde am 22. Januar 1864 (einige Quellen geben den 21. Januar als Tag der Geburt an) in Hamburg geboren. Seine Eltern waren der aus dem holsteinischen Hanerau stammende Augenarzt und Diplomat Julius Leberecht Mannhardt (1834–1893) und die Klaviervirtuosin Mathilde Vollmer y Rivas (1842–1896), eine Tochter des nach Venezuela ausgewanderten Hamburgers Gustav Julius Vollmer. Wegen der wechselnden Lebensorte seines Vaters wuchs Wolf Mannhardt von seinem sechsten bis zu seinem fünfzehnten Lebensjahr in Florenz auf und war, nachdem ein älterer Bruder und eine ältere Schwester im Kindesalter verstorben waren, das älteste Kind in der Geschwisterreihe. Ende der 1870er Jahre kehrte die Familie nach Holstein zurück. Aus einem überlieferten Brief seines Vaters ist zu entnehmen, dass Wolf Mannhardt im April 1878 bereits wieder in Hanerau lebte, bevor der Rest der Familie nachzog. 1883 erfolgte dann die Übersiedlung nach Gut Fernsicht bei Kellinghusen und einige Jahre später nach Lübeck.

Wolf Mannhardt studierte Rechtswissenschaften in Berlin und Jena und ließ sich 1891 in Hamburg als Rechtsanwalt nieder. 1906 wurde er zum Landrichter ernannt und 1913 als Oberlandesgerichtsrat an das Hanseatische Oberlandesgericht berufen. In der Öffentlichkeit und in Fachkreisen genoss er ein hohes Ansehen und großes Vertrauen. Für die Fraktion der Rechten wurde er 1912 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft. Mannhardt war freundschaftlich verbunden mit dem Kunsthistoriker und -pädagogen Alfred Lichtwark (1852–1914), dessen Schriften er 1917 in einem zweiteiligen Werk herausbrachte. Die beiden unterhielten einen intensiven Briefwechsel miteinander. Eine Sammlung der Briefe von Lichtwark an Mannhardt veröffentlichte der Kunsthistoriker und Volkskundler Carl Schellenberg 1952 anlässlich Lichtwarks hundertsten Geburtstags. Wolf Mannhardt war Mitglied des 1923 gegründeten Hamburger Vereins Freunde der Kunsthalle.

Im Jahr 1899 heiratete er Hedwig Klöpper (1877–1848). Die Eheleute hatten eine Tochter Maria (1907–1994, Ehenamen Ehrhardt und von Gleichen-Rußwurm). Die Romanistin und Lusitanistin Marion Ehrhardt (1932–2011) war Mannhardts Enkelin.

Er starb am 6. März 1939 (nach einigen Quellen 1938) durch Freitod. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Ohlsdorfer Friedhof.

Veröffentlichungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Thomas Becker: Julius Mannhardt: sein Leben 1834–1893. In: Thomas H. A. Becker. 31. März 2020, abgerufen am 16. Oktober 2026.
  2. ↑ Julius Mannhardt: Mein lieber Wolff, Florenz, 5. April 1878. In: Thomas H. A. Becker. 7. August 2022, abgerufen am 16. Oktober 2026.
  3. ↑ Oberlandesgerichtsrat i. R. Dr. Wolf Mannhardt 70 Jahre. In: Hamburger Fremdenblatt, Abendausgabe. 20. Januar 1934, S. 3.
  4. ↑ Thomas Becker: Das Leben von Dr. Wolf Mannhardt, Hamburg. In: Thomas H. A. Becker. 12. August 2022, abgerufen am 15. Oktober 2026.
  5. ↑ Wolf Mannhardt. In: Deutsche Nationalbibliothek. Abgerufen am 15. Oktober 2026.
  6. ↑ Traueranzeige Dr. Wolf Mannhardt. In: Hamburger Fremdenblatt, Abendausgabe. 8. März 1939, S. 4.
Personendaten
NAME Mannhardt, Wolf
ALTERNATIVNAMEN Mannhardt, Wolff
KURZBESCHREIBUNG deutscher Jurist und Oberlandesgerichtsrat
GEBURTSDATUM 22. Januar 1864
GEBURTSORT Hamburg
STERBEDATUM 6. März 1939
STERBEORT München